Drei Hinspiele der zweiten Qualifikationsrunde stehen heute Abend an. Zwei davon haben eine Gemeinsamkeit, die der Markt unterschätzt: Der Favorit hat seit Wochen kein Pflichtspiel bestritten, der Außenseiter steckt mitten im Wettkampfrhythmus. Unsere Einschätzungen zu allen drei Partien.
Letzte Aktualisierung: 22. Juli 2026
Die Partien im Überblick
| Zeit | Begegnung | Ort |
|---|---|---|
| 19:00 | Omonia Nikosia – Kairat Almaty | GSP-Stadion, Nikosia |
| 19:30 | Levski Sofia – Universitatea Craiova | Georgi-Asparuhov-Stadion, Sofia |
| 21:00 | Egnatia Rrogozhinë – NK Celje | Arena Egnatia, Rrogozhinë |
Alle drei Sieger ziehen in die dritte Qualifikationsrunde ein, die Verlierer wechseln in die Europa-League-Qualifikation. Die Rückspiele folgen kommende Woche.
Omonia Nikosia – Kairat Almaty (19:00 Uhr)
Die Ausgangslage: Zwei nationale Meister treffen aufeinander – aber in völlig unterschiedlicher Verfassung.
Omonia gewann die zyprische Liga mit 87 Punkten aus 36 Spielen und 18 Zählern Vorsprung auf AEK Larnaka, dazu 88 erzielte Tore. Der Haken: Die Mannschaft von Henning Berg hat seit Mai kein Pflichtspiel mehr bestritten. Die Vorbereitung verlief ordentlich – vier Spiele ungeschlagen, zuletzt ein 2:1 gegen Panetolikos mit einem Doppelpack von Andronikos Kakoullis –, aber Testspiele sind kein Ersatz für europäische Wettkampfhärte.
Kairat kommt aus dem Gegenteil: fünf Siege in Folge, in den letzten fünf Partien durchschnittlich 2,8 erzielte und nur 0,6 kassierte Tore. In der ersten Qualifikationsrunde setzten sich die Kasachen mit 4:1 gegen Sutjeska durch, am Samstag gewannen sie 3:1 in Atyrau. In der heimischen Liga stehen sie einen Punkt hinter Ordabasy auf Rang zwei.
Der Markt: Omonia wird bei etwa 1,75 gehandelt, die implizite Siegwahrscheinlichkeit liegt bei rund 58 Prozent. Ein Modell setzt sie dagegen nur bei 44 Prozent an.
Bemerkenswert: Die beiden Teams trafen bereits zweimal in der Conference League aufeinander – beide Partien endeten torlos.
Unser Tipp: Beide Teams treffen – Ja. Die Begründung liegt in den Defensivwerten: Omonia kassierte in vier ihrer letzten fünf Spiele mindestens ein Gegentor, Kairat erzielte in den letzten fünf Partien 15 Treffer. Gleichzeitig traf Omonia in neun ihrer letzten zehn Spiele. Die Siegwette auf den Favoriten ist bei fehlender Wettkampfpraxis riskanter, als die Quote suggeriert.
Levski Sofia – Universitatea Craiova (19:30 Uhr)
Die Ausgangslage: Zwei Meister, die beide ungeschlagen durch die erste Runde kamen – und deren Zahlen sich fast spiegeln.
Levski durchbrach vergangene Saison die Dominanz von Ludogorets und ist bulgarischer Meister. In der ersten Qualifikationsrunde folgte auf ein 1:1 in Banja Luka ein 4:0 im Rückspiel – bemerkenswert: alle vier Tore fielen in der zweiten Halbzeit. In der Liga gewann Levski zum Auftakt 2:1 gegen Dunav Ruse.
Craiova wurde nach 35 Jahren wieder rumänischer Meister, gewann im Sommer den Supercup gegen Cluj und startete mit einem 4:0 gegen UTA in die Liga. In der Qualifikation setzte man sich souverän gegen ML Vitebsk durch (4:1 auswärts, 1:0 zu Hause).
Die Symmetrie: Beide Teams sind in ihren letzten zwei Partien ungeschlagen, beide erzielten fünf Tore, beide kassierten nur eines, beide hielten je einmal die Null.
Der Markt: Levski liegt bei etwa 1,90 bis 2,10. Ein Modell sieht Levski und das Remis bei jeweils 35 Prozent, Craiova bei 30 Prozent – und empfiehlt deshalb die Doppelte Chance statt eines klaren Siegtipps.
Unser Tipp: Doppelte Chance Levski oder Unentschieden. Bei drei praktisch gleichverteilten Ausgängen ist die Absicherung die vernünftigere Wahl. Wer mehr Risiko möchte: Levskis Muster, spät im Spiel zuzuschlagen, spricht für eine Wette auf mehr Tore in Halbzeit zwei.
Zur Einordnung: Craiova ist seit elf Pflichtspielen ungeschlagen und kassierte in den letzten sechs Auswärtsspielen nur zwei Gegentore. Das relativiert den Heimvorteil deutlich.
Egnatia Rrogozhinë – NK Celje (21:00 Uhr)
Die Ausgangslage: Die interessanteste Konstellation des Abends, weil hier Papierform und aktuelle Form auseinanderfallen.
Egnatia schrieb Vereinsgeschichte: Zum ersten Mal überstanden die Albaner eine Champions-League-Qualifikationsrunde – mit 7:2 gegen Petrocub, nach einem 1:1 auswärts und einem 6:1 im Rückspiel. Beachtlich: Im Hinspiel spielten sie lange in Unterzahl. Zu Hause ist die Mannschaft von Nevil Dede in der Qualifikation noch ungeschlagen, drei Heimsiege in Folge stehen zu Buche.
Celje ist auf dem Papier stärker – mit Conference-League-Erfahrung aus der Vorsaison und einer Siegquote über 68 Prozent in der Liga. Die aktuelle Form spricht aber eine andere Sprache: Zum Ligaauftakt gab es nur ein 2:2 gegen Mura, bei dem Celje trotz Feldüberlegenheit zweimal einem Rückstand hinterherlief. Dazu kommt ein personeller Aderlass – mehrere Leistungsträger haben den Klub verlassen.
Der Markt: Celje wird bei etwa 1,81 bis 1,94 gehandelt, Egnatia bei rund 4,20. Ein Modell sieht Celje bei knapp 46 Prozent – deutlich weniger, als die Quote nahelegt.
Unser Tipp: Über 2,5 Tore. Egnatia traf in acht ihrer letzten neun Spiele mindestens zweimal, kassierte aber auch in 13 der letzten 16 Partien. Celje erzielte im Schnitt 2,5 Tore pro Ligaspiel. Zwei offensivstarke Teams mit erkennbaren Defensivproblemen – das spricht für Tore.
Für Mutige: Egnatia bei über 4,00 ist nicht so chancenlos, wie die Quote suggeriert. Die Heimstärke in der Qualifikation und Celjes personelle Situation sprechen dafür, dass hier mehr drin ist als ein klarer Auswärtssieg.
Was diese drei Partien verbindet
Ein Muster zieht sich durch den Abend: In zwei von drei Spielen steht ein Favorit ohne Wettkampfpraxis einem Außenseiter im Rhythmus gegenüber. Omonia hat seit Mai kein Pflichtspiel bestritten, Celje absolviert erst sein zweites Saisonspiel. Kairat und Egnatia kommen dagegen aus laufenden Wettbewerben.
Das ist bei Qualifikationsrunden im Juli ein wiederkehrender Effekt, den Buchmacher tendenziell zu schwach gewichten. Wer darauf setzt, findet eher bei Tormärkten und Doppelten Chancen Value als bei reinen Siegwetten.
Zweiter Punkt: Es sind Hinspiele. Teams, die auswärts spielen, agieren häufig vorsichtiger als in einem Einzelspiel – die Entscheidung fällt erst im Rückspiel.
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