Jan Rademeister
| veröffentlicht am: 27.06.26 (aktualisiert: 27.06.26)
geprüft von Thoralf Müller | 3 Min. Lesezeit

Wimbledon 2026: Wer gewinnt den Rasen-Klassiker? Favoriten und Prognose

Wimbledon 2026: Wer gewinnt den Rasen-Klassiker? Favoriten und Prognose

Vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 ruft zum 139. Mal der „heilige Rasen”: Im All England Lawn Tennis Club in London wird das einzige Grand-Slam-Turnier auf Gras ausgetragen. Die Frage, die die Tenniswelt umtreibt: Wer folgt auf der Siegerliste – und kann jemand Titelverteidiger Jannik Sinner stoppen? Wir ordnen die Favoritenlage ein, beleuchten die deutschen Hoffnungen und werfen einen Blick darauf, was die Buchmacher den Topspielern zutrauen.

Jannik Sinner: der klare Topfavorit

Jannik Sinner
Jannik Sinner

Vor dem Turnierstart richtet sich der Blick vor allem auf einen Mann: Jannik Sinner. Der Italiener geht als Titelverteidiger und Weltranglistenerster in das prestigeträchtigste Rasenturnier des Jahres – und die Buchmacher sehen ihn mit großem Abstand vorn. Seine Siegquote liegt bei rund 1,45 bis 1,57, was einer eingepreisten Titelchance von über 60 Prozent entspricht.

Sinners Favoritenrolle wird durch eine gewichtige Absage zusätzlich gestützt: Carlos Alcaraz, der Wimbledon 2023 und 2024 gewann und zuletzt das Londoner Grün dominierte, fehlt wegen einer Handgelenksverletzung. Damit fällt Sinners gefährlichster Rivale weg – auf dem Papier führt an ihm kaum ein Weg vorbei. Nach seinem ersten Wimbledon-Triumph im Vorjahr hat er sich auch auf Rasen als einer der stärksten Spieler der Tour etabliert.

Djokovic und Zverev: die ersten Verfolger

Djokovic

Hinter Sinner folgt mit Novak Djokovic ein Mann mit einzigartiger Erfahrung. Der siebenmalige Wimbledon-Champion gehört trotz seiner 39 Jahre weiter zum engsten Favoritenkreis und wird mit einer Quote um 4,70 bis 6,00 gehandelt. Niemand weiß besser, wie man auf dem Centre Court große Matches gewinnt – ein achter Titel würde ihn mit Rekordsieger Roger Federer gleichziehen lassen.

Größte deutsche Hoffnung ist Alexander Zverev. Der frischgebackene French-Open-Champion reist als Nummer zwei der Setzliste an und kommt mit Rückenwind. Allerdings bleiben Zweifel an seiner Rasen-Bilanz: Sein bestes Wimbledon-Ergebnis ist bislang das Achtelfinale. Entsprechend fällt seine Titelquote mit rund 8,00 bis 10,0 deutlich höher aus – Zverev selbst bezeichnete sich zuletzt „kein Favorit”.

Alexander Zverev (GER) plays in his men’s singles semi-final match against Jannik Sinner (ITA) on day six of the Paris ATP Masters 1000 tennis tournament at the Paris La Défense Arena in Nanterre, on the outskirts of Paris. (Photo by Ibrahim Ezzat/NurPhoto) (Photo by Ibrahim Ezzat / NurPhoto via AFP)

Das Verfolgerfeld: Wer für eine Überraschung gut ist

Hinter dem Spitzentrio lauert ein breites Feld gefährlicher Spieler. Aus den USA empfahlen sich gleich mehrere mit starker Rasen-Form: Taylor Fritz (Finale in Stuttgart und Halle), Ben Shelton (Titel in Stuttgart) und Frances Tiafoe (Titel in Halle). Dazu kommen Alex de Minaur und Tommy Paul, die in den Vorbereitungsturnieren Endspiele erreichten.

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Aus italienischer Sicht gibt es neben Sinner weitere Anwärter, die sich ins Turnier hineinspielen könnten: Flavio Cobolli, Lorenzo Musetti, Luciano Darderi und Rasen-Spezialist Matteo Berrettini. Als möglicher Geheimtipp gilt der Argentinier Francisco Cerúndolo, der zuletzt das Rasenturnier im Queen’s Club gewann.

Die Top der Setzliste im Überblick

Die Wimbledon-Setzliste 2026 wird von den Topspielern der ATP-Weltrangliste angeführt. Die ersten Plätze:

Setzplatz Spieler
1 Jannik Sinner (ITA)
2 Alexander Zverev (GER)
3 Felix Auger-Aliassime (CAN)
4 Ben Shelton (USA)
5 Alex de Minaur (AUS)
6 Taylor Fritz (USA)
7 Novak Djokovic (SRB)
8 Daniil Medvedev (RUS)

Die Sieger-Quoten im Überblick

Die Quoten der Buchmacher liefern eine Orientierung, wie das Teilnehmerfeld eingeschätzt wird – sie sind keine Prognose, sondern spiegeln die vom Markt erwarteten Wahrscheinlichkeiten. Je niedriger die Quote, desto höher die eingepreiste Titelchance.

Spieler Sieg-Quote (ca.)
Jannik Sinner ~1,50
Novak Djokovic ~5,00
Alexander Zverev ~9,00
Taylor Fritz ~17,0
Ben Shelton ~21,0
Jack Draper ~26,0
Jakub Menšík ~26,0
Daniil Medvedev ~35,0

Quoten-Stand: 27.06.2026. Angaben ohne Gewähr. Wettquoten unterliegen ständigen Schwankungen.

Wo Wimbledon 2026 läuft

Tennis-Fans in Deutschland müssen sich auf eine besondere Situation einstellen: Das gesamte Turnier wird hierzulande exklusiv bei Prime Video übertragen. Ein klassisches Free-TV-Angebot für die Live-Matches gibt es nicht. Auch in Österreich liegen die Rechte bei Prime Video. Das Hauptfeld startet am Montag, 29. Juni; das Herrenfinale steigt am Sonntag, 12. Juli.

Sinner gegen den Rest – ein Turnier mit klarer Hierarchie

Selten war die Favoritenlage bei einem Grand Slam so eindeutig: Mit dem Ausfall von Alcaraz und einer überzeugenden eigenen Form geht Jannik Sinner als haushoher Favorit ins Turnier. Die spannendste Frage ist daher weniger, ob ihn jemand schlägt, sondern wer es überhaupt versuchen kann – Djokovics Erfahrung und Zverevs aktuelle Form sprechen für dieses Duo als erste Herausforderer. Dahinter ist das Feld offen genug, dass ein formstarker Außenseiter für eine Überraschung sorgen könnte. Für ein wirklich spannendes Turnier müsste die Konkurrenz den Titelverteidiger aber früher fordern, als es die Quoten derzeit erwarten lassen.


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