In der prallen Frühlingssonne des Foro Italico steht am Freitag, den 08. Mai 2026, ein Duell der Generationen auf dem Programm. In der zweiten Runde des Masters-1000-Turniers von Rom trifft die deutsche “Dampfwalze” Jan-Lennard Struff auf den tschechischen Aufsteiger und Weltranglisten-13. Jiri Lehecka.
Während Lehecka als einer der kommenden Superstars der Tour gilt, kämpft der 36-jährige Struff im Herbst seiner Karriere gegen den schleichenden Absturz im Ranking. Die Vorzeichen könnten kaum klarer sein, doch wie so oft im Tennis liegt die Wahrheit auf dem roten Sand.
Jan-Lennard Struff: Der Befreiungsschlag in Runde 1?
Es war eine harte Zeit für Jan-Lennard Struff. Der Warsteiner, der aktuell auf Weltranglistenplatz 83 geführt wird, erlebte einen Frühling zum Vergessen. Zwischen Februar und April kassierte er sechs Niederlagen in Folge, oft gegen Gegner, die er in seiner Blütezeit (Karrierehoch Platz 21) wohl dominiert hätte. Das Alter und die schwindende Konstanz schienen ihren Tribut zu fordern.
Doch der Auftakt in Rom gegen den argentinischen Qualifikanten Francisco Comesana war ein wichtiges Lebenszeichen. Mit einem souveränen 6:2, 6:4 fegte Struff über den Platz. Besonders beeindruckend: Struff wirkte physisch präsent und nutzte die Bedingungen im Nicola Pietrangeli Stadion, die er durch seine jahrelange Erfahrung in- und auswendig kennt.
Dieser Sieg gab nicht nur Selbstvertrauen, sondern sorgte auch dafür, dass er bereits im Rhythmus ist – ein Vorteil gegenüber Lehecka, der als Gesetzter in der ersten Runde ein Freilos genoss.
Jiri Lehecka: Der junge Power-Player auf dem Vormarsch
Jiri Lehecka ist zweifellos einer der Spieler der Saison 2026. Sein Weg führte ihn in diesem Jahr bis auf Platz 13 der Welt. Ein besonderes Ausrufezeichen setzte er beim Masters in Miami, wo er erst im Finale von der aktuellen Nummer 1, Jannik Sinner, gestoppt wurde. Auch in der vergangenen Woche in Madrid zeigte er mit drei Siegen eine gute Form, ehe er im Viertelfinale dem jungen Franzosen Arthur Fils unterlag.
Lehecka bringt alles mit, was das moderne Tennis verlangt: Einen krachenden Aufschlag, eine aggressive Vorhand und eine unerschütterliche Mentalität. Dennoch gibt es ein kleines „Aber“: Der Tscheche präferiert schnellere Untergründe.
Seine flachen, harten Schläge kommen auf Hartplatz oder Rasen besser zur Geltung. Auf dem langsamen, schweren Sand von Rom muss er mehr arbeiten, um die Punkte zu beenden. Dass er auf Asche verwundbar ist, zeigte sich in der Vergangenheit immer mal wieder, wenn ihn zähe Verteidiger in lange Ballwechsel verwickelten.
Direkter Vergleich (Head-to-Head): Lehecka führt 2:0
Die Statistik spricht eine eindeutige Sprache. Zweimal standen sich die beiden gegenüber, zweimal hieß der Sieger Jiri Lehecka:
- French Open 2023 (Sand): Ein episches Duell über 5 Sätze, das der Tscheche am Ende knapp für sich entschied.
- Stuttgart 2025 (Rasen): Ein glatter Zweisatzsieg (6:4, 7:5) für Lehecka.
Obwohl Lehecka beide Partien gewann, zeigt das Match bei den French Open, dass Struff auf Sand durchaus die Mittel hat, dem Tschechen das Leben extrem schwer zu machen. Struffs Aufschlag-Volley-Spiel und seine aggressive Spielweise können Leheckas Rhythmus empfindlich stören.
Struff vs. Lehecka: Wettquoten, Analyse & Prognose
Die Wettquoten von 1,17 für Lehecka und 5,20 für Struff spiegeln die aktuelle Formkurve wider. Struff ist der klare Underdog. Aber: In Rom sind die Bedingungen oft speziell. Die Plätze sind meist etwas langsamer als in Madrid, was Struffs Power-Tennis entgegenkommt, wenn er seinen ersten Aufschlag trifft.
Lehecka kommt ohne Spielpraxis in Rom direkt in die zweite Runde. Struff hingegen hat das “Einschlagen” gegen Comesana bereits hinter sich. Zudem ist Lehecka auf Sand zwar gut, aber nicht unantastbar.
Struff wird alles riskieren, das Match kurz halten und versuchen, Lehecka gar nicht erst in die Komfortzone an der Grundlinie kommen zu lassen. Ein Sieg für Struff wäre eine Sensation, aber dass er das Match eng gestaltet, ist absolut im Bereich des Möglichen.
Der Deutsche wird kämpfen, um seine wohl letzte Saison auf Top-Niveau würdig zu gestalten. Wir erwarten kein schnelles 6:2, 6:2 für den Favoriten, sondern ein umkämpftes Match, in dem der Deutsche mindestens einen Satz oder viele Spiele offen hält.
Tipp und Wett-Empfehlung: Struff + 5,5 Spiele
Da die Sieg-Quote für Lehecka keinen Value bietet, schauen wir auf die Handicap-Märkte. Struff hat bewiesen, dass er in Rom gut serviert. Wir trauen ihm zu, die Partie lange offen zu halten.
- Wett-Tipp: Handicap Spiele Jan-Lennard Struff +5,5
- Quote: 1,85 (Stand: 07.05.2026)
Dieser Tipp bedeutet, dass Struff maximal 5 Spiele weniger gewinnen darf als Lehecka (z. B. ein 6:4, 7:6 für Lehecka würde zum Gewinn der Wette führen).

