In der Frankfurter Gerüchteküche brodelt es gewaltig – und der Dampf kommt direkt aus dem Deutsche-Bank-Park. Es ist ein offenes Geheimnis, das eigentlich keines mehr ist: Albert Riera wird am kommenden Samstag beim Saisonfinale gegen den VfB Stuttgart zum letzten Mal auf der Trainerbank der Eintracht Platz nehmen. Die Ära des Spaniers, die erst im Februar mit großen Hoffnungen begann, endet als krachendes Missverständnis.
Doch während die letzten 90 Minuten unter Riera noch ausstehen, läuft im Hintergrund bereits die Operation “Neuanfang”. Und ein Name überstrahlt dabei alles: Domenico Tedesco.
Das Riera-Aus: Ein Missverständnis mit Ansage
Dass Riera seinen Hut nehmen muss, überrascht in der Mainmetropole niemanden mehr. Der stolze Spanier hat es in Rekordzeit geschafft, fast alle Brücken einzureißen. Sportlich ist die Bilanz bei der SGE erschreckend dünn, die internationalen Plätze sind in akuter Gefahr, und die Abwehr präsentiert sich löchriger als ein Schweizer Käse.
Doch viel schwerwiegender wiegt das zwischenmenschliche Desaster. Riera hat sich mit der Mannschaft zerstritten, die Kabine scheint verloren. Auch die Medienvertreter, die in Frankfurt traditionell nah dran sind, bekamen die Arroganz des Trainers zu spüren. Das Tischtuch ist nicht nur zerrissen – es ist zerschnitten und verbrannt.
Die Spur führt zu Tedesco: Kontakt bereits aufgenommen?
Wer flickt nun das Frankfurter Herz? Nach Informationen aus dem engsten Vereinsumfeld und von gut vernetzten Insidern haben die Hessen ihre Fühler bereits weit ausgestreckt. Die Spur führt demnach direkt zu Domenico Tedesco. Es heißt, es habe bereits eine erste Kontaktaufnahme gegeben, um die Bereitschaft des 40-Jährigen abzuklopfen.
Tedesco ist derzeit auf dem Markt, nachdem sein Engagement bei Fenerbahce Istanbul erst vor wenigen Tagen nach dem Derby-Debakel gegen Galatasaray endete. Dass er die Bundesliga in- und auswendig kennt, ist sein größtes Pfund. Seine Vizemeisterschaft mit Schalke 04 und der Pokalsieg mit RB Leipzig haben seinen Ruf als taktisches Genie und exzellenter Fachmann zementiert.
Der “Alles-Könner” als Frankfurter Heilsbringer?
Tedesco gilt als die Ideallösung für die Eintracht. Warum? Er ist ein polyglotter Fußballlehrer, der mehrere Sprachen fließend spricht – ein unschätzbarer Vorteil im internationalen Kader der Frankfurter.
Zudem ist er als glänzender Rhetoriker bekannt, der es versteht, ein emotionales Umfeld wie das in Frankfurt mitzunehmen. Er ist kein unterkühlter Taktik-Nerd, sondern ein Motivator, der die “Eintracht-DNA” aus Leidenschaft und Disziplin verkörpern könnte.
Jaissle und Neestrup: Nur die B-Lösung?
Natürlich fallen in der Führungsetage um Markus Krösche auch andere Namen. Matthias Jaissle, der aktuell bei Al-Ahli in Saudi-Arabien unter Vertrag steht, wird immer wieder genannt. Er steht für modernen, aggressiven Pressing-Fußball, doch eine Rückkehr aus der Wüste nach Frankfurt gilt als finanziell und vertraglich kompliziert.
Auch Jacob Neestrup, der zuletzt beim FC Kopenhagen für Furore sorgte, steht auf der Liste. Doch Neestrup fehlt die Bundesliga-Erfahrung, die Tedesco im Überfluss mitbringt.
Fast alles spricht für Tedesco
In Frankfurt deutet derzeit alles auf eine “große Lösung” hin. Die Fans lechzen nach Stabilität und einem Trainer, der nicht nur eine klare Idee hat, sondern diese auch vermitteln kann. Domenico Tedesco ist hungrig darauf, seinen jüngsten Rückschlag in der Türkei vergessen zu machen.
Wenn die Signale aus dem Herzen des Vereins stimmen, könnte die offizielle Verkündung schneller kommen, als mancher nach dem Riera-Beben vermutet hätte. Das Saisonfinale am Samstag ist für Riera nur noch ein Abschied auf Raten – die Zukunft der Eintracht scheint bereits italienisch-deutsch geprägt zu sein.

