Jan Rademeister
| veröffentlicht am: 10.04.26
geprüft von Thoralf Müller | 4 Min. Lesezeit

Paris – Roubaix 2026: Übertragung, Favoriten, Wettquoten & Strecke

Paris – Roubaix 2026: Übertragung, Favoriten, Wettquoten & Strecke

258 Kilometer. 55,8 Kilometer Kopfsteinpflaster. 30 Pavé-Sektoren. Und am Ende zählt, wer im Velodrom von Roubaix noch aufrecht sitzt. Die „Hölle des Nordens” ist in ihrer 123. Ausgabe wieder ein Giganten-Duell: Titelverteidiger Mathieu van der Poel, der mit einem vierten Sieg zum alleinigen Rekordhalter werden würde, gegen Tadej Pogacar, der das letzte fehlende Monument seiner Sammlung sucht. Am Sonntag, 12. April, ab 10:50 Uhr.

Rennen auf einen Blick

Rennen Paris – Roubaix 2026 (123. Ausgabe)
Datum Sonntag, 12. April 2026
Startzeit 10:50 Uhr
Distanz 258,3 km (davon 55,8 km Pavé)
Pavé-Sektoren 30
Teams 25 (18 WorldTour, 7 Pro)
Vorjahressieger Mathieu van der Poel (NED)
Übertragung ARD (ab 14:05 Uhr), Eurosport (ab 10:45 Uhr), DAZN

Übertragung: Wo läuft Paris – Roubaix 2026 live?

Eurosport startet bereits um 10:45 Uhr in die Übertragung – Kommentator ist Karsten Migels. Wer kein Eurosport-Abo hat: Das Erste (ARD) überträgt ab 14:05 Uhr live und kostenlos. Moderatorin Stephanie Müller-Spirra führt durch die Sendung, kommentiert wird von Florian Naß mit Experte Fabian Wegmann.

Livestreams gibt es bei DAZN (Eurosport inklusive) sowie kostenlos in der ARD-Mediathek.

Favoriten & Wettquoten

Fahrer Quote Implizite Wahrsch.
Mathieu van der Poel 2,70 37,0 %
Tadej Pogacar 2,70 37,0 %
Filippo Ganna 2,70 37,0 %
Wout van Aert 8,00 12,5 %
Mads Pedersen 8,00 12,5 %
Jasper Philipsen 13,0 7,7 %

Stand: 11. April 2026, 8:00 Uhr. Angaben ohne Gewähr. 18+ | AGB gelten.

Die sechs gelisteten Fahrer summieren sich bereits auf 143,7 % implizite Wahrscheinlichkeit – ohne das restliche Feld. Die Buchmacher-Margin bei Roubaix-Outrights liegt damit im Bereich von 40–50 %, was für Eintages-Klassiker mit großem Feld typisch ist. Das bedeutet: Jede einzelne Quote enthält einen massiven Aufpreis gegenüber der echten Wahrscheinlichkeit. Roubaix ist ein Wettbewerb, bei dem selbst die Favoriten in einem Loch verschwinden können. Der Markt weiß das – und preist es entsprechend ein.

Die drei Kontrahenten bei 2,70 – wer hat den besten Case?

Mathieu van der Poel (2,70) ist der Titelverteidiger und dreifache Roubaix-Champion. Ein vierter Sieg würde ihn neben Roger De Vlaeminck und Tom Boonen stellen. Auf den Pavés ist der Niederländer seit Jahren das Maß aller Dinge – physisch und taktisch.

Tadej Pogacar (2,70) fehlt nur noch dieses eine Monument. Er hat in diesem Frühjahr bereits gezeigt, dass er in der Frühjahrsklassik-Saison konkurrenzfähig ist. Das Problem: Roubaix vergibt seinen Sieger oft nach Sturz, Pech und Materialdefekt – kein Terrain für den besten Kletterer der Welt, der auf Kopfsteinpflaster strukturell anders belastet wird als van der Poel.

Filippo Ganna (2,70) fällt aus dem Rahmen. Der Weltklasse-Zeitfahrer aus dem Ineos-Team hat die Physik für Roubaix – pure Kraft, flaches Profil – aber kaum die Erfahrung auf den Pavés, die van der Poel und Pogacar auszeichnet. Gleiche Quote, aber ein anderes Risikoprofil.

Van Aert und Pedersen (8,00) wurden am vergangenen Sonntag Vierter und Fünfter im letzten Frühjahrsklassiker. Sie sind fit, kennen das Rennen und können an einem guten Tag jeden schlagen.

Einschätzung: Bei dieser Margin empfehlen wir keine Outright-Wette ohne konkretes Edge. Wer trotzdem setzen möchte: Van der Poel hat die beste Roubaix-Spezifik aller Kandidaten. Ganna zur gleichen Quote wie der Titelverteidiger ist überbewertet.

Die entscheidenden Streckenabschnitte

Von den 30 Pavé-Sektoren tragen drei die höchste Schwierigkeitsstufe (fünf Sterne):

Trouée d’Arenberg (Sektor 19, km 163,0 – 2,3 km): Der berühmteste Kopfsteinpflaster-Abschnitt im Profi-Radsport. Ein schmaler Waldweg, der keine Ausweichmöglichkeit lässt. Wer hier fährt, überlässt das Schicksal zum Teil dem Material.

Mons-en-Pévèle (Sektor 11, km 209,7 – 3,0 km): Drei Kilometer, auf denen die Selektionierung der Spitzengruppe oft endgültig wird.

Carrefour de l’Arbre (Sektor 4, km 241,2 – 2,1 km): Nur 17 km vor dem Ziel – hier fallen die letzten Entscheidungen. Wer hier noch in der Spitzengruppe ist, kämpft um den Sieg.

Die vollständigen 30 Pavé-Sektoren

Nr. Name ab km Länge Schwierigkeit
30 Troisvilles à Inchy 95,8 2,2 km ★★★
29 Viesly à Quiévy 102,3 1,8 km ★★★
28 Quiévy à Saint-Python 104,9 3,7 km ★★★★
27 Viesly à Briastre 111,1 3,0 km ★★★
26 Briastre 114,9 0,8 km ★★★
25 Solesmes à Haussy 123,7 0,8 km ★★
24 Saulzoir à Verchain-Maugré 130,5 1,2 km ★★
23 Verchain-Maugré à Quérénaing 134,9 1,6 km ★★★
22 Quérénaing à Maing 137,5 2,5 km ★★★
21 Maing à Monchaux 140,7 1,6 km ★★★
20 Haveluy à Wallers 153,6 2,5 km ★★★★
19 Trouée d’Arenberg 163,0 2,3 km ★★★★★
18 Wallers à Hélesmes 169,1 1,6 km ★★★
17 Hornaing à Wandignies 175,9 3,7 km ★★★★
16 Warlaing à Brillon 183,3 2,4 km ★★★
15 Tilloy à Sars-et-Rosières 186,8 2,4 km ★★★★
14 Beuvry à Orchies 193,2 1,4 km ★★★
13 Orchies 198,2 1,7 km ★★★
12 Auchy-lez-Orchies à Bersée 204,3 2,7 km ★★★★
11 Mons-en-Pévèle 209,7 3,0 km ★★★★★
10 Mérignies à Avelin 215,7 0,7 km ★★
9 Pont-Thibault à Ennevelin 219,1 1,4 km ★★★
8a Templeuve – L’Epinette 224,5 0,2 km
8b Templeuve – Moulin-de-Vertain 225,0 0,5 km ★★
7 Cysoing à Bourghelles 231,5 1,3 km ★★★
6 Bourghelles à Wannehain 234,0 1,1 km ★★★
5 Camphin-en-Pévèle 238,4 1,8 km ★★★★
4 Carrefour de l’Arbre 241,2 2,1 km ★★★★★
3 Gruson 243,5 1,1 km ★★
2 Willems à Hem 250,2 1,4 km ★★
1 Roubaix (Velodrom) 256,9 0,3 km