Jan Rademeister
| veröffentlicht am: 12.09.26 (aktualisiert: 12.09.26)
geprüft von Thoralf Müller | 4 Min. Lesezeit

WTA Guadalajara 2026: Favoritinnen, Höhenluft und eine Titelverteidigerin mit Rekordstatus

WTA Guadalajara 2026: Favoritinnen, Höhenluft und eine Titelverteidigerin mit Rekordstatus

Direkt nach den US Open zieht die WTA-Tour weiter nach Mexiko: Vom 13. bis 19. September wird in Zapopan bei Guadalajara das WTA-500-Turnier ausgetragen – auf über 1.500 Metern Höhe und damit unter Bedingungen, die das Kräfteverhältnis regelmäßig verzerren. Marta Kostyuk führt die Setzliste an, Titelverteidigerin Iva Jovic ist zurück. Wir ordnen Feld, Bedingungen und Favoritinnen ein.

Letzte Aktualisierung: 12. September 2026

Die Eckdaten

Turnier Guadalajara Open presentado por Santander
Kategorie WTA 500
Belag Hartplatz (outdoor)
Zeitraum 13. bis 19. September 2026
Ort Centro Panamericano de Tenis, Zapopan (Großraum Guadalajara), Mexiko
Hauptfeld 28 Spielerinnen im Einzel, 16 Doppelpaarungen
Auflage 5.
Titelverteidigerin Iva Jovic
Topgesetzte Marta Kostyuk
TV Deutschland Sky Sport Tennis, WOW

Die Höhenlage ist der eigentliche Gegner

Der Centro Panamericano de Tenis liegt auf gut 1.500 Metern über dem Meer. Die dünnere Luft beschleunigt den Ball spürbar, lässt ihn höher abspringen und verkürzt die Reaktionszeit – ein Belag, der nominell „Hartplatz” heißt, sich aber deutlich schneller spielt als etwa Flushing Meadows. Aufschlagstarke Spielerinnen gewinnen dadurch billige Punkte, während Rückschlagspezialistinnen und Läuferinnen Substanz verlieren.

Für die Turnierprognose ist das entscheidender als die Setzliste. Wer aus New York direkt anreist, hat zusätzlich das Umstellungsproblem: Flugreise, acht Stunden Zeitverschiebung und Höhenanpassung innerhalb weniger Tage. Erfahrungsgemäß profitieren davon Spielerinnen, die früh in New York ausgeschieden sind und bereits mehrere Trainingstage vor Ort hatten – ein Faktor, der in den ersten beiden Runden regelmäßig für Überraschungen sorgt.

Ein zweiter Punkt zur Einordnung: Guadalajara war 2022 und 2023 ein WTA-1000-Turnier und wurde 2024 auf WTA 500 herabgestuft. Das kleine Feld von nur 28 Spielerinnen bedeutet Freilose für die vier topgesetzten Namen – ein handfester Vorteil in einer Woche, in der Frische wichtiger ist als Rhythmus.

Wer nicht dabei ist

Die absolute Weltspitze fehlt. Die Finalistinnen und Halbfinalistinnen der US Open reisen nicht nach Mexiko weiter, entsprechend beginnt die Setzliste erst bei Weltranglistenplatz elf. Das ist keine Absagenwelle im klassischen Sinn, sondern die Folge des Kalenders: Zwischen dem letzten Grand Slam und der asiatischen Hartplatzserie legen die Topspielerinnen traditionell eine Pause ein. Für das Turnier heißt das ein offenes Tableau ohne dominierende Favoritin.

Die Favoritinnen im Überblick

Marta Kostyuk geht als Nummer eins der Setzliste ins Turnier. Die Ukrainerin ist die bestplatzierte Spielerin im Feld und bringt mit ihrem flachen, aggressiven Grundlinienspiel genau das Profil mit, das die Höhenlage belohnt. Ihre Schwäche bleibt die Konstanz über eine ganze Turnierwoche – in einem 28er-Feld mit Freilos ist das aber leichter zu managen als bei einem großen Event.

Iva Jovic kehrt als Titelverteidigerin zurück und ist die Geschichte des Turniers. Die US-Amerikanerin gewann hier 2025 ihren ersten Tour-Titel und war damit die jüngste WTA-500-Siegerin seit Martina Hingis 1998 sowie die jüngste US-Amerikanerin mit einem Tour-Titel seit Coco Gauff 2021. Sie ist inzwischen an Position zwei gesetzt und kennt die Bedingungen – der doppelte Vorteil aus Ortskenntnis und Selbstvertrauen wiegt bei diesem Belag schwer. Zu verteidigen hat sie allerdings auch die vollen 500 Punkte.

Anna Kalinskaya ist als Nummer drei die Wundertüte des Feldes. Wenn ihr Timing stimmt, schlägt sie auf diesem Belag jede Gegnerin; ihre Saisonbilanz schwankt jedoch stark. Sára Bejlek (Nummer vier) und Diane Parry (Nummer fünf) stehen für die kompaktere Variante: solide Aufschlagspiele, wenig Fehler, aber weniger Endgeschwindigkeit für die dünne Luft.

Interessanter ist die zweite Reihe. Janice Tjen aus Indonesien ist der Aufsteigerin-Name der Saison und an sechs gesetzt. Cristina Bucșa bringt Variabilität mit, die auf schnellem Grund oft unterschätzt wird. Und Magdalena Fręch hat dieses Turnier 2024 bereits gewonnen – die Polin ist an acht gesetzt und damit die einzige weitere frühere Siegerin im Feld.

Im Doppel sind Alexandra Panova und Erin Routliffe topgesetzt, dahinter folgen Tang Qianhui/Xu Yifan sowie mit Giuliana Olmos an der Seite von Asia Muhammad die mexikanische Lokalmatadorin.

Die Turniersieg-Quoten

Ohne die Weltspitze fällt das Quotenbild flach aus: Es gibt keine Favoritin unter 4,00, dafür acht bis zehn Spielerinnen mit realistischer Titelchance. Value liegt in diesem Turnier erfahrungsgemäß weniger beim Außenseiter-Coup als bei den Spielerinnen mit Vorwoche in Mexiko oder früherer Guadalajara-Erfahrung.

Spielerin Setzung Turniersieg-Quote (ca.) Buchmacher
Marta Kostyuk 1 4,50 – 5,00 Interwetten / Tipico
Iva Jovic 2 5,50 – 6,00 Betlabel / Betista
Anna Kalinskaya 3 6,50 – 7,00 Interwetten
Sára Bejlek 4 9,00 – 10,00 Tipico
Diane Parry 5 11,00 – 13,00 Betlabel
Janice Tjen 6 13,00 – 15,00 Betista
Cristina Bucșa 7 15,00 – 18,00 Interwetten
Magdalena Fręch 8 15,00 – 18,00 Tipico

 

Quoten-Stand: 12. September 2026. Wettquoten unterliegen ständigen Schwankungen – bitte vor Wettabgabe beim jeweiligen Anbieter prüfen.


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