Den Auftakt des Irish-Derby-Festivals macht am Samstag eine der hochwertigsten Stutenprüfungen Europas. In der Paddy Power Pretty Polly Stakes trifft die strahlende Oaks-Siegerin der Dreijährigen auf die routinierte Garde der älteren Stuten – jung gegen erfahren, rohe Klasse gegen Rennhärte. Und wie beim Derby am Sonntag liefert der schnelle Curragh-Boden den entscheidenden Subtext.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Rennen | Paddy Power Pretty Polly Stakes (Gruppe 1) |
| Bahn | Curragh, County Kildare (Irland) |
| Datum | Samstag, 27. Juni 2026 |
| Anstoß | ca. 16:55 Uhr MESZ (15:55 Ortszeit) |
| Distanz | 1 Meile 2 Furlong (ca. 2.000 m) |
| Teilnahme | Stuten, 3-jährig & älter |
| Boden (erwartet) | Good to firm – schnell und trocken |
| Gewichte | 9 st (3-jährig), 9 st 12 lbs (4+) |
| Top-Rating im Feld | Thundering On (119) |
Worum es geht: Generationen-Duell auf Top-Niveau
Die Pretty Polly Stakes sind ein fester Pfeiler des Curragh-Festivals und zählen zu den besten Stutenrennen des europäischen Sommers. Die Distanz von rund 2.000 Metern verlangt die Mischung aus Tempo und Stehvermögen, die ein Feld dieser Klasse erst richtig spannend macht. Der besondere Reiz: Hier treffen die besten Dreijährigen auf die etablierten älteren Stuten – ein Formvergleich über die Generationen hinweg, der selten eindeutig ist.
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Die Strecke & der Boden: Warum das zählt
Wie beim Derby tags darauf ist die Bodenfrage zentral. Der Curragh präsentiert sich trocken und schnell:
- Good to firm, good in places – am Freitag vor dem Renntag bestätigt
- Temperaturen bis rund 26 °C, kaum Regen in Sicht
- Weite, faire Bahn ohne taktische Engpässe – ein ehrlicher Test
Auf schnellem Boden zählt sauberes Tempo und die Fähigkeit, die letzten Meter durchzustehen, ohne im weichen Grund zu „versacken”. Pferde mit echter Aktion und Speed sind hier im Vorteil.
Die historischen Trends: Was 12 Jahre verraten
Die Statistik der vergangenen zwölf Jahre liefert wertvolle Leitplanken – und eine Warnung an die Favoritin:
- Alter: 8 von 12 Siegerinnen waren 4 Jahre oder älter, nur 4 waren dreijährig
- Klasse: 10 von 12 hatten ein Rating von 108 oder höher
- Gruppe-Form: 9 von 12 hatten zuvor mindestens einen Sieg in einem Gruppe-1- bis Gruppe-3-Rennen
- Frische: 9 von 12 liefen ihr letztes Rennen innerhalb von 44 Tagen
Übersetzt heißt das: erfahrene, hoch geratete Stuten mit aktueller Gruppe-Form. Genau hier wird die Favoritin gemessen.
Die Favoritinnen im Detail
Thundering On – die Ausnahme-Dreijährige
Alles dreht sich um die Frankel-Tochter von Joseph O’Brien. Ihr Weg als Dreijährige ist fast makellos: knapper Zweiter beim Saisondebüt, dann Gruppe-3-Sieg in Navan, schließlich die dominante Oaks-Vorstellung in Epsom. Dort bat Jockey Dylan Browne McMonagle erst im letzten Furlong um Tempo – das Rennen war längst entschieden, der Siegabstand spiegelte ihre Überlegenheit kaum wider. Mit Rating 119 ist sie mit Abstand die Beste im Feld, und ihr Trainer hält die kürzere 2.000-Meter-Distanz hier sogar für noch günstiger als die Oaks-Distanz.
- Pro: klar höchstes Rating, dominante Form, Distanz laut Trainer ideal, schneller Boden kein Problem
- Contra: erst dreijährig – die Trends sprechen klar für die älteren Stuten; muss Oaks-Form bestätigen
Estrange – die formstarke Herausforderin
Die Cheveley-Park-Stud-Stute von David O’Meara ist die gefährlichste Gegnerin. Ihren einzigen Saisonstart entschied sie mit einem Gruppe-3-Sieg in Carlisle souverän für sich. Sie gilt als formstark und reiferes Pferd – bringt aber nur diesen einen Vorbereitungslauf mit und trifft hier auf ein deutlich höheres Niveau.
- Pro: erfahren, Gruppe-3-Siegerin, passt perfekt ins Trend-Profil der älteren Stuten
- Contra: nur ein Saisonstart, deutlicher Klassen-Sprung gegenüber Carlisle
Die Verfolgerinnen
- Nyra (J. O’Brien): zuletzt Zweite im Gruppe-3-Munster-Oaks in Cork; Stallgefährtin der Favoritin
- One Look: Curragh-erprobte Stute mit Klasse, aber schwankender Form
- Red Letter & Venetian Lace: solide Gruppe-Stuten, denen das Ausnahmeprofil der Spitze fehlt
Das Teilnehmerfeld & die Quoten
| Pferd | Trainer | Tendenz | Quote (ca.) |
|---|---|---|---|
| Thundering On | J. O’Brien | klare Favoritin | ~10/11 (1,9) |
| Estrange | D. O’Meara | erste Verfolgerin | ~11/4 (3,75) |
| One Look | – | Außenseiterin | ~8/1 (9,0) |
| Red Letter | – | Außenseiterin | ~10/1 (11,0) |
| Venetian Lace | – | Außenseiterin | ~10/1 (11,0) |
| Beautify | – | Außenseiterin | ~16/1 |
| Nyra | J. O’Brien | Außenseiterin | ~40/1 |
Markteinordnung, keine Live-Quoten – die Kurse ändern sich bis zum Start.
Was die Quoten in Wahrscheinlichkeiten bedeuten
Grobe Übersetzung in Siegchancen (vor Buchmacher-Marge):
- 10/11 Thundering On ≈ 52 % implizite Siegwahrscheinlichkeit
- 11/4 Estrange ≈ 27 %
- 8/1 One Look ≈ 11 %
- 10/1 Red Letter ≈ 9 %
Der Markt traut der Dreijährigen also mehr als jeder Trend-Statistik – ein klares Votum für außergewöhnliche Klasse über historische Muster.
Meine Einschätzung: Klasse gegen Statistik
Die Kernfrage lautet: Schlägt eine Dreijährige die routinierten älteren Stuten? Die Historie mahnt – zwei Drittel der jüngsten Siegerinnen waren vier oder älter. Doch Trends sind kein Naturgesetz, sondern Wahrscheinlichkeiten, und Thundering On ist kein gewöhnliches Pferd.
Mein Fazit nach Abwägung von Form, Rating, Boden und Trends:
- Beste Kandidatin: Thundering On. Ihr Rating von 119 hebt sie klar über das Feld, der schnelle Boden ist kein Hindernis, und ihr Gewichtsvorteil als Dreijährige (sie trägt deutlich weniger als die älteren Stuten) ist genau das Argument, mit dem Klassepferde die Alters-Statistik regelmäßig aushebeln.
- Die eine echte Gefahr: Estrange. Sie passt perfekt ins Trend-Profil, aber ein einziger Saisonstart gegen eine Oaks-Siegerin in dieser Verfassung ist eine schwere Hypothek.
- Für den Each-Way-Blick: One Look zu ~8/1, falls man gegen die Favoritin absichern will.
In einem Satz: Thundering On ist ein Rennen, das sie verlieren kann, aber nicht verlieren sollte – bestätigt sie ihre Epsom-Form, schlägt Klasse die Statistik.
Quoten-Stand: 27.06.2026. Wettquoten unterliegen ständigen Schwankungen – bitte vor Wettabgabe beim jeweiligen Anbieter prüfen.
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