Jan Rademeister
| veröffentlicht am: 27.06.26
geprüft von Thoralf Müller | 5 Min. Lesezeit

John Deere Classic 2026: Favoriten, Quoten & große Analyse zum Birdie-Festival

Jordan Spieth

Über das Independence-Day-Wochenende macht die PGA Tour einen ihrer beliebtesten Sommer-Stopps: Beim John Deere Classic in Silvis, Illinois, treffen tiefe Scores auf große Chancen. Auf einem der spielfreundlichsten Plätze der gesamten Tour entscheidet selten die Brechstange, sondern das Putten auf perfekten Greens – und genau das macht das Turnier zu einer verlässlichen Bühne für Durchbruchssieger und Open-Anwärter. Eine Analyse zu Platz, Favoriten, Quoten und dem, was diese Woche wirklich zählt.

Quick Facts: Das Wichtigste auf einen Blick

Turnier John Deere Classic 2026 (PGA Tour)
Datum 2. – 5. Juli 2026 (Do–So)
Ort TPC Deere Run, Silvis, Illinois (USA)
Par / Länge Par 71 / ca. 7.290 Yards
Preisgeld ca. 8 Mio. US-Dollar
FedExCup-Punkte (Sieger) 500
Titelverteidiger Brian Campbell
Turnierrekord 28 unter Par (Davis Thompson, 2024)
Status reguläres Event (kein Signature Event)
TV Deutschland MagentaTV (MS Golf 1 / 2)

Worum es geht: Der Sommer-Klassiker der Quad Cities

Der John Deere Classic wird seit 1971 ausgetragen – damals noch als Quad Cities Open – und hat sich zu einem der beliebtesten Sommer-Termine der PGA Tour entwickelt. John Deere ist nach AT&T der zweitlängste Titelsponsor der Tour. Als reguläres Event (kein Signature Event) bietet das Turnier ein offenes Feld und damit überdurchschnittlich viele Gelegenheiten für Durchbruchssieger und FedExCup-Anwärter, die noch um ihre Saison kämpfen. Hinzu kommt der karitative Charakter: Das „Birdies for Charity”-Programm macht den Deere zu einem der gemeinnützigsten Turniere im Profigolf.

Der Platz: Warum hier die Scores purzeln

TPC Deere Run ist das Gegenteil eines Major-Monsters – und genau das prägt die gesamte Woche. Wer das Turnier verstehen will, muss den Platz verstehen:

  • Breite Fairways: großzügige Landezonen, die den Driver entschärfen
  • Weiche Sommer-Greens: nehmen die Annäherungen an und belohnen aggressives Eisenspiel
  • Wenig Rough-Strafen: Fehler werden selten hart bestraft
  • Perfekte Greens: berühmt für ihre Reinheit – hier fallen Putts aus allen Lagen

Das Ergebnis ist ein verlässliches Birdie-Festival. Der Turnierrekord von 28 unter Par (Davis Thompson, 2024) zeigt, wohin die Reise geht. Titelverteidiger Brian Campbell brachte es auf den Punkt: Die Greens seien so rein, dass man Putts von überall lochen könne. Wer hier gewinnen will, muss früh tief gehen und darf nie verwalten.

Das Spielerprofil: Wer hier gewinnt

Aus dem Platzcharakter lässt sich ein klares Gewinnerprofil ableiten – ein echter Mehrwert für die Einschätzung:

  • Starke Putter: Auf den reinen Greens entscheidet der Putter über Sieg und Platz
  • Präzise Eisenspieler: Wer die Annäherungen dicht setzt, produziert die nötigen Birdie-Chancen
  • Mutige Angreifer: Wer defensiv spielt, wird vom Feld überrollt
  • Open-Vorbereiter: Spieler, die ihr Eisenspiel vor der Links-Woche schärfen wollen

Die jüngsten Sieger – Davis Thompson (2024), Sepp Straka (2023), J.T. Poston (2019) – passen alle in dieses Muster: früh tief, nichts verwalten, dem Putter vertrauen.

Die Favoriten im Detail

Jordan Spieth – der Topname mit Deere-Geschichte

Der zweimalige Deere-Champion ist das prominenteste Gesicht im Feld und bringt eine besondere Verbindung zu diesem Ort mit. Seinen ersten Sieg feierte er hier einst als 19-Jähriger mit einem legendären Bunker-Hole-out am 18. Loch; einen zweiten Titel holte er im Playoff. Spieth’ kreatives Spiel und sein Gefühl auf den Greens passen ideal zum Platzprofil.

  • Pro: zweimaliger Sieger, emotionale Bindung, exzellenter Putter auf reinen Greens
  • Contra: seine Form schwankte zuletzt – der ganz große Konstanz-Beweis steht aus

Brian Campbell – der Titelverteidiger

Der Vorjahressieger kehrt mit dem Selbstvertrauen des Champions zurück. Campbell, ein Absolvent der University of Illinois, kennt den Platz bestens und hat offen darüber gesprochen, wie gut sein Spiel – besonders die Annäherungen und das Putten – zu Deere Run passt. Er gewann hier im Playoff gegen Emiliano Grillo.

  • Pro: Titelverteidiger, perfekte Platzkenntnis, Spielstil passt zum Profil
  • Contra: durchwachsene Saison 2026 – muss die Form erst wieder finden

Die Verfolger & Durchbruchskandidaten

Das offene Feld macht den Reiz aus. J.T. Poston (Deere-Sieger 2022) und Davis Thompson (Rekordsieger 2024) kennen den Weg zum Erfolg. Ben Griffin, ein Top-40-Spieler der Weltrangliste, bringt Klasse mit. Und mit Jackson Koivun gibt einer der besten College-Golfer der Welt sein Profi-Debüt, frisch nach einem starken Auftritt bei der US Open – er führt eine ganze Generation junger Talente an, die hier ihren ersten Tour-Sieg suchen.

Quoten (Markteinordnung)

Spieler Tendenz
Jordan Spieth Topname / Mitfavorit
Ben Griffin formstarker Anwärter
Davis Thompson Rekordsieger, Platz liegt ihm
J.T. Poston früherer Sieger
Brian Campbell Titelverteidiger
Jackson Koivun spannender Debütant

Hinweis: Bei einem offenen 156-Spieler-Feld ohne dominanten Weltklasse-Favoriten liegen die Siegquoten der Spitzengruppe erfahrungsgemäß relativ nah beieinander und damit oft im zweistelligen Bereich. Eine seriöse Wahrscheinlichkeits-Umrechnung einzelner Spieler ist erst mit den finalen Kursen sinnvoll – wir ordnen daher qualitativ ein, statt Scheingenauigkeit über Prozentwerte vorzutäuschen.

Der Putter entscheidet

Der John Deere Classic ist kein Turnier für Krafttypen, sondern für Feinmechaniker. Auf einem Platz, der tiefe Scores geradezu einlädt, gewinnt selten der längste Schläger, sondern der heißeste Putter über vier Tage.

Mein Fazit nach Abwägung von Platzprofil, Form und Historie:

  • Der naheliegende Mitfavorit: Jordan Spieth. Seine Geschichte an diesem Ort, sein kreatives Spiel und sein Gefühl auf reinen Greens machen ihn zum logischen Topnamen – vorausgesetzt, der Putter läuft. Bei ihm ist Form das einzige echte Fragezeichen.
  • Der Value-Gedanke: In einem offenen Feld wie diesem liegt der Reiz oft nicht beim bekanntesten Namen, sondern bei einem formstarken Spieler, dem der Platz liegt. Davis Thompson (Rekordsieger) und der formstarke Ben Griffin passen exakt ins Gewinnerprofil und sind die spannenden Alternativen zum Favoriten.
  • Der Geheimtipp fürs Risiko: Mit Jackson Koivun steht ein Ausnahmetalent im Feld, das bei der US Open bereits andeutete, wie hoch sein Niveau ist. Ein Debüt-Sieg wäre eine Sensation – aber auf diesem spielfreundlichen Platz nicht ausgeschlossen.

In einem Satz: Jordan Spieth ist der emotionale Favorit mit der besten Deere-Geschichte, doch das offene Feld und der Birdie-freundliche Platz laden formstarke Anwärter wie Davis Thompson und Ben Griffin sowie mutige Newcomer geradezu zum Angriff ein – am Ende gewinnt der heißeste Putter.

So oder so verspricht das Birdie-Festival in den Quad Cities vier Tage mit ständiger Bewegung auf dem Leaderboard – und den letzten Fingerzeig vor der Reise zu The Open.

Quoten-Stand: 27.06.2026. Wettquoten unterliegen ständigen Schwankungen – bitte vor Wettabgabe beim jeweiligen Anbieter prüfen.

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