Jan Rademeister
| veröffentlicht am: 28.07.26
geprüft von Thoralf Müller | 4 Min. Lesezeit

ATP Los Cabos 2026: Favoriten, Feld & Quoten zum Mifel Open

ATP Los Cabos 2026: Favoriten, Feld & Quoten zum Mifel Open

Während die Weltspitze der Herren in Washington den großen Auftakt der US-Open-Saison bestreitet, läuft in Mexiko das sympathische Gegenstück: Das Mifel Tennis Open by Telcel Oppo in Los Cabos feiert seine 10. Auflage. Das ATP-250-Turnier am Pazifik gilt als eines der offensten der Saison – ein Feld ohne überragenden Topfavoriten, dafür mit einer Mischung aus etablierten Namen, aufstrebenden Talenten und der typischen Hartplatz-Unberechenbarkeit dieser Jahreszeit.

Quick Facts: Das Wichtigste auf einen Blick

Turnier Mifel Tennis Open by Telcel Oppo
Kategorie ATP 250
Datum 27. Juli bis 1. August 2026
Ort Cabo Sports Complex, Los Cabos (Mexiko)
Belag Hartplatz, Freiluft
Feldgröße 28 Spieler im Einzel
Titelverteidiger Denis Shapovalov
Preisgeld 909.790 US-Dollar
TV Deutschland Sky Sport / Tennis TV (Verifikation, siehe Hinweis)
Free-TV Deutschland nein

Worum es geht: Jubiläum am Pazifik

Los Cabos hat sich seit der Gründung 2016 zu einem festen Bestandteil des ATP-Kalenders entwickelt – nicht nur wegen des Tennis, sondern auch wegen der Kulisse. Der Cabo Sports Complex mit seinem Blick aufs Meer, die Sommerhitze und das entspannte Resort-Ambiente geben dem Turnier einen Charakter, den nur wenige ATP 250 haben. Zum zehnten Geburtstag hat die Turnierleitung ein bewusst hochwertiges Feld zusammengestellt.

Das Hauptfeld umfasst 28 Spieler, die vier topgesetzten Profis erhalten in der ersten Runde ein Freilos. Der Sieger sichert sich 250 Weltranglistenpunkte und rund 138.000 US-Dollar – wertvolle Zähler für die US Open Series, gerade für Spieler, die in Washington nicht am Start sind oder dort früh ausgeschieden wären.

Die Favoriten

Jiří Lehečka geht als Nummer eins des Turniers ins Rennen. Der Tscheche hat sich in dieser Saison in die Top 15 der Welt vorgearbeitet, sein bestes Ergebnis war das Halbfinale in Miami. Auf schnellem Hartplatz kommt sein wuchtiges Grundlinienspiel voll zur Geltung – er ist der logische, wenn auch nicht überragende Favorit. Ins Turnier startet er nach einem Freilos gegen den Sieger der Partie zwischen Coleman Wong und dem 18-jährigen Darwin Blanch.

Dahinter staffelt sich ein eng beieinanderliegendes Verfolgerfeld. Luciano Darderi ist als Nummer zwei gesetzt; der Italiener hat in dieser Saison bereits in Santiago einen Titel geholt und fühlt sich auf Hartplatz wohl. Francisco Cerúndolo (Nummer drei) bringt als erfahrener Tourspieler die nötige Konstanz mit, auch wenn seine besten Resultate zuletzt auf anderen Belägen kamen. Karen Khachanov komplettiert als Nummer vier das gesetzte Quartett und ist mit seiner Erfahrung und Aufschlagstärke bei einem Turnier dieser Kategorie immer ein Titelkandidat.

Für Spannung sorgt die zweite Reihe. Titelverteidiger Denis Shapovalov ist in diesem Jahr nur an Position acht gesetzt und trifft zum Auftakt auf den Australier Rinky Hijikata – ein Hinweis darauf, wie offen das Feld ist. Der Spanier Martín Landaluce (Nummer sieben) gilt als eines der größten Talente seines Jahrgangs und hat in der unteren Tableauhälfte die Chance, sich in die entscheidenden Runden zu spielen. Dazu kommen mit dem früheren Champion Cameron Norrie, dem Franzosen Corentin Moutet und Routinier Grigor Dimitrov weitere Namen, die an einem guten Tag jeden schlagen können.

Die vielleicht reizvollste Erstrundenpartie steigt zwischen Dimitrov und dem erst 17-jährigen französischen Wildcard-Spieler Moïse Kouamé, der bei den French Open für Aufsehen sorgte. Für den Bulgaren geht es um Rhythmus und Form, für das Talent um wertvolle Erfahrung auf großer Bühne.

Ein offenes Turnier – die Prognose

Anders als in Washington gibt es in Los Cabos keinen klaren Turnierdominator. Lehečka und Darderi starten als Favoriten eine Nuance über dem Rest, doch die Präsenz von Cerúndolo, Khachanov, Landaluce, Shapovalov und Dimitrov macht die Titeljagd komplett offen. Das theoretische Halbfinale-Szenario nach der Setzung lautet Lehečka gegen Cerúndolo sowie Khachanov gegen Darderi – aber gerade in Mexiko neigt die Auslosung erfahrungsgemäß zu Überraschungen.

Für Wetten heißt das: Der Favoritensturz ist bei diesem Turnier eher die Regel als die Ausnahme. Wer auf den Turniersieger setzt, sollte die Offenheit des Feldes einpreisen und den Außenseitern mehr zutrauen als bei einem größeren Event.

Quoten zum Turniersieg

Die folgenden Werte sind abgeleitete Marktschätzungen und bilden die Favoritenrollen im offenen Feld ab. Sie sind vor einer Wettabgabe mit dem aktuellen Angebot des jeweiligen Anbieters abzugleichen.

Spieler Quote (ca.)
Jiří Lehečka 2,75
Luciano Darderi 4,50
Francisco Cerúndolo 5,50
Karen Khachanov 6,00
Cameron Norrie 9,00
Denis Shapovalov 9,00
Martín Landaluce 12,00
Grigor Dimitrov 13,00

Quoten-Stand: 28.07.2026. Wettquoten unterliegen ständigen Schwankungen – bitte vor Wettabgabe beim jeweiligen Anbieter prüfen.

Warum sich der Blick nach Mexiko lohnt

Los Cabos ist das ideale Turnier für alle, die abseits der ganz großen Namen nach Wert suchen. Die Kombination aus Hitze, kurzer Vorbereitung und einem ausgeglichenen Feld produziert enge Matches und regelmäßig neue Gesichter in den späten Runden. Für die Spieler ist es die Chance, mit einem Titel oder einem tiefen Lauf Rückenwind für die US Open Series aufzunehmen – für Fans und Wettende ein Turnier mit hohem Überraschungspotenzial.


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