Die Gruppenphase ist geschafft, und Deutschland steht als Sieger der Gruppe E im Sechzehntelfinale der WM 2026. Nach dem furiosen 7:1 gegen Curaçao und dem 2:1 gegen die Elfenbeinküste war der Gruppensieg schon vor dem letzten Spieltag sicher – die 1:2-Niederlage gegen Ecuador änderte daran nichts mehr. Damit richtet sich der Blick nach vorn: Wie weit kann es für die DFB-Auswahl gehen, und welche Gegner warten auf dem Weg ins Halbfinale? Der Turnierbaum ist von Terminen und Spielorten her bereits vorgezeichnet – sportlich verspricht er einen anspruchsvollen Weg.
Das Sechzehntelfinale: Deutschland gegen Paraguay
Anders als noch in den Tagen vor Abschluss der Vorrunde steht der erste K.o.-Gegner inzwischen fest: Deutschland trifft am Montag, 29. Juni 2026, um 22:30 Uhr (MESZ) auf Paraguay. Gespielt wird im Boston Stadium in Foxborough, der Heimstätte des NFL-Teams New England Patriots.
Paraguay kam als einer der acht besten Gruppendritten weiter und bringt ausgerechnet die Eigenschaften mit, die Deutschland gegen Ecuador Probleme bereiteten: eine kompakte, zweikampfstarke Defensive. In der südamerikanischen Qualifikation kassierte die „Albirroja” in 18 Spielen nur zehn Gegentore. Deutschland ist klarer Favorit, sollte den Gegner nach der Ecuador-Pleite aber nicht unterschätzen.
Das Achtelfinale: Mögliches Top-Duell mit Frankreich
Übersteht Deutschland die erste Hürde, geht es im Achtelfinale am Samstag, 4. Juli, um 23:00 Uhr (MESZ) in Philadelphia weiter. Und hier wartet die wohl heikelste Konstellation des gesamten Turnierbaums.
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Der deutsche Gegner wäre der Sieger des Sechzehntelfinals zwischen dem Ersten der Gruppe I und einem Gruppendritten. Den ersten Platz in der als „Hammergruppe” geltenden Gruppe I hat sich Frankreich gesichert (Norwegen wurde Zweiter). Gewinnt die Equipe Tricolore ihr Sechzehntelfinale, käme es bereits im Achtelfinale zum Kracher Deutschland gegen Frankreich – ein Duell, das man sich normalerweise erst in einer späteren Turnierphase erhoffen würde. Mehrere Beobachter bezeichnen diesen frühen Showdown als die „undankbarste aller Aufgaben” für das DFB-Team.
Das Viertelfinale: Nachbarschaftsduell oder Außenseiter
Sollte Deutschland auch diese Hürde nehmen, stünde das Viertelfinale am Donnerstag, 9. Juli, um 22:00 Uhr (MESZ) wieder in Boston an. Der mögliche Gegner käme aus dem Quartett Südafrika, Kanada, Niederlande oder Marokko – diese vier ermitteln in ihrem Turnierviertel den Viertelfinalisten. Südafrika und Kanada treffen im Sechzehntelfinale aufeinander, ebenso die Niederlande und Marokko.
Das wahrscheinlichste Szenario wäre ein Nachbarschaftsduell mit den Niederlanden. Auch Marokko, der WM-Halbfinalist von 2022, gilt als möglicher und unbequemer Gegner. Insgesamt wäre dieses Viertelfinal-Los aber deutlich angenehmer als das mögliche Achtelfinale gegen Frankreich.
Das Halbfinale: Mögliche Revanche gegen Spanien
Erreicht Deutschland die Runde der letzten Vier, würde das Halbfinale am Dienstag, 14. Juli, um 21:00 Uhr (MESZ) im AT&T Stadium in Arlington bei Dallas stattfinden – das erste deutsche WM-Halbfinale seit dem Titelgewinn 2014. Als möglicher Gegner zeichnet sich Europameister Spanien ab, was eine Revanche für das bittere Viertelfinal-Aus bei der Heim-EM 2024 bedeuten würde. Der Turnierbaum sieht in der oberen Hälfte ein mögliches Aufeinandertreffen der Top-Favoriten Frankreich und Spanien vor – Deutschland müsste sich also gegen mindestens einen von ihnen durchsetzen.
Die Quoten: Was die Buchmacher Deutschland zutrauen
Einen Anhaltspunkt, wie realistisch die einzelnen Etappen sind, liefern die Quoten der Buchmacher. Sie sind keine Prognose im engeren Sinne, sondern spiegeln die vom Markt eingepreisten Wahrscheinlichkeiten wider – und die verschieben sich mit jedem Spiel.
| Etappe | Quote (ca.) | Implizite Wahrscheinlichkeit |
|---|---|---|
| Einzug ins Achtelfinale | ~1,20 | ~83 % |
| Einzug ins Viertelfinale | ~2,10 | ~48 % |
| Einzug ins Halbfinale | ~3,30–3,75 | ~27–30 % |
| Einzug ins Finale | ~6,00–7,00 | ~14–17 % |
Die Lesart: Das Achtelfinale gilt als nahezu sicher, das Viertelfinale als realistisch. Ab dem Halbfinale wird es deutlich enger – was vor allem am Turnierbaum liegt, der mit einem möglichen Achtelfinale gegen Frankreich früh einen Mitfavoriten in den Weg stellt. Zur Einordnung: Beim Einzug ins Halbfinale werden derzeit nur etwa vier bis sechs Nationen besser bewertet als Deutschland, darunter Frankreich, Spanien, England und Argentinien.
Potenzial ja, aber ein steiniger Weg
Deutschland hat die sportliche Qualität für einen tiefen Turnierlauf – das Halbfinale ist ein erreichbares, wenn auch anspruchsvolles Ziel. Der Knackpunkt liegt weniger im eigenen Können als im Turnierbaum: Als Gruppensieger droht bereits im Achtelfinale mit Frankreich ein Gegner, den man lieber später getroffen hätte. Wer diese Hürde nimmt, hat anschließend einen vergleichsweise machbaren Weg ins Halbfinale vor sich. Zunächst aber zählt nur das Sechzehntelfinale gegen Paraguay – alles Weitere entscheidet sich Spiel für Spiel.
Quoten-Stand: 27.06.2026. Angaben ohne Gewähr. Wettquoten unterliegen ständigen Schwankungen.
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