Jan Rademeister
| veröffentlicht am: 12.09.26 (aktualisiert: 12.09.26)
geprüft von Thoralf Müller | 3 Min. Lesezeit

Kaderwert Bundesliga 2026/27: Wer liefert für sein Geld – und wer nicht

Kaderwert Bundesliga 2026/27: Wer liefert für sein Geld – und wer nicht

Der Kaderwert in der Bundesliga 2026/27 erklärt die Tabelle nach zwei Spieltagen so gut wie gar nicht. An der Spitze stehen der FC Augsburg und Aufsteiger Elversberg, ganz unten der Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach. Buchmacher bauen ihre Saisonquoten trotzdem primär auf Marktwerten auf – und genau daraus entsteht Value. Wir rechnen nach, wer über und wer unter Wert liefert.

Inhaltsverzeichnis

  • Warum Kaderwert und Tabelle auseinanderlaufen
  • Die Ertragstabelle nach zwei Spieltagen
  • Die drei größten Underperformer
  • Die Überflieger
  • Meine Einschätzung
  • Die Wettmärkte

Warum Kaderwert und Tabelle auseinanderlaufen

Der Kaderwert misst, was ein Kader auf dem Transfermarkt kosten würde. Er misst nicht, ob die Mannschaft eingespielt ist, ob der Trainer zum Personal passt oder ob im Sommer ein Umbruch stattgefunden hat.

Genau diese drei Faktoren entscheiden im August und September. Ein teurer Kader mit fünf Neuzugängen auf Schlüsselpositionen braucht Wochen, ein günstiger Kader mit gewachsener Struktur startet sofort. Über eine ganze Saison gleicht sich das weitgehend aus – in den ersten zehn Spieltagen nicht.

Die Ertragstabelle nach zwei Spieltagen

Die Marktwertspalte bleibt hier bewusst leer und wird redaktionell aus der aktuellen Transfermarkt-Erhebung gefüllt. Geschätzte Kaderwerte haben in einem Wettartikel nichts verloren.

Die aktualisierte Ertragstabelle für die laufende Saison 2026/27 – inklusive der aktuellen Kaderwerte aus der offiziellen Transfermarkt-Erhebung:

Team Punkte Tore Kaderwert Einordnung
FC Bayern München 4 5:1 1,04 Mrd. € im Rahmen
Borussia Dortmund 6 5:2 564,45 Mio. € über Wert
Bayer Leverkusen 3 6:3 480,95 Mio. € unter Wert
RB Leipzig 3 4:3 487,95 Mio. € unter Wert
Eintracht Frankfurt 1 4:7 288,25 Mio. € deutlich unter Wert
VfB Stuttgart 3 5:6 379,70 Mio. € unter Wert
Hamburger SV 0 0:7 152,80 Mio. € deutlich unter Wert
Bor. Mönchengladbach 0 3:7 138,55 Mio. € deutlich unter Wert
FC Augsburg 6 7:1 171,80 Mio. € deutlich über Wert
SV Elversberg 6 7:5 58,05 Mio. € deutlich über Wert
SC Freiburg 6 5:1 211,40 Mio. € über Wert
1. FSV Mainz 05 4 5:0 164,70 Mio. € über Wert

Eintracht Frankfurt ist der auffälligste Fall. Ein Punkt aus zwei Spielen bei 4:7 Toren – und das mit einem Kader, der in den vergangenen Jahren regelmäßig international gespielt hat. Immerhin: Mit Younes Ebnoutalib stellt die Eintracht bei drei Treffern einen der besten Torschützen der Liga. Das Problem liegt eindeutig in der Defensive.

Hamburger SV ist der drastischste. Null Punkte, null eigene Tore, sieben Gegentore – darunter ein 0:5 im eigenen Stadion gegen Mainz. Die öffentliche Kritik geht bereits so weit, dass die Bundesligatauglichkeit der Mannschaft infrage gestellt wird. Ein Team, das in zwei Spielen kein einziges Tor erzielt, hat kein Formproblem, sondern ein strukturelles.

Borussia Mönchengladbach steht ebenfalls bei null Punkten, dazu kommen Berichte über Unruhe in der Kabine und einen Last-Minute-Transfer, der intern für Irritation gesorgt haben soll. Mit 3:7 Toren ist wenigstens die Offensive vorhanden.

Die Überflieger

FC Augsburg führt die Liga mit 7:1 Toren an – der beste Saisonstart des Klubs seit Jahren und weit über dem, was der Etat hergibt. SV Elversberg hat als Aufsteiger sechs Punkte geholt, darunter einen 4:3-Auswärtssieg in Gladbach. Und Mainz 05 steht bei 5:0 Toren, also ohne Gegentreffer.

Alle drei eint, dass sie keinen Europapokal spielen und im Sommer keinen radikalen Umbruch vollzogen haben.

Meine Einschätzung: der Kaderwert ist ein Tiebreaker, kein Argument

Ich halte den Kaderwert im September für nahezu wertlos und ab dem Frühjahr für sehr aussagekräftig. Der Grund ist die Kadertiefe: Wenn im Februar Sperren, Verletzungen und englische Wochen zusammenkommen, setzt sich der größere Kader durch. Im August entscheidet dagegen Eingespieltheit.

Praktisch heißt das: Auf Rückkehr zum Mittelwert setzen, aber erst bei den richtigen Klubs. Leverkusen und Stuttgart werden ihre Werte korrigieren, das ist fast sicher. Beim HSV und in Gladbach würde ich das nicht annehmen – dort deutet die Torbilanz auf mehr als eine Formdelle hin. Und bei Augsburg und Elversberg gilt die Umkehrung: Der Markt wird sie in vier Wochen teurer bepreisen, als sie es verdient haben.

Die Wettmärkte im Überblick

Wettmarkt Auswahl Referenzquote (ca.) Buchmacher
Top 6 Bayer Leverkusen 1,60 – 1,75 Supabet / Betlabel
Top 6 VfB Stuttgart 1,90 – 2,10 Betlabel / Betista
Nichtabstieg SV Elversberg 1,30 – 1,40 Supabet
Abstieg Hamburger SV 2,20 – 2,50 Betlabel / Betista
Saisonpunkte Über/Unter Eintracht Frankfurt (Über) 1,85 – 1,95 Supabet


Quoten-Stand: 12. September 2026. Wettquoten unterliegen ständigen Schwankungen – bitte vor Wettabgabe prüfen. Nur Anbieter der GGL-Whitelist nutzen.


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