Hinweis: Dieser Artikel bietet eine allgemeine Einordnung der Rechtslage und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Sportwetten sind erst ab 18 Jahren erlaubt und können süchtig machen. Hilfe bei Glücksspielproblemen bieten die Landeskoordinierungsstellen Glücksspielsucht unter buwei.de.
Die Frage “Sind Online-Sportwetten in Deutschland legal?” lässt sich heute eindeutiger beantworten als noch vor einigen Jahren. Bis 2021 war die deutsche Rechtslage bei Sportwetten ein Flickenteppich aus einem gescheiterten Konzessionsverfahren, einem Sonderweg in Schleswig-Holstein und einer weitgehend ungeklärten Situation für Anbieter mit Sitz im EU-Ausland. Mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) und der neu geschaffenen Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat sich das grundlegend geändert. Dieser Artikel erklärt die aktuelle Rechtslage, wie du einen legalen Anbieter erkennst, was die GGL-Whitelist ist, wie es um Anbieter mit Malta-Lizenz steht und welche steuerlichen sowie spielerschutzrechtlichen Regeln gelten.
Kurz beantwortet: Sind Online-Sportwetten in Deutschland legal?
Ja – Online-Sportwetten sind in Deutschland legal, wenn der Anbieter über eine gültige Sportwetten-Erlaubnis der GGL verfügt. Diese Erlaubnis ist bundesweit gültig, unabhängig davon, in welchem Bundesland du wohnst. Wettest du dagegen bei einem Anbieter ohne deutsche Lizenz – etwa einem Anbieter, der ausschließlich eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder einem anderen Land besitzt -, bewegst du dich rechtlich außerhalb des erlaubten Bereichs, selbst wenn der Anbieter innerhalb der EU reguliert ist.
Die Rechtsgrundlage: Vom staatlichen Wettmonopol zum Glücksspielstaatsvertrag 2021
Die Ära vor 2021: Konzessionsverfahren, Oddset-Monopol und Schleswig-Holstein-Sonderweg
Der erste Glücksspielstaatsvertrag von 2008 verankerte ein staatliches Sportwettenmonopol über den Anbieter Oddset. Der Europäische Gerichtshof stufte dieses staatliche Monopol in mehreren Entscheidungen als unionsrechtswidrig ein, weil es nicht konsequent genug zur Suchtbekämpfung eingesetzt wurde und gleichzeitig staatliche Lotterien munter beworben wurden – ein Widerspruch, den die Richter als inkohärent bezeichneten. Unter diesem Druck öffnete der Erste Glücksspieländerungsstaatsvertrag 2012 den Markt testweise für private Buchmacher – begrenzt auf maximal 20 Konzessionen und zeitlich befristet als “Experimentierphase”.
In der Praxis erwies sich dieses Verfahren jedoch als so unausgereift und rechtlich angreifbar, dass über Jahre hinweg so gut wie keine gültige Konzession tatsächlich bestandskräftig erteilt wurde; deutsche und europäische Gerichte kippten das Vergabeverfahren mehrfach wegen Verfahrensmängeln. Die meisten privaten Anbieter operierten deshalb faktisch in einer behördlich geduldeten Grauzone – sie hatten zwar eine Erlaubnis beantragt, aber nie final erhalten, wurden gegen ihr Angebot aber auch nicht konsequent vorgegangen.
Schleswig-Holstein ging zusätzlich einen eigenen Weg und vergab zwischen 2012 und 2013 eigene, zeitlich unbefristete Lizenzen nach einem eigenen Landesglücksspielgesetz, bevor es sich 2013 wieder dem bundesweiten Vertrag anschloss – ein Sonderstatus, der in älteren Ratgebern zu diesem Thema häufig als dauerhaft ungeklärt beschrieben wurde, tatsächlich aber schon damals nur eine Übergangslösung war.
Die Neuregulierung 2021: ein bundeseinheitlicher Rechtsrahmen
Diese Unklarheiten wurden mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, beendet. Die Obergrenze von 20 Konzessionen entfiel, Sportwetten-Erlaubnisse werden seither ohne Höchstzahl an alle Anbieter vergeben, die die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Gleichzeitig wurden erstmals auch Online-Casino- und Online-Poker-Angebote bundesweit legalisiert – unter strengen Auflagen wie einem anbieterübergreifenden monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro. Der Schleswig-Holstein-Sonderweg ist damit ebenfalls Geschichte: Es gilt heute in allen 16 Bundesländern dieselbe Rechtsgrundlage.
| Meilenstein | Jahr | Kernpunkt |
|---|---|---|
| Erster Glücksspielstaatsvertrag | 2008 | Staatliches Sportwettenmonopol (Oddset) |
| Erster Glücksspieländerungsstaatsvertrag | 2012 | Experimentierphase, max. 20 Konzessionen, Schleswig-Holstein-Sonderweg |
| Glücksspielstaatsvertrag 2021 | seit 01.07.2021 | Bundeseinheitliche Regulierung, keine Konzessionsobergrenze mehr, Legalisierung von Online-Casino und -Poker |
Die GGL: Deutschlands zentrale Glücksspielbehörde
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) ist seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 die zentrale Aufsichts- und Lizenzierungsbehörde für länderübergreifendes Glücksspiel in Deutschland. Ihre Zuständigkeit wurde schrittweise aufgebaut:
| Datum | Entwicklungsschritt |
|---|---|
| 01.07.2021 | Errichtung der GGL als Anstalt öffentlichen Rechts, zunächst ohne operative Aufgaben (Aufbauphase) |
| 01.07.2022 | Übernahme der Bekämpfung illegalen Glücksspiels (u. a. IP-Blocking und Zahlungsunterbindung gegen nicht lizenzierte Anbieter) |
| 01.01.2023 | Vollständige operative Zuständigkeit für Lizenzierung und Aufsicht bei Sportwetten, Online-Poker, virtuellen Automatenspielen und Online-Pferdewetten |
In der Übergangszeit hatten einzelne Landesbehörden Teilaufgaben übernommen – etwa das Regierungspräsidium Darmstadt für Sportwetten -, bevor die GGL zum 1. Januar 2023 die vollständige Verantwortung übernahm. Seither ist sie auch für die Bekämpfung des Schwarzmarkts zuständig, einschließlich Maßnahmen gegen nicht lizenzierte, aus dem Ausland operierende Anbieter.
Ein erklärtes Ziel der Neuregulierung war die sogenannte Kanalisierung: Möglichst viele Spielerinnen und Spieler sollen auf legale, kontrollierte Angebote gelenkt werden, statt bei nicht regulierten Anbietern zu wetten, bei denen weder Steuern gezahlt noch Spielerschutzauflagen eingehalten werden. Die GGL veröffentlicht dazu regelmäßig Berichte zur Marktentwicklung und zum Umfang der bekämpften illegalen Angebote, unter anderem in Form von Netzsperren gegenüber Internetzugangsanbietern und Zahlungsverboten gegenüber Banken und Zahlungsdienstleistern.
Werbebeschränkungen: Warum Sportwetten-Werbung heute anders aussieht
Ein Grund, warum Wettwerbung im deutschen Fernsehen heute zurückhaltender wirkt als noch vor einigen Jahren, liegt ebenfalls im GlüStV 2021. Die wichtigsten Einschränkungen im Überblick:
- Werbung für Sportwetten ist unmittelbar vor und während der Live-Übertragung eines Sportereignisses auf demselben Sender untersagt.
- Eine Kombination von Live-Spielständen mit Sportwetten-Werbung zu demselben Ereignis ist verboten – außer auf der eigenen Website des Wettanbieters.
- Werbung mit aktiven Sportlerinnen, Sportlern und Funktionären ist nicht erlaubt, um eine besondere Vorbildwirkung auf junge Zuschauer zu vermeiden.
- Trikot- und Bandenwerbung in Stadien bleibt dagegen weiterhin zulässig.
Diese Regeln erklären auch, warum manche Werbeformate, die in älteren Artikeln noch als üblich beschrieben wurden, inzwischen verschwunden sind.
Die GGL-Whitelist: Wie erkennst du einen legalen Anbieter?
Die GGL veröffentlicht eine laufend aktualisierte Liste aller Anbieter mit gültiger deutscher Erlaubnis – umgangssprachlich als “Whitelist” bezeichnet. Aktuell verfügen rund 28 Erlaubnisinhaber mit etwa 30 Marken über eine gültige deutsche Sportwetten-Lizenz. Zu den bekannteren lizenzierten Marken zählen unter anderem Tipico, Bwin, Interwetten, Bet365, Betano, Winamax, Bet-at-home, ODDSET, AdmiralBet und Tipwin.
Bemerkenswert für die Einordnung, wie sehr sich der Markt seit älteren Ratgebern verändert hat: Anbieter, die früher regelmäßig als Beispiel für legale Buchmacher genannt wurden, sind von der aktuellen Whitelist inzwischen verschwunden oder haben sich unter neuem Namen neu aufgestellt.
So taucht die Marke MyBet in der aktuellen Lizenzliste nicht mehr auf, während der Nachfolgebetrieb unter der Marke RULEO firmiert. Auch der Anbieter Intertops nimmt seit 2025 keine deutschen Neukunden mehr an. Das zeigt: Eine Liste legaler Anbieter aus dem Jahr 2014 oder auch 2020 ist heute nicht mehr zuverlässig – wer sicher gehen will, sollte die aktuelle Whitelist direkt bei der GGL prüfen, statt sich auf ältere Aufzählungen zu verlassen.
So prüfst du einen Anbieter selbst
- Suche im Fußbereich der Anbieter-Website nach einem Hinweis auf die deutsche Erlaubnis samt Erlaubnisnummer.
- Vergleiche den Anbieternamen mit der aktuellen Veröffentlichung der GGL.
- Achte auf verpflichtende Bestandteile lizenzierter Angebote: Einzahlungslimit-Abfrage, Verlinkung zu Hilfsangeboten, Anbindung an die Sperrdatei.
- Sei skeptisch bei Anbietern, die zwar von “EU-Lizenz” sprechen, aber keine deutsche Erlaubnisnummer nennen.
Lizenztypen unter dem Glücksspielstaatsvertrag 2021
Der GlüStV 2021 unterscheidet mehrere getrennte Erlaubnistypen, von denen für Sportwetten-Interessierte vor allem der erste relevant ist:
| Lizenztyp | Worum es geht |
|---|---|
| Sportwettkonzession | Vermittlung und Veranstaltung von Sportwetten, online wie stationär |
| Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele | Online-Slots und vergleichbare Spielformen |
| Online-Poker-Erlaubnis | Kartenspiel gegen andere Spieler statt gegen den Anbieter |
| Erlaubnisse für Lotterien | Veranstaltung und Vermittlung von Lotterien, gesondert geregelt |
Ein Anbieter kann mehrere dieser Erlaubnisse gleichzeitig halten – ein Sportwetten-Buchmacher, der zusätzlich ein Online-Casino betreibt, benötigt dafür eine zusätzliche, gesonderte Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele.
Anbieter mit Sitz im Ausland: Was bedeutet eine Malta-Lizenz für dich?
Die meisten in Deutschland lizenzierten Sportwettenanbieter haben ihren Unternehmenssitz weiterhin im Ausland, häufig in Malta, da dort günstige unternehmensrechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen gelten. Das ist rechtlich unproblematisch, solange der Anbieter zusätzlich zu seiner maltesischen Lizenz auch über die notwendige deutsche Sportwetten-Erlaubnis der GGL verfügt – viele bekannte Marken halten beide Lizenzen parallel.
Die Malta Gaming Authority (MGA) gilt innerhalb der EU als eine vergleichsweise strenge und etablierte Aufsichtsbehörde, weshalb sich viele international tätige Wettanbieter dort ansiedeln. Eine MGA-Lizenz allein regelt jedoch nur das Verhältnis zwischen Anbieter und maltesischem Staat – sie ersetzt keine Erlaubnis für den deutschen Markt, da Glücksspielrecht in der EU nicht vollständig harmonisiert ist und jeder Mitgliedstaat eigene Regeln für sein Territorium aufstellen darf.
Problematisch wird es dementsprechend bei Anbietern, die ausschließlich eine Lizenz der MGA oder einer anderen ausländischen Behörde besitzen, ohne zusätzlich eine deutsche Erlaubnis zu haben. Eine rein ausländische EU-Lizenz genügt nach deutscher Rechtsauffassung nicht, um Kundschaft in Deutschland legal Sportwetten anzubieten. Die GGL verfolgt solche Anbieter aktiv über Untersagungsverfügungen, IP-Sperren und die Unterbindung von Zahlungsflüssen. Für dich als Kundin oder Kunde bedeutet das: Ein Blick auf die Lizenz allein reicht nicht – entscheidend ist, ob konkret eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis vorliegt, nicht irgendeine EU-Lizenz.
Mache ich mich strafbar, wenn ich bei einem nicht lizenzierten Anbieter wette?
Diese Frage wird in älteren Texten zum Thema oft mit einem klaren “Nein, es gab noch nie eine Strafverfolgung” beantwortet – diese Einschätzung ist inzwischen überholt und sollte nicht unkritisch übernommen werden. Nach 285 StGB (Teilnahme am unerlaubten Glücksspiel) macht sich grundsätzlich strafbar, wer vorsätzlich an einem in Deutschland nicht erlaubten Glücksspiel teilnimmt – das schließt nach dem GlüStV 2021 ausdrücklich auch Sportwetten bei nicht lizenzierten Anbietern ein. Eine Lizenz aus Malta, Gibraltar oder Zypern genügt dafür ausdrücklich nicht.
Wichtige Einschränkungen für die Praxis:
- Strafbar ist nur vorsätzliches Handeln – wer nachweislich nicht wusste und auch nicht wissen musste, dass ein Anbieter keine deutsche Lizenz hat, macht sich in der Regel nicht strafbar.
- Der Strafrahmen für Spielerinnen und Spieler liegt bei Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen; Anbieter ohne Lizenz riskieren deutlich höhere Strafen bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe.
- In der Praxis ist eine Strafverfolgung einzelner Wettkunden weiterhin selten, kann aber etwa im Rahmen von Ermittlungen gegen einen nicht lizenzierten Anbieter über ausgewertete Zahlungsströme entstehen.
Der sicherste Weg, dieses Risiko von vornherein auszuschließen, bleibt schlicht: nur bei Anbietern mit gültiger deutscher Erlaubnis wetten.
Kann ich verlorenes Geld von einem illegalen Anbieter zurückfordern?
Neben der strafrechtlichen Seite gibt es noch eine zivilrechtliche Entwicklung, die in älteren Artikeln naturgemäß noch gar nicht vorkommen konnte, aktuell aber sehr viel Aufmerksamkeit bekommt: die Rückforderung von Wettverlusten, die bei nicht lizenzierten Anbietern entstanden sind. Die Idee dahinter: Verträge über nicht erlaubtes Glücksspiel sind nach 134 BGB in Verbindung mit dem Glücksspielstaatsvertrag grundsätzlich nichtig – wenn der Vertrag aber nie wirksam zustande kam, könnten Spielerinnen und Spieler ihre Einsätze zivilrechtlich zurückverlangen.
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat diese Frage nicht selbst abschließend entschieden, sondern dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorgelegt, weil sich ein möglicher Konflikt mit der europäischen Dienstleistungsfreiheit ergibt. Am 16. April 2026 hat der EuGH im Verfahren C-440/23 entschieden: Verbraucherinnen und Verbraucher können verlorene Einsätze von einem in einem anderen EU-Mitgliedstaat ansässigen Anbieter zurückfordern, wenn das jeweilige Angebot in Deutschland zum Zeitpunkt des Spiels nicht erlaubt war – und zwar auch dann, wenn der Anbieter eine Lizenz aus Malta oder einem anderen EU-Land vorweisen kann. Der von Anbietern häufig vorgebrachte Einwand des Rechtsmissbrauchs wurde dabei ausdrücklich zurückgewiesen.
Wichtig für die Einordnung – und ein Punkt, den pauschale Werbeversprechen mancher Kanzleien gerne verschweigen: Diese Entscheidung betrifft ausdrücklich virtuelle Automatenspiele und Online-Casino-Angebote. Für Sportwetten läuft ein gesondertes Verfahren vor dem EuGH (Rechtssache C-530/24), dessen Ausgang noch offen ist; mit einer Entscheidung wird nicht vor 2027 gerechnet.
Wer also in der Vergangenheit bei einem nicht lizenzierten Anbieter Sportwetten abgeschlossen und Geld verloren hat, befindet sich rechtlich weiterhin in einer ungeklärten Situation – anders als bei Online-Casino-Verlusten, wo die Rechtslage sich durch das aktuelle Urteil deutlich zugunsten der Betroffenen geklärt hat. Zusätzlich ist bei möglichen Ansprüchen die zivilrechtliche Verjährungsfrist zu beachten, die grundsätzlich drei Jahre ab Ende des Jahres beträgt, in dem der Anspruch entstanden ist und die geschädigte Person davon Kenntnis erlangt hat.
Wer konkret prüfen möchte, ob eine Rückforderung infrage kommt, sollte sich an eine auf Glücksspielrecht spezialisierte Kanzlei wenden – eine pauschale Einschätzung ist angesichts der noch offenen Verfahren zu Sportwetten nicht seriös möglich.
Wettsteuer: Was die 5,3-Prozent-Regelung für dich bedeutet
Auf Sportwetten in Deutschland wird eine Sportwettensteuer in Höhe von 5,3 Prozent des Wetteinsatzes erhoben, gesetzlich geregelt im Rennwett- und Lotteriegesetz (RennwLottG). Steuerschuldner ist formal der Anbieter, nicht die Kundschaft. In der Praxis geben die meisten Buchmacher diese Belastung jedoch indirekt über die Quotengestaltung an ihre Kundschaft weiter – die ausgezahlte Quote fällt dadurch etwas niedriger aus, als sie ohne die Steuer wäre. Einige Anbieter werben inzwischen gezielt damit, die Wettsteuer stattdessen selbst zu übernehmen und sie nicht in die Quoten einzupreisen – ein Unterscheidungsmerkmal, das sich lohnt zu vergleichen, wenn du regelmäßig wettest.
Spielerschutz: OASIS, LUGAS und Hilfsangebote
Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 hat den Spielerschutz spürbar ausgebaut. Zwei Systeme werden dabei häufig verwechselt, erfüllen aber unterschiedliche Funktionen:
| System | Funktion | Betreiber |
|---|---|---|
| OASIS | Bundesweite Sperrdatei für Selbst- und Fremdsperren vom Glücksspiel | Regierungspräsidium Darmstadt |
| LUGAS | Anbieterübergreifende Überwachung von Einzahlungslimits und Verhinderung von Parallelspiel bei mehreren Anbietern gleichzeitig | GGL (Halle/Saale) |
Beide Systeme arbeiten unabhängig voneinander, ergänzen sich aber: OASIS verhindert, dass gesperrte Personen bei irgendeinem lizenzierten Anbieter überhaupt aktiv werden können, während LUGAS sicherstellt, dass die gesetzlichen Einzahlungslimits nicht durch Konten bei mehreren Anbietern gleichzeitig umgangen werden.
Von beiden technischen Systemen zu unterscheiden sind die Landeskoordinierungsstellen Glücksspielsucht, erreichbar unter buwei.de: Das ist keine Sperrdatei, sondern eine bundesweite Anlaufstelle, die bei Fragen rund um Glücksspielsucht berät und an regionale Beratungsangebote vermittelt.
Checkliste: Woran du einen seriösen, legalen Anbieter erkennst
- Deutsche Sportwetten-Erlaubnis mit nachprüfbarer Erlaubnisnummer vorhanden
- Anbindung an die Sperrdatei OASIS und das Limitsystem LUGAS
- Verpflichtende Einzahlungslimit-Abfrage bei der Registrierung
- Deutlich sichtbare Risikohinweise und Verlinkung zu Hilfsangeboten wie buwei.de
- Aktueller Eintrag auf der Whitelist der GGL – im Zweifel dort direkt nachschauen statt sich auf ältere Listen oder Drittseiten zu verlassen
Häufig gestellte Fragen zur Legalität von Online-Sportwetten
Sind Online-Sportwetten in ganz Deutschland gleich geregelt?
Ja. Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 gilt eine bundeseinheitliche Regelung in allen 16 Bundesländern. Den früheren Sonderweg Schleswig-Holsteins gibt es seit der Wiedereingliederung 2013 nicht mehr in relevanter Form, und auch die alte Konzessionsobergrenze wurde 2021 vollständig abgeschafft.
Woran erkenne ich, ob ein Wettanbieter eine gültige deutsche Lizenz hat?
Am zuverlässigsten über die aktuelle Whitelist der GGL sowie über eine im Impressum oder Footer der Anbieter-Website genannte Erlaubnisnummer.
Ist es strafbar, bei einem ausländischen Buchmacher ohne deutsche Lizenz zu wetten?
Nach 285 StGB ist die vorsätzliche Teilnahme an nicht erlaubtem Glücksspiel strafbar, seit dem GlüStV 2021 ausdrücklich auch bei Sportwetten. Eine Lizenz aus Malta oder einem anderen Land allein macht das Angebot in Deutschland nicht legal. In der Praxis werden vor allem Anbieter, seltener einzelne Spieler, verfolgt.
Muss ich meine Gewinne aus Sportwetten versteuern?
Gelegentliche private Gewinne sind in Deutschland grundsätzlich einkommensteuerfrei. Die im Text erwähnte Sportwettensteuer von 5,3 Prozent wird dagegen vom Anbieter geschuldet und meist über die Quoten indirekt an die Kundschaft weitergegeben.
Was ist der Unterschied zwischen OASIS und LUGAS?
OASIS ist die bundesweite Sperrdatei für vom Glücksspiel ausgeschlossene Personen. LUGAS überwacht anbieterübergreifend Einzahlungslimits und verhindert gleichzeitiges Spielen bei mehreren Anbietern. Beide Systeme sind unabhängig voneinander organisiert.
Kann ich mir Verluste von einem nicht lizenzierten Anbieter zurückholen?
Für Online-Casino-Angebote hat der EuGH im April 2026 grundsätzlich zugunsten der Verbraucher entschieden. Für Sportwetten ist die entsprechende Frage beim EuGH noch anhängig (Rechtssache C-530/24); eine Entscheidung wird frühestens 2027 erwartet. Wer konkret betroffen ist, sollte sich individuell rechtlich beraten lassen.
Warum sehe ich weniger Wettwerbung mit bekannten Sportlern im Fernsehen?
Der GlüStV 2021 verbietet Sportwetten-Werbung mit aktiven Sportlerinnen, Sportlern und Funktionären sowie Werbung unmittelbar vor und während Live-Übertragungen von Sportereignissen. Trikot- und Bandenwerbung im Stadion bleibt davon unberührt.
Fazit
Online-Sportwetten sind in Deutschland klar legal – vorausgesetzt, der gewählte Anbieter verfügt über eine gültige, von der GGL erteilte deutsche Erlaubnis. Die frühere Unsicherheit rund um Konzessionsverfahren, Schleswig-Holstein-Sonderweg und die Rolle ausländischer Lizenzen wurde durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 weitgehend beseitigt. Wer auf Nummer sicher gehen will, prüft die aktuelle Whitelist der GGL, achtet auf eine erkennbare deutsche Erlaubnisnummer und verlässt sich nicht auf ältere Anbieterlisten – denn wie das Beispiel ehemals bekannter Marken zeigt, die inzwischen von der Whitelist verschwunden sind, verändert sich dieser Markt weiterhin spürbar.
Hinweis zum verantwortungsvollen Spielen: Glücksspiel ist erst ab 18 Jahren erlaubt und kann süchtig machen. Setze nur Geld ein, dessen Verlust du dir leisten kannst. Beratung und Unterstützung bei Glücksspielproblemen bieten die Landeskoordinierungsstellen Glücksspielsucht (buwei.de) sowie die BZgA (Telefon: 0800 1 37 27 00).
Quellen
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder – Gesetzliche Regelungen
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder – Historie
- Wikipedia – Glücksspielstaatsvertrag
- Gesetze im Internet – Rennwett- und Lotteriegesetz (RennwLottG 2021)
- Der Senator für Finanzen Bremen – Rennwett-, Sportwetten-, Lotterie-, Virtuelle Automaten- und Online-Pokersteuer
- Pokerfirma – Der OASIS-Spielersperrsystem und die LUGAS-Limitdatei
- Landeskoordinierungsstellen Glücksspielsucht – buwei.de
- Rechtsanwalt24 – Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel ( 285 StGB)
- Wettbasis – Sportwettenanbieter mit deutscher Lizenz
- Bundesgerichtshof – Pressemitteilung zur Vorlage an den EuGH (Rückforderung von Sportwetten-Verlusten)
- anwalt24.de – EuGH-Urteil 2026 zur Rückforderung von Online-Casino-Verlusten (C-440/23)
- Taylor Wessing – Werbung nach dem neuen Glücksspielstaatsvertrag