Jan Rademeister
| veröffentlicht am: 10.04.26 (aktualisiert: 10.04.26)
geprüft von Thoralf Müller | 3 Min. Lesezeit

WM 2026 Deutschland Kader: Kandidaten, Nominierung & Termin

WM 2026 Deutschland Kader: Kandidaten, Nominierung & Termin

Am 12. Mai 2026 gibt Julian Nagelsmann seinen vorläufigen WM-Kader bekannt. Bis dahin ist noch einiges offen: Ist ter Stegen fit genug? Bekommt Leroy Sané noch eine Chance? Wer spielt Sturm, wenn Havertz als Zehner gebraucht wird? Deutschland geht mit einer Quote von rund 13,0 in das Turnier – kein Top-Favorit, aber mit einem Kader, der bei optimaler Besetzung ins Halbfinale kommen kann. Die entscheidende Frage ist nicht die Qualität der Topspieler, sondern ob alle zur richtigen Zeit fit sind.

Julian Nagelsmann
Julian Nagelsmann, Trainer RB Leipzig (Vitalii Vitleo / Shutterstock.com)

Termin der Kader-Bekanntgabe

Event DFB WM-Kader Bekanntgabe 2026
Datum 12. Mai 2026
Uhrzeit 13:00 Uhr
Ort DFB-Campus, Frankfurt
TV Sky Sport News HD
Stream skysport.de
FIFA-Deadline (endgültiger Kader) ca. 4. Juni 2026
WM-Eröffnungsspiel 11. Juni 2026

Die Kader-Kandidaten im Überblick

Tor

Spieler Verein
Marc-André ter Stegen FC Girona
Oliver Baumann TSG Hoffenheim
Alexander Nübel VfB Stuttgart
Noah Atubolu SC Freiburg
Jonas Urbig FC Bayern

Abwehr

Spieler Verein
Joshua Kimmich FC Bayern
Ridle Baku RB Leipzig
Nico Schlotterbeck Borussia Dortmund
Jonathan Tah FC Bayern
Antonio Rüdiger Real Madrid
Waldemar Anton Borussia Dortmund
Malick Thiaw Newcastle United
David Raum RB Leipzig
Nathaniel Brown Eintracht Frankfurt
Josha Vagnoman VfB Stuttgart

Mittelfeld

Spieler Verein
Tom Bischof FC Bayern
Aleksandar Pavlovic FC Bayern
Pascal Groß Brighton
Anton Stach Leeds United
Felix Nmecha Borussia Dortmund
Leon Goretzka FC Bayern
Angelo Stiller VfB Stuttgart
Jamal Musiala FC Bayern
Florian Wirtz FC Liverpool
Nadiem Amiri FSV Mainz 05
Karim Adeyemi Borussia Dortmund
Lennart Karl FC Bayern
Serge Gnabry FC Bayern
Leroy Sané Galatasaray
Said El Mala 1. FC Köln
Jamie Leweling VfB Stuttgart

Angriff

Spieler Verein
Kevin Schade FC Brentford
Jonathan Burkardt Eintracht Frankfurt
Kai Havertz FC Arsenal
Tim Kleindienst Borussia Mönchengladbach
Nick Woltemade Newcastle United
Deniz Undav VfB Stuttgart

Die großen Kader-Fragen

Tor: Wer wird Nummer eins?

Oliver Baumann hat in der WM-Qualifikation die meisten Einsätze gesammelt und ist der wahrscheinliche Stammkeeper. Marc-André ter Stegen ist nach einer erneuten Verletzung fraglich – nicht wegen seiner Qualität, sondern wegen Spielpraxis und Risiko. Nagelsmann wird abwägen, ob ter Stegen bis Juni ausreichend Spielzeit hat, um ihn als Nummer eins zu verantworten.

Alexander Nübel (Stuttgart) gilt als zuverlässige Nummer zwei. Jonas Urbig (Bayern) hat durch seine Einsätze als Neuer-Vertreter an Profil gewonnen – er wird von vielen Stimmen als sinnvolles Back-Up gehandelt.

Abwehr: Kimmich als Notlösung rechts

Die Innenverteidigung ist kein Problem: Schlotterbeck und Tah bilden ein eingespieltes Duo, Rüdiger und Anton sichern die Breite. Links hat Raum seinen Platz, Brown könnte die Back-Up-Rolle übernehmen.

Das eigentliche Problem liegt rechts. Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger ist eine Notlösung – seine Qualitäten liegen im Zentrum. Baku oder Henrichs wären die Alternativen, ohne dass eine davon wirklich überzeugt. Das ist die strukturelle Schwachstelle des deutschen Kaders.

Mittelfeld: Zu viele Optionen, zu wenige sichere Startelf-Plätze

Das zentrale Mittelfeld ist breit besetzt. Pavlovic scheint gesetzt, Goretzka hat sich mit Körperlichkeit und Kopfballstärke empfohlen. Nmecha und Stiller sind Alternativen. Tom Bischof bringt Vielseitigkeit – unter anderem als Linksverteidiger einsetzbar, was seinen Kader-Platz sichert.

Im offensiven Mittelfeld ist die Frage, ob Musiala, Wirtz und Havertz gleichzeitig fit sind. Alle drei verpassten Teile der Hinrunde 2025/26 verletzt. Wenn alle drei zur WM fit kommen, ist das Deutschlands stärkstes Argument im Angriffsspiel.

Sané und die Shootingstars: Leroy Sané bei Galatasaray ist umstritten – Nagelsmann hat sein Verhältnis zu ihm nicht immer störungsfrei gestaltet. Ob er noch eine Chance bekommt, hängt vom Frühjahr ab. Interessanter sind die Jungen: Lennart Karl hat sich bei Bayern überraschend entwickelt, Said El Mala beim 1. FC Köln ist ein Senkrechtstarter – beide könnten überraschende Nominierungen werden.

Sturm: Die offene Flanke

Das ist Deutschlands schwächste Position. Nick Woltemade (Newcastle) gilt als erste Wahl, Havertz ist eine Alternative – aber ein anderer Spielertyp. Burkardt, Kleindienst und Undav sind solide Bundesliga-Stürmer, deren WM-Tauglichkeit aber Fragezeichen trägt.

Niclas Füllkrug hat noch eine theoretische Chance – wenn er ein starkes Frühjahr 2026 spielt. Sonst bleibt Deutschland auf einer Position, die bei großen Turnieren entscheidend sein kann, mit dem schwächsten Angebot aller Top-Favoriten.

Was erwartet Deutschland bei der WM 2026?

Nagelsmann hat nach den WM-Desastern 2018 und 2022 (beide Gruppenphase) und dem Viertelfinale bei der Heim-EM 2024 eine Mannschaft geformt, die wieder Turnierteam sein kann. Das Mindestziel lautet Viertelfinale, der interne Wunsch geht weiter.

Mit Musiala und Wirtz hat Deutschland zwei der kreativsten Mittelfeldspieler ihres Jahrgangs. Wenn die Defensive stabil steht und Havertz vorne mitspielt, kann diese Mannschaft jeden Gegner schlagen. Die Quote von 13,0 auf den WM-Titel reflektiert realistisch, wo Deutschland steht – interessant genug für eine Langzeitwette, klar genug positioniert als Außenseiter.