Eine Woche vor The Open versammelt sich die Weltelite in East Lothian: Der Genesis Scottish Open am Renaissance Club ist das hochkarätigste Turnier dieser Phase – ein Rolex-Series-Event, co-sanktioniert von DP World Tour und PGA Tour, mit sechs der Top-Ten der Welt am Start. Für viele ist es die ideale Links-Generalprobe vor dem Major. Wir klären, welcher Sender überträgt, und liefern die komplette Analyse zu Platz, Favoriten und Quoten.
Quick Facts: Das Wichtigste auf einen Blick
| Turnier | Genesis Scottish Open 2026 (Rolex Series) |
| Touren | DP World Tour + PGA Tour (co-sanktioniert) |
| Datum | 9. – 12. Juli 2026 (Do–So) |
| Ort | The Renaissance Club, North Berwick (Schottland) |
| Belag / Typ | Links-naher Kurs an der schottischen Küste |
| Titelverteidiger | Chris Gotterup |
| 72-Loch-Rekord | 262 (Wiesberger 2019, MacIntyre 2024) |
| Besonderheit | letzte Vorbereitung vor The Open |
| TV Deutschland | MagentaTV (MS Golf 1 / MS Golf 2) |
| Free-TV Deutschland | nein (einzelne Events ausgenommen) |
Wer überträgt das Scottish Open in Deutschland?
Die klare Antwort, und sie ist 2026 neu: Die DP World Tour und die PGA Tour laufen in Deutschland nicht mehr bei Sky, sondern bei MagentaTV. Da das Scottish Open von beiden Touren gemeinsam veranstaltet wird, fällt es genau in dieses Paket. Übertragen wird auf den beiden Telekom-Kanälen MS Golf 1 (Turniere in voller Länge) und MS Golf 2 (Zusatz-Feeds wie Featured Groups). Das Golf-Angebot ist in allen MagentaTV-Tarifen sowie für MagentaSport-Abonnenten ohne Aufpreis enthalten.
Ein durchgehend frei empfangbares Free-TV-Angebot gibt es nicht. MagentaTV hat zwar angekündigt, einzelne Turniere frei empfangbar anzubieten – ob dieses Event dazugehört, sollte direkt beim Anbieter geprüft werden. Wichtig zur Abgrenzung: Das eine Woche später folgende The Open ist ein Major und läuft NICHT bei Magenta, sondern bei Sky.
Stream & Kommentar: Die Übertragung ist an ein MagentaTV-/MagentaSport-Abo gebunden, über das auch der Stream läuft. Als kostenlose Ergänzung bleibt YouTube mit Highlight-Clips. MagentaTV setzt auf ein Team um Top-Kommentator Gregor Biernath mit Experten wie dem früheren DP-World-Tour-Profi Bernd Ritthammer; die genaue Besetzung pro Runde gibt der Sender kurzfristig bekannt.
Österreich & Schweiz: In Österreich läuft die Tour seit 2026 bei CANAL+ (eigener 24-Stunden-Golfkanal). In der Schweiz übernehmen kostenpflichtige Anbieter; ein flächendeckendes Free-TV gibt es nicht.
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Worum es geht: Mehr als eine Generalprobe
Das Scottish Open ist Schottlands Nationalturnier und hat seit dem Umzug an den Renaissance Club im Jahr 2019 enorm an Statur gewonnen – mit Rekordkulissen und einem Wochenend-Ausverkauf 2025. Als Rolex-Series-Event zählt es sowohl für die Race to Dubai als auch für den FedExCup, was es für Spieler beider Touren attraktiv macht. Die Terminierung direkt vor The Open ist kein Zufall: Wer sich auf den Links-nahen Bedingungen einspielt, reist mit Selbstvertrauen zum Major. Mehrere Sieger haben diese Brücke schon genutzt – Xander Schauffele etwa gewann 2022 hier und holte den Claret Jug in einem späteren Jahr.
Der Platz: Schön anzusehen, fies zu spielen
Der Renaissance Club liegt auf 300 malerischen Acres am Firth of Forth, eingebettet in Schottlands berühmte Golfküste zwischen North Berwick und Muirfield. Was den Platz so anspruchsvoll macht, ist eine Kombination aus mehreren Faktoren:
- Küstenwind: Der Wind vom Firth of Forth ist der größte Gegner – er kann das Scoring von Tag zu Tag völlig verändern
- Links-Charakteristik: harte, schnelle Fairways und die Notwendigkeit, den Ball flach zu spielen – ideale Open-Vorbereitung
- Strategische Bäume: anders als reine Links behielt der Kurs Bäume an Schlüsselstellen, was Präzision verlangt
- Neuer Schlussbogen: Für 2026 wurde das Layout umgeroutet, um einen spannenderen Finish für Spieler und Fans zu schaffen
Der 72-Loch-Rekord von 262 (Wiesberger 2019, MacIntyre 2024) zeigt: Bei wenig Wind ist tiefes Scoring möglich – doch sobald die Böen kommen, wird der Platz zum Härtetest, der jeden gnadenlos entlarvt, der unvorbereitet anreist.
Das Spielerprofil: Wer hier gewinnt
Aus dem Platzcharakter lässt sich ein klares Gewinnerprofil ableiten:
- Windspieler: Wer den Ball kontrolliert flach halten und Distanzen im Wind einschätzen kann
- Allrounder mit Links-Erfahrung: Spieler, die mit harten Fairways und unebenen Lagen umgehen
- Mental Robuste: Der Wind verlangt Geduld – Frust kostet hier schnell Schläge
- Form-Mitnehmer: Wer in Topform anreist, kann den Schwung ins Major tragen
Die Favoriten im Detail
Scottie Scheffler – der Weltranglistenerste
Die Nummer eins der Welt ist der klare Topfavorit. Scheffler kehrt nach einem Jahr Pause an den Renaissance Club zurück und befindet sich in imperialer Form – mit einer Serie von Top-10-Platzierungen und mehreren Saisonsiegen. Als amtierender Open-Champion will er Schottlands Nationalturnier seiner Sammlung hinzufügen, ehe er den Claret Jug verteidigt.
- Pro: Weltnummer eins, beste Form im Feld, amtierender Open-Champion, komplettes Spiel
- Contra: Der Renaissance Club liegt ihm bislang nicht überragend (bestes Resultat T3); Wind als Gleichmacher
Rory McIlroy – der Sieger von 2023
Die Nummer zwei der Welt und frühere Scottish-Open-Sieger (2023) bringt alles mit, was es auf Links braucht: enorme Länge, eine flache Ballflugkurve und große Erfahrung auf britischem Boden. Als doppelter Masters-Champion ist er stets ein Anwärter.
- Pro: früherer Sieger, ideales Links-Spiel, Top-Form, Heimvorteil auf britischem Boden
- Contra: auf engeren, baumgesäumten Links-Kursen muss er den Driver bändigen
Robert MacIntyre – der Lokalmatador
Der Schotte ist der emotionale Favorit: 2024 gewann er sein Heim-Open dramatisch mit einer Schlussoffensive und einem späten Eagle – als erster schottischer Sieger der Rolex-Series-Ära. Vor heimischem Publikum und mit perfekter Platzkenntnis ist er immer gefährlich.
- Pro: Heimsieger 2024, riesiger Publikums-Rückenwind, kennt Wind und Platz perfekt
- Contra: der Druck des Heim-Favoriten; back-to-back zu gewinnen ist historisch schwer
Die starke Verfolgergruppe
Das Feld ist außergewöhnlich tief. Titelverteidiger Chris Gotterup will sein Kunststück wiederholen. Xander Schauffele (Sieger 2022, zweifacher Major-Champion) und Justin Thomas sind Major-erprobt. Dazu kommen Jon Rahm (über sein DP-World-Tour-Abkommen dabei), die Links-Spezialisten Tommy Fleetwood und Matt Fitzpatrick, Ryder-Cup-Star Viktor Hovland, US-Open-Champion J.J. Spaun und der formstarke Schwede Ludvig Åberg.
Quoten (Markteinordnung)
| Spieler | Tendenz |
|---|---|
| Scottie Scheffler | klarer Topfavorit |
| Rory McIlroy | erster Verfolger, früherer Sieger |
| Robert MacIntyre | Lokalmatador, Heimsieger 2024 |
| Xander Schauffele | Major-Champion, Ex-Sieger |
| Tommy Fleetwood / Ludvig Åberg | Links-starke Anwärter |
| Chris Gotterup | Titelverteidiger |
Hinweis: Bei einem so tiefen Weltklasse-Feld – mit Scheffler als dominantem Favoriten und einer breiten Verfolgergruppe – ist Scheffler quotenseitig klar vorn, dahinter verteilen sich die Chancen breit. Da der Wind als großer Zufallsfaktor das Scoring stark beeinflusst, ordnen wir qualitativ ein, statt feste Prozentwerte vorzutäuschen.
Scheffler führt, der Wind entscheidet mit
Das Scottish Open ist eine echte Standortbestimmung – ein Weltklasse-Feld auf einem Platz, der bei Wind jeden Fehler bestraft.
Mein Fazit nach Abwägung von Form, Links-Eignung, Platzkenntnis und dem Wind-Faktor:
- Klarer Topfavorit bleibt Scheffler. In seiner aktuellen Form und als amtierender Open-Champion ist er das Maß der Dinge. Sein einziges relatives Fragezeichen ist, dass ihm dieser spezielle Platz bislang nicht ganz so liegt – aber Klasse schlägt Statistik.
- Der gefährlichste Herausforderer: Rory McIlroy. Sein Spiel ist wie geschaffen für Links, er hat hier bereits gewonnen, und auf britischem Boden ist er stets eine Macht. Wenn der Driver sitzt, ist er der logische Sieg-Kandidat hinter Scheffler.
- Der Value- und Herz-Pick: Robert MacIntyre. Mit dem Rückenwind des Heimpublikums und perfekter Platzkenntnis ist der Titelverteidiger des Herzens ein gefährlicher Außenseiter – auch wenn back-to-back-Siege selten sind.
- Der Wind als heimlicher Hauptdarsteller: Auf diesem Kurs kann eine windige Runde das gesamte Leaderboard umwerfen. Wer früh oder spät bei besseren Bedingungen spielt, hat einen stillen Vorteil – ein Faktor, den man bei der Wettauswahl im Blick behalten sollte.
In einem Satz: Scottie Scheffler ist der verdiente Topfavorit, doch McIlroys Links-Klasse und MacIntyres Heimvorteil machen ihn angreifbar – und der schottische Küstenwind bleibt der unberechenbare Faktor, der jede Prognose über den Haufen werfen kann.
So oder so ist das Scottish Open das Highlight dieser Golf-Woche: ein Major-würdiges Feld auf einem fordernden Küstenkurs – und der schärfste Formtest vor The Open.
Quoten-Stand: 27.06.2026. Wettquoten unterliegen ständigen Schwankungen – bitte vor Wettabgabe beim jeweiligen Anbieter prüfen.
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