Harry Kane jagt die vierte Torjägerkanone in Serie – und der Markt bepreist ihn entsprechend. Bei einer Quote um 1,50 stellt sich die gleiche Frage wie bei der Meisterwette: Lohnt sich das? Und wo liegt der Value, wenn der Favorit so klar ist?
Letzte Aktualisierung: 22. Juli 2026
Die Ausgangslage
| Spieler | Klub | Tore Vorsaison | Quote (ca.) |
|---|---|---|---|
| Harry Kane | FC Bayern | 36 | ~1,50 |
| Serhou Guirassy | Borussia Dortmund | – | Verfolger |
| Patrik Schick | Bayer Leverkusen | – | Verfolger |
| Jonathan Burkardt | Eintracht Frankfurt | – | Mittelfeld |
| Deniz Undav | VfB Stuttgart | – | Mittelfeld |
Quoten-Stand: Juli 2026. Wettquoten unterliegen ständigen Schwankungen – bitte vor Wettabgabe beim jeweiligen Anbieter prüfen.
Warum Kane so dominant ist
36 Tore in der Vorsaison. Das ist keine gute Saison, das ist eine andere Kategorie. Zum Vergleich: In den beiden Spielzeiten davor holte Kane die Kanone mit 36 und 26 Treffern – er gewinnt diesen Titel also zum vierten Mal in Folge, wenn er ihn verteidigt.
Drei Faktoren stützen ihn:
- Die beste Offensive der Liga. Bayern erzielte in der Vorsaison eine Tordifferenz von +86 – kein anderer Klub kam auch nur in die Nähe.
- Elfmeter. Kane ist gesetzter Schütze, was über eine Saison schnell fünf bis acht Tore ausmacht.
- Robustheit. Kane fällt selten aus, was bei einem Markt über 34 Spieltage entscheidend ist.
Das Problem für Wettende: Genau das ist eingepreist. Bei 1,50 bekommt man 50 Prozent Rendite für ein Risiko, das im Wesentlichen aus einer Verletzung besteht.
Die Verfolger und ihre Chancen
Serhou Guirassy ist die naheliegendste Absicherung. Der Dortmunder war in den beiden Vorsaisons jeweils zweitbester Torschütze hinter Kane (28 und 21 Treffer), ist Elfmeterschütze und praktisch Alleinunterhalter der BVB-Offensive. Sein Risiko: eine Verletzungshistorie, die seine Quote gegenüber Kane erklärt.
Patrik Schick hat die Qualität, spielt aber in einem Leverkusener Team, das nach dem Umbruch noch Struktur sucht – und unter einem neuen Trainer, dem dritten in elf Monaten.
Jonathan Burkardt ist der interessanteste Wechselfall. Mit 18 Toren war er in Mainz bester deutscher Torschütze, jetzt spielt er bei Eintracht Frankfurt in einem nominell stärkeren Umfeld unter Adi Hütter. Kommt er schnell an, gehört er zu den spannendsten Kandidaten.
Deniz Undav gilt als konstantester Torjäger außerhalb Münchens – solide, aber ohne den Ausreißer nach oben, den es für die Kanone braucht.
Wo der eigentliche Value liegt
Der Hauptmarkt ist bei dieser Konstellation kaum lohnend. Drei Alternativen, die einige Buchmacher unter dem Hauptmarkt anbieten:
- Bester Torschütze ohne Kane. Hier verschiebt sich das Feld komplett, und Guirassy oder Schick werden zu echten Favoriten statt zu Außenseitern.
- Über/Unter Saisontore. Ob ein Spieler mehr als 15 Tore erzielt, ist unabhängig davon, was Kane macht – und damit die sauberere Wette.
- Zweitbester Torschütze. Ein Markt, der die Kane-Dominanz gezielt ausklammert.
Ein wichtiger Hinweis für Kombiwetten: Der Torschützenkönig-Markt korreliert stark mit dem Bayern-Titel. Wer Bayern als Meister und Kane als Torschützenkönig kombiniert, wettet zweimal auf dasselbe Szenario – die Quote suggeriert eine Risikostreuung, die nicht existiert.
Unsere Einschätzung
Kane gewinnt die Kanone. Alles andere wäre eine Überraschung, und bei 1,50 ist das fair bepreist – aber eben auch nicht mehr.
Wer im Markt Geld verdienen will, sollte auf den Nebenmärkten schauen. Unser Favorit dort ist Burkardt: Ein Spieler, der bereits 18 Tore in einem schwächeren Umfeld erzielt hat und nun in einer besseren Mannschaft spielt, hat mehr Aufwärtspotenzial als die Etablierten. Für eine Wette auf „über 15 Saisontore” ist er der Kandidat mit dem besten Verhältnis.
Die Frage, die diese Saison entscheidet: Bleibt Kane gesund? Wenn nicht, ist Guirassy sofort da – und dann wird ein Markt spannend, der heute keiner ist.
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