Jan Rademeister
| veröffentlicht am: 28.07.26
geprüft von Thoralf Müller | 4 Min. Lesezeit

ATP & WTA Washington 2026: Favoriten, Absagen & Quoten zum Citi DC Open

ATP & WTA Washington 2026: Favoriten, Absagen & Quoten zum Citi DC Open

Die nordamerikanische Hartplatzsaison beginnt – und sie beginnt mit dem einzigen kombinierten ATP-500- und WTA-500-Turnier der Welt. Das Mubadala Citi DC Open in Washington, D.C. ist traditionell der Auftakt der US Open Series und damit die erste echte Standortbestimmung vor dem letzten Grand Slam des Jahres. Wer hier Runden gewinnt, sammelt nicht nur wertvolle Punkte, sondern auch das Selbstvertrauen für New York. Zwei kurzfristige Absagen haben das Herrenfeld allerdings spürbar geöffnet.

Quick Facts: Das Wichtigste auf einen Blick

Turnier Mubadala Citi DC Open
Kategorie ATP 500 (Herren) / WTA 500 (Damen)
Datum 27. Juli bis 2. August 2026
Ort William H.G. FitzGerald Tennis Center, Washington, D.C.
Belag Hartplatz, Freiluft (mittelschnell)
Feldgröße 32 (Herren) / 28 (Damen) im Einzel
Titelverteidiger Herren Alex de Minaur
Titelverteidigerin Damen Leylah Fernandez
Preisgeld Herren 2.469.450 US-Dollar
TV Deutschland Sky Sport (Pay-TV), Tennis TV
Free-TV Deutschland nein

Worum es geht: der Startschuss zur US-Open-Saison

Washington ist eines der ältesten und traditionsreichsten Turniere der ATP Tour, mitgegründet 1969 unter anderem von Tennis-Legende Arthur Ashe. Seit dem Zusammenschluss mit dem Silicon Valley Classic im Jahr 2023 ist es das weltweit einzige Turnier, das ATP 500 und WTA 500 in derselben Woche am selben Ort vereint. Gespielt wird auf mittelschnellem Hartplatz im Rock Creek Park – bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit, was die Partien zusätzlich zu einer konditionellen Prüfung macht.

Für die Herren wurde das Hauptfeld in diesem Jahr von 48 auf 32 Spieler verkleinert, was die Auslosung von Beginn an hochkarätiger macht: Es gibt kaum noch Auftaktrunden gegen klar unterlegene Gegner. Der Sieger erhält 500 Punkte für die Weltrangliste und rund 462.000 US-Dollar.

Die Favoriten bei den Herren

Das Herrenfeld hat kurz vor dem ersten Aufschlag zwei prominente Namen verloren: Die ursprünglich stark eingeschätzten Felix Auger-Aliassime und Daniil Medvedev haben ihre Teilnahme wenige Tage vor Turnierbeginn abgesagt. Damit verschiebt sich das Kräfteverhältnis deutlich.

Im Zentrum steht nun Alex de Minaur. Der Australier ist an Position eins gesetzt, verteidigt seinen Vorjahrestitel und hat auf schnellem Hartplatz mit seiner Laufstärke und Rückschlagqualität ideale Bedingungen. Sein Vorjahresfinale gegen Alejandro Davidovich Fokina gewann er in drei Sätzen.

Die größte Bedrohung geht von der US-amerikanischen Fraktion aus, die vor heimischem Publikum antritt. Ben Shelton bringt mit seinem Aufschlag genau die Waffe mit, die auf diesem Belag den Unterschied macht, und gilt vielen Beobachtern als Topfavorit. Taylor Fritz ist der konstanteste US-Hartplatzspieler der letzten Jahre und in Washington stets gefährlich. Dahinter reihen sich mit Tommy Paul und Publikumsliebling Frances Tiafoe, der in Washington aufgewachsen ist, zwei weitere ernstzunehmende Heimspieler ein.

Als europäischer Gegenentwurf tritt Lorenzo Musetti an, dessen elegantes Spiel auf Hartplatz zwar weniger dominant wirkt als auf Sand, der aber in Form für jeden ein unangenehmer Gegner ist. Aus der jüngeren Generation lohnt der Blick auf Learner Tien, der als einer der druckstärksten Aufschlagreturneure des Feldes gilt, sowie auf Brandon Nakashima und Alex Michelsen.

Die Prognose: In einem geöffneten Feld ohne Medvedev und Auger-Aliassime spricht viel für einen US-amerikanischen Sieger. Shelton und Fritz bringen mit ihrer Aufschlagstärke und dem Heimvorteil die besten Argumente mit, während de Minaur als Titelverteidiger der stabilste Faktor bleibt.

Die Favoritinnen bei den Damen

Auf der Damenseite führt Jessica Pegula als Setzlistenerste das Feld an. Die US-Amerikanerin zählt seit Jahren zur erweiterten Weltspitze, liebt schnelle Hartplätze und geht vor heimischem Publikum als eine der Titelanwärterinnen ins Turnier.

Der größte Zuschauermagnet ist Naomi Osaka. Die vierfache Grand-Slam-Siegerin arbeitet sich weiter an ihre alte Form heran, und auf Hartplatz – ihrem stärksten Belag – ist sie in jedem Match eine Gefahr für die Setzlistenspitze. Mit Elina Svitolina, US-Open-Halbfinalistin der Vorsaison Madison Keys und der schlagkräftigen Marta Kostyuk stehen drei weitere Spielerinnen bereit, die einen tiefen Lauf schaffen können.

Titelverteidigerin Leylah Fernandez darf man nach ihrem Vorjahrescoup nicht abschreiben, auch wenn sie diesmal nicht zum engsten Favoritenkreis zählt. Für die Storyline des Turniers sorgen zwei Namen: Die aufstrebende Philippinerin Alex Eala bringt frischen Wind, und mit einer Wildcard schlägt Routinierin Venus Williams auf – ein Auftritt, der weit über die reine Sportstatistik hinaus Aufmerksamkeit erzeugt.

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Quoten zum Turniersieg

Für Turniersieger-Wetten stellen die Buchmacher bereits vor dem ersten Aufschlag Quoten. Die folgenden Werte sind abgeleitete Marktschätzungen und geben die Favoritenrollen nach den beiden Absagen wieder – sie sind vor einer Wettabgabe mit dem aktuellen Angebot des jeweiligen Anbieters abzugleichen.

Herren:

Spieler Quote (ca.)
Ben Shelton 4,50
Taylor Fritz 5,00
Alex de Minaur 5,50
Lorenzo Musetti 7,50
Frances Tiafoe 9,00
Tommy Paul 11,00
Learner Tien 13,00

Damen:

Spielerin Quote (ca.)
Jessica Pegula 4,00
Naomi Osaka 5,50
Elina Svitolina 7,00
Madison Keys 8,00
Marta Kostyuk 11,00
Leylah Fernandez 13,00
Alex Eala 15,00

Quoten-Stand: 28.07.2026. Wettquoten unterliegen ständigen Schwankungen – bitte vor Wettabgabe beim jeweiligen Anbieter prüfen.

Was das Turnier so besonders macht

Der Reiz von Washington liegt in der Kombination aus Tradition, Timing und Bedingungen. Als Auftakt der Hartplatzsaison trifft hier eine ausgeruhte Weltspitze auf jene Spieler, die bereits nach der Rasensaison im Rhythmus sind – ein Vorteil, der in der ersten Turnierwoche der Serie regelmäßig für Überraschungen sorgt. Die Hitze verstärkt diesen Effekt: Wer konditionell noch nicht auf der Höhe ist, verliert hier früh.

Für deutsche Fans ist das Turnier auch als Formcheck vor den US Open interessant. Wer in Washington überzeugt, geht mit Rückenwind in die Masters-Events von Montreal und Cincinnati – und damit in die heiße Phase vor New York.


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