| veröffentlicht am: 06.05.26 (aktualisiert: 06.05.26)
3 Min. Lesezeit

Nach dem Skandal: Was macht eigentlich Stefan Kuntz aktuell?

Nach dem Skandal: Was macht eigentlich Stefan Kuntz aktuell?

Monatelang war es still geworden um Stefan Kuntz. Nach seinem abrupten Aus beim Hamburger SV verschwand der frühere Europameister praktisch komplett aus der Öffentlichkeit. Keine Interviews, keine Auftritte, kein Lebenszeichen im Fußballgeschäft.

Jetzt ist der 63-Jährige erstmals wieder aufgetaucht – doch seine Zukunft im Profifußball wirkt düsterer denn je.

Stefan Kuntz und der tiefe Fall beim HSV

Noch im Sommer 2025 war Kuntz das Gesicht des HSV-Comebacks. Als Sportvorstand hatte er den Traditionsklub zurück in die Bundesliga geführt – nach Jahren der Zweitklassigkeit.

Doch wenige Monate später folgte der Absturz. Offiziell wurde sein Abschied Ende Dezember 2025 zunächst mit „familiären Gründen“ erklärt. Hinter den Kulissen entwickelte sich jedoch ein handfester Skandal.

Mehrere Mitarbeiterinnen erhoben schwere Vorwürfe, die intern untersucht und als glaubhaft eingestuft wurden. Dabei ging es laut Berichten um sexuelle Belästigung und unangemessenes Verhalten.

Die Konsequenz: Trennung mit sofortiger Wirkung – ohne großes öffentliches Statement, aber mit enormer Sprengkraft.

Juristische Auseinandersetzungen laufen weiter

Kuntz selbst weist die Vorwürfe bis heute zurück. Er spricht von falschen Anschuldigungen und hat juristische Schritte eingeleitet.

Nach Medienberichten erstattete er unter anderem Anzeige und ging gegen die Darstellung seiner Person vor. Gleichzeitig blieb vieles im Unklaren: Aussagen stehen gegen Aussagen, ein klassisches „Zwei-Wahrheiten“-Szenario, das den Fall zusätzlich kompliziert macht.

Klar ist: Der Konflikt ist längst nicht vollständig aufgearbeitet – weder juristisch noch öffentlich.

Komplett abgetaucht – bis jetzt

Nach seinem Aus zog sich Kuntz vollständig zurück. Keine Medienauftritte, keine neue Funktion, kein Engagement im Fußball. Für einen Mann, der zuvor jahrzehntelang präsent war – als Spieler, Trainer und Funktionär – ein bemerkenswerter Schritt.

Erst jetzt ist er wieder vereinzelt in der Öffentlichkeit gesichtet worden. Laut Berichten und eigenen Postings in Social Media verbringt Kuntz aktuell viel Zeit privat, unter anderem bei Reisen und Freizeitaktivitäten wie Golf. Man sah ihn auf einer Jubiläumsveranstaltung beim Karlsruher SC und einer Trainerfortbildung in England.

Ein echtes Comeback wirkt das allerdings nicht – eher ein vorsichtiges Wiederauftauchen nach Monaten im Schatten.

Im Profifußball wohl verbrannt

Die entscheidende Frage lautet: Hat Stefan Kuntz überhaupt noch eine Zukunft im Profifußball?

Die Antwort fällt ernüchternd aus. Die Vorwürfe wiegen schwer, unabhängig von einer juristischen Bewertung. Gerade in einer Branche, die zunehmend sensibel auf Themen wie Machtmissbrauch und Grenzüberschreitungen reagiert, ist der Imageschaden enorm.

Der HSV setzte mit der schnellen Trennung ein klares Signal. Auch die öffentliche Reaktion – etwa Solidaritätsbekundungen mit betroffenen Mitarbeiterinnen – zeigt, wie deutlich sich das Umfeld positioniert hat.

Für potenzielle Arbeitgeber ist das Risiko hoch. Kaum ein Klub dürfte bereit sein, eine derart belastete Personalie zu verantworten.

Kein Weg zurück auf die große Bühne?

Kuntz war über Jahre eine feste Größe im deutschen Fußball: Europameister 1996 als Spieler, später erfolgreicher U21-Nationaltrainer und zuletzt Bundesliga-Manager. Doch der Fall HSV könnte einen endgültigen Bruch markieren. Anders als bei rein sportlichem Misserfolg gibt es hier kein einfaches „zweite Chance“-Narrativ.

Selbst wenn juristisch keine Schuld festgestellt werden sollte, bleibt der Makel bestehen – und damit auch die Skepsis der Öffentlichkeit und möglicher Arbeitgeber.

Kuntz: Ein Name ohne Perspektive?

Stefan Kuntz ist zurück – zumindest sichtbar. Doch seine Rückkehr in den Profifußball erscheint aktuell kaum vorstellbar.

Der Skandal beim HSV hat tiefe Spuren hinterlassen. Die laufenden juristischen Auseinandersetzungen, die ungeklärte Faktenlage und vor allem der massive Imageschaden machen ein Comeback extrem schwierig.

Was bleibt, ist ein einst großer Name im deutschen Fußball – dessen Zukunft derzeit außerhalb der großen Bühne liegt.