Jan Rademeister
| veröffentlicht am: 27.06.26
geprüft von Thoralf Müller | 6 Min. Lesezeit

Formel 1 2026: Rennkalender, Favoriten & WM-Quoten

Formel 1 2026: Rennkalender, Favoriten & WM-Quoten

16 Rennen, acht Strecken, ein Titelkampf, der enger kaum sein könnte: Die DTM-Saison 2026 liefert nach dem ersten Drittel ein Bild, das vor Saisonstart kaum jemand so erwartet hätte. Dieser Überblick zeigt den kompletten Rennkalender, die Favoriten, eine Markteinordnung der Titelchancen und eine ehrliche Einschätzung, wohin die Saison läuft.

RennkalenderFavoritenTitel-QuotenEinschätzungFree-TV

Quick Facts: Die Saison 2026 auf einen Blick

  • 16 Rennen an acht Wochenenden, Auftakt erstmals in Spielberg, Finale traditionell in Hockenheim.
  • Nach Runde 3 trennt die Top 3 nur ein einziger Punkt – so eng war die DTM lange nicht.
  • Matteo Cairoli (Ferrari) führt überraschend, dahinter das Mercedes-Duo Engel/Auer.
  • Übertragung komplett im Free-TV bei ProSieben und gratis im Stream über JOYN.
  • Neu 2026: ein exklusiver Pirelli-Einheitsreifen sorgt für zusätzliche Strategie-Würze.

Der DTM-Rennkalender 2026 im Überblick

Die DTM 2026 umfasst acht Rennwochenenden mit jeweils zwei Wertungsläufen – macht 16 Rennen. Erstmals fiel der Startschuss nicht in Deutschland, sondern auf dem Red Bull Ring in Österreich, ehe es über Zandvoort in den Niederlanden zurück auf heimische Strecken ging. Den Abschluss bildet wie gewohnt das Finale in Hockenheim. Die folgende Tabelle zeigt alle Termine; bereits gefahrene Wochenenden sind als „gelaufen” markiert.

DTM-Saison 2026: alle acht Rennwochenenden (je zwei Rennen).
Lauf Strecke Land Termin Status
1 Red Bull Ring (Spielberg) Österreich 24.–26. April gelaufen
2 Circuit Zandvoort Niederlande 22.–24. Mai gelaufen
3 Dekra Lausitzring Deutschland 19.–21. Juni gelaufen
4 Norisring (Nürnberg) Deutschland 3.–5. Juli als Nächstes
5 Motorsport Arena Oschersleben Deutschland 24.–26. Juli offen
6 Nürburgring Deutschland 14.–16. August offen
7 Sachsenring Deutschland 11.–13. September offen
8 Hockenheimring (Finale) Deutschland 9.–11. Oktober offen

Die Renntage sind jeweils Samstag und Sonntag, gestartet wird traditionell am frühen Nachmittag. Der Freitag dient Training und Qualifying. Mit dem Norisring beginnt nun der reine Deutschland-Block, der die Saison bis zum Finale trägt.

Der Reiz des Kalenders liegt in seiner Vielfalt. Der Auftakt am Red Bull Ring ist ein schneller, fließender Kurs mit Bergauf- und Bergabpassagen, auf dem Topspeed und Bremsstabilität zählen. Zandvoort an der niederländischen Küste fordert mit seinen Steilkurven und Bodenwellen Mensch und Material gleichermaßen. Der Lausitzring ist ein klassischer Grand-Prix-Kurs mit langer Geraden und engen Kombinationen. Dann folgt mit dem Norisring der einzige reine Stadtkurs der Serie – kurz, eng, gnadenlos. Oschersleben und der Sachsenring sind technische, kurvige Strecken, auf denen Linienwahl und Rhythmus entscheiden, während der Nürburgring mit seiner anspruchsvollen Streckenführung und oft wechselhaftem Wetter für Überraschungen sorgt. Das Finale in Hockenheim mit seinen langen Geraden und dem berühmten Motodrom ist traditionell die große Bühne für die Titelentscheidung. Diese Mischung sorgt dafür, dass kein Fahrer und keine Marke auf allen Strecken gleich stark ist – ein wichtiger Faktor im Kampf um die Meisterschaft.

Übertragung: Wo läuft die DTM 2026?

Erfreulich für alle Fans: Die DTM ist eine der wenigen großen Motorsport-Serien, die komplett im Free-TV zu sehen ist. ProSieben überträgt alle 16 Rennen am Samstag und Sonntag kostenlos und exklusiv im deutschen Fernsehen. Wer lieber streamt, nutzt den ebenfalls kostenlosen Livestream über JOYN bzw. die ran-Plattform, dazu kommen der DTM-eigene Stream und der YouTube-Kanal der Serie. Durch die Sendungen führen Andrea Kaiser, Matthias Killing und Mike Stiefelhagen, als Experten sind unter anderem Maximilian Götz und Mike Rockenfeller im Einsatz; kommentiert wird von Tobias Schimon.

Der Titelkampf nach einem Saisondrittel

Nach drei von acht Wochenenden präsentiert sich die Meisterschaft so ausgeglichen wie selten. Überraschend hat sich Rookie Matteo Cairoli im Emil-Frey-Ferrari mit zwei Saisonsiegen an die Spitze gesetzt – dicht gefolgt vom Mercedes-Duo Maro Engel und Lucas Auer, das die ersten Rennen dominiert hatte. Dahinter lauert mit Marco Wittmann ein zweimaliger Champion in Schlagdistanz. Der entscheidende Punkt: An der Spitze ist alles offen.

Fahrerwertung nach Runde 3 (Lausitzring) – die Spitze.
Pos. Fahrer Marke Punkte
1 Matteo Cairoli Ferrari 78
2 Maro Engel Mercedes-AMG 77
3 Lucas Auer Mercedes-AMG 77
4 Marco Wittmann BMW 71
5 Ben Dörr McLaren 67
6 Thomas Preining Porsche ~58
Merke:Nur ein einziger Punkt trennt die führenden drei Fahrer – und sechs Piloten liegen innerhalb von 17 Zählern. Eine engere DTM-Spitze hat es lange nicht gegeben.

Das Markenduell: breiter als je zuvor

Was die DTM 2026 zusätzlich aufwertet, ist die Vielfalt der Hersteller an der Spitze. Mercedes-AMG stellt mit Engel, Auer und Jules Gounon die personell stärkste Speerspitze und führt entsprechend die Markenwertung an. BMW setzt auf das Schubert-Duo Wittmann und Kelvin van der Linde und ist auf den kurvigen Kursen gefährlich. Ferrari ist dank Cairoli und Emil Frey Racing der Senkrechtstarter der Saison – ein Name, der vor wenigen Monaten kaum auf der Favoritenliste stand. Dazu kommen Porsche mit dem früheren Champion Thomas Preining und Ricardo Feller bei Manthey, Lamborghini mit dem neuen Temerario GT3, das von Wochenende zu Wochenende konkurrenzfähiger wird, sowie McLaren, das mit dem jungen Ben Dörr für einen der emotionalsten Momente der Saison sorgte. Selbst Ford feierte am Lausitzring mit Finn Wiebelhaus das erste Podium der Marke in der DTM seit 37 Jahren. Diese Bandbreite – sieben schlagkräftige Marken – macht das Feld unberechenbar und sorgt dafür, dass an jedem Wochenende ein anderer Name ganz vorne stehen kann.

Die Favoriten auf den Titel

Wer holt am Ende die Krone? Aus dem bisherigen Saisonverlauf kristallisiert sich ein enger Favoritenkreis heraus – mit unterschiedlichen Stärken.

Maro Engel & Lucas Auer (Mercedes-AMG)

Das Mercedes-Duo verkörpert Konstanz. Engel führte die Tabelle nach den ersten beiden Wochenenden mit beeindruckender Punkteausbeute an, Auer ist ihm wie ein Schatten gefolgt. Beide haben das Auto, die Erfahrung und ein starkes Team im Rücken. Ihr einziges „Problem”: Sie nehmen sich gegenseitig Punkte weg – ein teaminternes Duell, das einem dritten Lacher in die Karten spielen könnte.

Matteo Cairoli (Ferrari)

Die Geschichte der Saison. Der Neueinsteiger im Emil-Frey-Ferrari hat mit zwei Siegen in Zandvoort und am Lausitzring nicht nur gewonnen, sondern sich auch als bislang einziger Mehrfachsieger an die Spitze gesetzt. Ob er die Konstanz über eine volle Saison halten kann, ist die große Frage – aber sein Speed ist real.

Marco Wittmann (BMW)

Der Routinier und zweimalige Champion ist immer da, wenn es zählt. Mit dem Norisring kommt nun sein Heimrennen, auf dem er 2018 seinen emotionalsten Sieg feierte. Wittmann ist der Mann für die großen Momente – und in einem so engen Jahr kann Erfahrung den Unterschied machen.

Die Verfolger: Preining, Dörr & Co.

Dahinter lauert eine ganze Gruppe, die bei einer kleinen Schwächephase der Spitze sofort zur Stelle wäre. Thomas Preining, DTM-Champion von 2023, hat im Manthey-Porsche das Auftaktrennen in Spielberg gewonnen und braucht nur eine Siegesserie, um wieder voll im Titelkampf zu stehen. Ben Dörr, mit 21 Jahren einer der jüngsten Piloten im Feld, hat am Lausitzring seinen ersten DTM-Sieg geerbt und mit Rang fünf in der Gesamtwertung bewiesen, dass er keine Eintagsfliege ist. Auch Kelvin van der Linde und Ferrari-Pilot Thierry Vermeulen mischen vorne mit. In dieser Saison reicht ein einziges starkes Wochenende, um den Spieß komplett umzudrehen – das macht die Verfolgerrolle so gefährlich.

Titel-Quoten 2026: die Markteinordnung

Konkrete, belastbare Meister-Quoten sind in einer derart offenen Saison Mangelware und ändern sich von Wochenende zu Wochenende drastisch. Die folgenden Werte sind daher ausdrücklich als grobe Marktschätzung zu verstehen, abgeleitet aus dem aktuellen Punktestand und der Formkurve – keine fixen Anbieterquoten. Sie zeigen vor allem eines: wie offen dieses Titelrennen ist.

Abgeleitete Titel-Tendenz (Marktschätzung, kein fixer Anbieterwert).
Fahrer Tendenz Einordnung
Maro Engel Mitfavorit Konstanz-Kandidat Nr. 1
Lucas Auer Mitfavorit punktgleich, lauert
Matteo Cairoli Top-Tendenz Speed ja, Konstanz offen
Marco Wittmann erster Verfolger Erfahrung & Heimrennen
Thomas Preining Außenseiter Ex-Champion, braucht Lauf
Ben Dörr Geheimtipp Rookie im Aufwind

Quoten-Stand: 27.06.2026. Wettquoten unterliegen ständigen Schwankungen – bitte vor Wettabgabe beim jeweiligen Anbieter prüfen.

Einschätzung: Wohin läuft die Saison 2026?

Meine Sicht nach einem Saisondrittel: Diese DTM ist ein Krimi mit offenem Ausgang – und genau das macht sie so sehenswert. Der neue Pirelli-Einheitsreifen hat das Feld zusammengeschoben und die Strategie aufgewertet; kleine Fehler in der Abstimmung oder beim Reifenmanagement entscheiden inzwischen über Siege. Das erklärt, warum schon sechs verschiedene Fahrer ganz vorne mitmischten.

Tendenziell traue ich dem Mercedes-Duo über die Distanz am meisten zu, weil Konstanz in einer 16-Rennen-Saison schwerer wiegt als einzelne Glanzleistungen. Engel und Auer punkten fast immer – das ist die Währung, die am Ende zählt. Cairolis Speed ist beeindruckend, aber Rookies fehlt traditionell die Erfahrung im zähen Mittelteil einer Saison; hält er sein Niveau, ist er der Titelfavorit, lässt er nach, fällt er schnell zurück. Wittmann bleibt der Joker: Wenn ein Routinier in einem so engen Jahr eine Serie startet, kann er jeden überholen – und mit Norisring, Nürburgring und Sachsenring warten gleich mehrere Strecken, die ihm liegen.

Die wahrscheinlichste Prognose: ein Titelkampf, der erst in Hockenheim entschieden wird, mit drei bis vier Fahrern, die bis zum Finale realistische Chancen behalten. Wer Motorsport mit echter Spannung mag, sollte ab dem Norisring keine Folge verpassen.