Drama pur im Madison Square Garden: Beim US Darts Masters 2026 hat Luke Humphries seinen Titel in einem Krimi verteidigt und den Weltranglistenersten Luke Littler im entscheidenden Leg mit 8:7 niedergerungen. Vor ausverkauftem Haus und einer Rekordkulisse für Darts in den USA lieferten sich die beiden besten Spieler der Welt ein Finale für die Geschichtsbücher. Hier die Ergebnisse, die Schlüsselszenen und die Einordnung.
Quick Facts: Das Wichtigste auf einen Blick
| Turnier | bet365 US Darts Masters 2026 (World Series of Darts) |
| Ort | Madison Square Garden, New York City (USA) |
| Sieger | Luke Humphries (England) |
| Finale | Humphries 8:7 Littler |
| Finalmodus | Best of 15 Legs |
| Besonderheit | erste Back-to-Back-Titelverteidigung in New York |
| Kulisse | 5.000 Fans – Rekord für Darts in den USA |
| Titelgewinn | dritter World-Series-Titel für Humphries |
Worum es ging: Das Prestige-Duell der Big Two
Das US Darts Masters ist das vierte Turnier der World Series of Darts 2026 und führte die PDC-Elite ins legendäre Madison Square Garden. Acht PDC-Stars trafen auf acht nordamerikanische Qualifikanten. Im Mittelpunkt standen die beiden Dominatoren des modernen Darts: Titelverteidiger Humphries und Weltmeister Littler, die erst wenige Wochen zuvor England gemeinsam zum World-Cup-Triumph geführt hatten. Im MSG nahmen die beiden ihre Rivalität vor einer Rekordkulisse wieder auf.
Der Weg ins Finale
Beide Topfavoriten meisterten ihre Aufgaben, mussten aber teils zittern:
- Luke Littler setzte sich im Achtelfinale gegen den Kanadier David Cameron mit 6:4 durch, nachdem er einen 3:4-Rückstand gedreht hatte. Im Viertelfinale fertigte er den Außenseiter Jim Long – den Bezwinger von Josh Rock – mit 6:1 ab (Average über 102). Im Halbfinale rang er den zähen James Wade mit 7:4 nieder, obwohl Wade über 100 im Schnitt warf.
- Luke Humphries startete mit einem 6:1 gegen Leonard Gates, schlug dann Stephen Bunting mit 6:3 (105er-Average) und überstand im Halbfinale einen wahren Krimi gegen Gian van Veen: Beim Stand von 6:5 für den Niederländer wehrte Humphries Matchdarts ab und drehte die Partie noch zum 7:6.
Eine der Geschichten des Turniers schrieb der kanadische Veteran Jim Long, der in der ersten Runde Sensationsmann Josh Rock mit 6:4 aus dem Turnier warf – wie schon 2023, als er hier Michael Smith besiegt hatte.
Das Finale: Ein Schlagabtausch bis zum letzten Leg
Das Endspiel im Modus Best of 15 Legs hatte alles. Humphries erwischte den besseren Start und zog auf 4:1 davon. Doch der Weltranglistenerste Littler konterte mit vier Legs in Folge und drehte das Match. In einer intensiven Schlussphase ging es Schlag auf Schlag – Humphries glich immer wieder aus (unter anderem zum 5:5), bis es im alles entscheidenden 15. Leg zum Showdown kam. Am Ende behielt der Titelverteidiger die Nerven und gewann mit 8:7 – bei einem herausragenden Average von 104.
Damit schrieb Humphries Geschichte: Er ist der erste Spieler, der den Titel im Big Apple erfolgreich verteidigt und sich damit Back-to-Back-Triumphe im Madison Square Garden gesichert hat. Für Littler hingegen bleibt der US-Masters-Titel weiter ein unerfüllter Traum – trotz seines starken Auftritts in seinem ersten US-Masters-Finale.
Die Stimmen
Humphries zeigte sich überwältigt vom Schauplatz und nannte das MSG die wohl ikonischste Bühne, die der Dartsport je betreten werde. Littler, der das Finale erstmals erreicht hatte, lobte die mitgereisten englischen Fans, die im Laufe des Abends immer lauter wurden – und sorgte mit der ehrlichen Bemerkung für Schmunzeln, er hätte am liebsten selbst mit ihnen im Publikum gefeiert.
Die Ergebnisse im Überblick
Viertelfinale:
- Luke Littler 6:1 Jim Long
- James Wade 6:3 Gerwyn Price
- Luke Humphries 6:3 Stephen Bunting
- Gian van Veen 6:3 Jonny Clayton
Halbfinale:
- Luke Littler 7:4 James Wade
- Luke Humphries 7:6 Gian van Veen
Finale:
- Luke Humphries 8:7 Luke Littler
Einordnung: Was das Ergebnis bedeutet
Dieses Finale war mehr als nur ein Turniersieg – es war ein weiteres Kapitel in der prägenden Rivalität des aktuellen Darts. Humphries beweist mit der Titelverteidigung, dass er trotz Littlers Ausnahmestellung weiterhin der Mann ist, der dem Weltmeister auf der ganz großen Bühne am gefährlichsten wird. Der 104er-Average im Finale unterstreicht, auf welchem Niveau dieses Duell ausgetragen wurde.
Für beide geht es nun mit Rückenwind bzw. Lehren in Richtung des nächsten Saisonhöhepunkts: Das Betfred World Matchplay steigt vom 18. bis 26. Juli in Blackpool, wo Littler seinen Titel verteidigt. Spätestens dort dürfte sich die Rivalität der beiden fortsetzen.

