Eine seltene Matinee für deutsche MMA-Fans: Am Samstagnachmittag steigt die UFC in der National Gymnastics Arena von Baku, und im Hauptkampf will Lokalmatador Rafael Fiziev vor heimischem Publikum eine schwierige Phase beenden – gegen einen der gefährlichsten Finisher des Leichtgewichts, Manuel Torres. Dazu kommt ein Co-Main-Event, das auf dem Papier fast noch explosiver ist. Wir klären die TV-Lage in Deutschland und liefern die komplette Analyse zu Kämpfern, Quoten und Tipp.
Quick Facts: Das Wichtigste auf einen Blick
| Event | UFC Fight Night 280: Fiziev vs. Torres |
| Datum | Samstag, 27. Juni 2026 |
| Ort | National Gymnastics Arena, Baku (Aserbaidschan) |
| Hauptkampf | Rafael Fiziev vs. Manuel Torres (Leichtgewicht, 5 Runden, kein Titel) |
| Co-Main | Shara Magomedov vs. Michel Pereira (Mittelgewicht) |
| Kämpfe gesamt | 13 |
| Prelims | ca. 15:00 Uhr MESZ |
| Hauptkarte | ca. 18:00 Uhr MESZ |
| TV/Stream Deutschland | DAZN (kein Free-TV) |
Wer überträgt UFC Baku in Deutschland?
Die klare Antwort: Die UFC läuft in Deutschland exklusiv bei DAZN. Der Streamingdienst ist hierzulande exklusiver Partner der UFC und überträgt regelmäßig sowohl die durchnummerierten Events als auch die Fight Nights – inklusive dieses Events in Baku. Ein frei empfangbares Free-TV-Angebot gibt es nicht; die Übertragung ist an ein DAZN-Abo gebunden (je nach Paket, MMA ist in den klassischen Abostufen enthalten). Über die DAZN-App lässt sich der Kampf auf Smartphone, Tablet, Smart-TV oder per TV-Stick verfolgen, zusätzlich gibt es Re-Lives und Highlights.
Ein angenehmer Sonderfall diesmal: Weil in Baku gekämpft wird, ist es kein nächtliches Spektakel wie sonst, sondern eine seltene Nachmittags-Matinee. Die Prelims starten gegen 15:00 Uhr MESZ, die Hauptkarte gegen 18:00 Uhr MESZ – ideal für alle, die UFC sonst verschlafen.
Kommentar & Sprache: DAZN liefert die Übertragung mit deutschem bzw. Original-Kommentar; die konkrete Besetzung gibt der Sender kurzfristig bekannt. Wer den reinen Originalton bevorzugt, kann alternativ den ligaeigenen UFC Fight Pass nutzen.
Hinweis für Wett-Interessierte: UFC-Wetten werden in Deutschland aus lizenzrechtlichen Gründen derzeit von vielen in Deutschland lizenzierten Anbietern nicht angeboten. In Österreich bestehen diese Einschränkungen nicht. Die Quoten in diesem Artikel dienen daher ausschließlich der sportlichen Einordnung.
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Worum es geht: Baku als UFC-Bühne
Es ist erst der zweite UFC-Besuch in Aserbaidschan – der erste, 2025, lockte ein ausverkauftes Haus an. Entsprechend ist die Karte bewusst auf lokales Interesse zugeschnitten: Gleich vier Kämpfer vertreten das Gastgeberland, allen voran Hauptkämpfer Fiziev. Für ihn ist es weit mehr als ein Heimspiel – es ist ein Kampf, der über die Richtung seiner Karriere entscheidet.
Der Hauptkampf: Fiziev vs. Torres
Ein klassisches Stil-Duell: der technisch brillante Muay-Thai-Stilist gegen den kompromisslosen Finisher. Beide Männer sind dafür bekannt, Kämpfe spektakulär zu beenden – ein langer Abend ist hier die Ausnahme.
Rafael „Ataman” Fiziev (13-5)
Der gebürtige Aserbaidschaner (kämpferisch lange aus Kasachstan) gilt vielen als bester reiner Muay-Thai-Striker der Division. Von Oktober 2019 bis Juli 2022 gewann er sechs Kämpfe in Serie, doch zuletzt lief es bitter: nur ein Sieg aus den letzten fünf Kämpfen. Seine Pleitenserie begann mit zwei knappen Niederlagen gegen den heutigen Champion Justin Gaethje, dazu kamen eine Knieverletzung gegen Mateusz Gamrot und zuletzt ein TKO gegen Mauricio Ruffy. Vor heimischem Publikum braucht er jetzt dringend ein Lebenszeichen.
- Pro: technisch herausragendes Striking, enorme Erfahrung, Heimvorteil, fünf Runden geben ihm Zeit, Torres’ Tempo zu überstehen
- Contra: 1-4 in den letzten fünf Kämpfen, Fragezeichen bei Robustheit/Gesundheit, gegen druckvolle Volumen-Striker zuletzt verwundbar
Manuel „El Loco” Torres (17-3)
Der Mexikaner ist einer der furchteinflößendsten Finisher, den das Leichtgewicht je gesehen hat. Alle fünf seiner bisherigen UFC-Siege kamen per Erstrunden-Finish; statistisch hält er die zweitkürzeste durchschnittliche Kampfzeit der Leichtgewichts-Geschichte (rund 2:34 Minuten) und einen der höchsten Knockdown-Werte der Division. Er kommt mit Rückenwind und will weiter die Titel-Leiter erklimmen.
- Pro: brutale Abschlussquote, höchster Druck, schwere Hände, kann den Kampf in Sekunden beenden
- Contra: technisch weniger fein als Fiziev, Ausdauer-Fragen in den späteren Runden, gegen lange/rangige Gegner (Bahamondes) schon gescheitert – ausgerechnet einen, den Fiziev sauber schlug
Die Quoten zum Hauptkampf (Einordnung)
| Markt | Tendenz |
|---|---|
| Sieger | Pick’em – nahezu 50:50 (Fiziev ~ -110, Torres ~ -110) |
| KO/TKO-Sieg | Torres (~+130) vor Fiziev (~+165) |
| Rundenlimit 1,5 | klar Richtung „Under” tendiert |
Wenn die Buchmacher ein Main Event quasi bei 50:50 eröffnen, sagt das alles über die Ausgeglichenheit: Hier prallen zwei Stilrichtungen aufeinander, deren Ausgang kaum kalkulierbar ist. Der KO-Markt sieht den Mexikaner leicht im Vorteil, früh zu beenden.
Der Co-Main-Event: Magomedov vs. Pereira
Für viele Fans ist dieser Kampf das heimliche Highlight. Shara „Bullet” Magomedov (16-1) ist eines der spannendsten jungen Talente der UFC – ein Striker mit 12 KO-Siegen, der trotz einer Sehbehinderung (nur ein funktionierendes Auge) nahezu makellos blieb. Seine einzige Niederlage kassierte er gegen den Auspunkt-Spezialisten Michael Page. Er kämpft zum ersten Mal seit einem Jahr und ist klarer Favorit (~ -340 bis -395).
Gegner Michel „El Pireata” Pereira (32-14) ist der explosive, aber unberechenbare Showman des Mittelgewichts. Nach einer Pleitenserie holte er zuletzt einen knappen (umstrittenen) Punktsieg gegen Zach Reese. An seinem besten Tag kann er Sensationelles zeigen, doch seine Form schwankt enorm (~ +265 bis +310).
- Magomedov-Vorteil: das sauberere, härtere Striking; die Wett-Splits liegen bei rund 89–92 % auf ihn
- Aber: Magomedov hat in der UFC noch nie in Runde 1 gewonnen und neigt dazu, abzuwarten – mehrere Experten erwarten einen zähen Kampf, der über die Distanz oder zu einer Entscheidung gehen könnte
Die weitere Hauptkarte
| Kampf | Klasse | Favorit (Tendenz) |
|---|---|---|
| Nazim Sadykhov vs. Matheus Camilo | Leichtgewicht | Sadykhov (~ -205) |
| Asu Almabayev vs. Charles Johnson | Fliegengewicht | Almabayev (~ -270) |
| Ikram Aliskerov vs. Brunno Ferreira | Mittelgewicht | Aliskerov (~ -310) |
| Abus Magomedov vs. Michal Oleksiejczuk | Mittelgewicht | knapp Oleksiejczuk (~ -120) |
Als Featured Prelim schließt der ungeschlagene aserbaidschanische UFC-Debütant Farman Hasanov (5-0) gegen Eric Nolan die Vorkampfkarte ab – ein weiterer Lokalmatador fürs Publikum.
Meine Einschätzung: Geduld gegen Sturm
Der Hauptkampf ist eine klassische „Wer setzt sich durch”-Frage: Übersteht Fiziev den frühen Sturm, oder erwischt Torres ihn, bevor seine Technik zum Tragen kommt?
Mein Fazit nach Abwägung von Stil, Form, Quoten und Rahmenbedingungen:
- Die Logik spricht für Fiziev – wenn der Kampf andauert. Fast alle Siege von Torres kamen in Runde eins. Übersteht Fiziev diese gefährliche Anfangsphase, sprechen seine technische Überlegenheit, die fünf Runden und sein Heimvorteil für ihn. Mehrere Experten sehen ihn per KO in einer späteren Runde vorn, weil Torres ermüden könnte.
- Das Risiko bei Fiziev ist real. Seine 1-4-Bilanz und die Robustheits-Fragezeichen nach dem Ruffy-TKO sind nicht wegzudiskutieren. Gegen einen Mann mit Torres’ Schlagkraft reicht ein einziger sauberer Treffer.
- Der Wert liegt im „Under”. Egal wer gewinnt: Beide beenden Kämpfe selten nach Punkten. Das stark Richtung „Under 1,5 Runden” tendierende Limit spiegelt das wider – ein frühes Finish ist das wahrscheinlichste Szenario.
- Im Co-Main ist Magomedov der verdiente Favorit, aber Vorsicht vor dem Erwartungsmanagement: Sein Hang zum Abwarten und Pereiras Unberechenbarkeit könnten daraus einen zäheren Kampf machen als die Quoten vermuten.
In einem Satz: Fiziev ist technisch der bessere Mann und hat den Heimvorteil, doch Torres’ brutale Erstrunden-Power macht den Hauptkampf zum echten Pick’em – wer auf ein frühes Finish setzt, liegt statistisch am richtigsten.
So oder so verspricht die seltene UFC-Matinee aus Baku Feuerwerk von oben bis unten – mit zwei Striker-Duellen an der Spitze, die beide jederzeit explodieren können.
Quoten-Stand: 27.06.2026. Wettquoten unterliegen ständigen Schwankungen – bitte vor Wettabgabe beim jeweiligen Anbieter prüfen.
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