| veröffentlicht am: 06.05.26
2 Min. Lesezeit

WM 2026: Niemand bucht die Hotels in den USA!

WM 2026: Niemand bucht die Hotels in den USA!

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 sollte für die Gastgeber in den USA eigentlich ein wirtschaftlicher Volltreffer werden. Rekordturnier, Millionen Fans, ausgebuchte Hotels – so zumindest die Erwartung. Doch wenige Wochen vor dem Start zeigt sich ein anderes Bild: Viele Hotels in den US-Austragungsstädten bleiben deutlich hinter ihren Buchungszielen zurück und schlagen inzwischen Alarm.

Deutlich weniger Nachfrage als erwartet

Laut Berichten aus der Hotelbranche sind die Reservierungen in zahlreichen WM-Städten schwächer als prognostiziert. In einer Umfrage des Branchenverbands American Hotel & Lodging Association gaben rund 80 Prozent der befragten Hoteliers an, dass die Nachfrage unter den Erwartungen liege.

Statt eines erhofften Ansturms internationaler Fans bleibt die Auslastung vieler Häuser überraschend niedrig. Einige Hoteliers sprechen sogar von einem „Nichtereignis“, da der erwartete WM-Boom bislang ausbleibt.

Ursachen: Visa, Preise und Unsicherheit

Die Gründe für die schwache Buchungslage sind vielfältig – und sie hängen nicht nur mit dem Turnier selbst zusammen.

Ein zentraler Faktor sind Visa-Probleme und Einreisehürden, die internationale Fans offenbar abschrecken. Hinzu kommen steigende Hotelpreise, hohe Flugkosten und Unsicherheiten rund um die Einreisebestimmungen in die USA.

Auch geopolitische Spannungen und die allgemeine wirtschaftliche Lage spielen laut Branchenvertretern eine Rolle. Viele potenzielle Besucher zögern offenbar, lange im Voraus zu buchen.

FIFA und Hotels: Ein angespanntes Verhältnis

Für zusätzliche Irritationen sorgt das Verhältnis zwischen FIFA und Hotellerie. Laut Branchenberichten hatte der Weltverband große Zimmerkontingente frühzeitig blockiert, später aber wieder freigegeben oder storniert. Das habe kurzfristig künstlich hohe Erwartungen erzeugt – und danach für Unsicherheit gesorgt.

Die Folge: Viele Hotels haben ihre Preisstrategien angepasst, teilweise sogar nach unten korrigiert, um überhaupt noch Buchungen zu erhalten.

Regionale Unterschiede: Nicht überall Flaute

Ganz einheitlich ist die Lage allerdings nicht. Während einige Städte wie Boston, San Francisco oder Kansas City besonders schwache Zahlen melden, schneiden andere Austragungsorte etwas besser ab.

Vor allem Metropolen mit großer touristischer Infrastruktur hoffen weiterhin auf einen Last-Minute-Anstieg der Nachfrage, sobald die Gruppenphase näher rückt. Doch die Skepsis bleibt groß.

Droht der WM ein Tourismus-Problem?

Die Entwicklung ist brisant, weil die FIFA und die USA mit enormen wirtschaftlichen Effekten gerechnet hatten. Die WM 2026 mit 48 Teams und über 100 Spielen sollte ein massiver Tourismusmotor werden.

Stattdessen wächst die Sorge, dass der internationale Fanansturm deutlich kleiner ausfallen könnte als erwartet. Erste Analysen sprechen bereits davon, dass die erhoffte „Tourismus-Rakete“ ins Stocken geraten ist.

Das hätte nicht nur Auswirkungen auf Hotels, sondern auch auf Gastronomie, Transport und lokale Wirtschaft in den Spielstädten.

Große Erwartungen, verhaltene Realität

Die WM 2026 steht sportlich für Rekorde – doch wirtschaftlich zeigt sich schon jetzt eine gewisse Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität.

Während die FIFA weiterhin auf eine späte Buchungswelle hofft, bleibt die Stimmung in der US-Hotellerie angespannt. Zu viele Unsicherheiten, zu hohe Kosten und zu viele offene Fragen bremsen den erhofften Boom.

Ob die WM am Ende doch noch zum Tourismus-Erfolg wird, hängt nun vor allem davon ab, ob Fans kurzfristig doch noch in großer Zahl anreisen – oder ob die leeren Hotelzimmer zum Symbol eines überschätzten Hypes werden.