Jan Rademeister
| veröffentlicht am: 12.09.26
geprüft von Thoralf Müller | 4 Min. Lesezeit

Erster Trainerwechsel Bundesliga 2026/27: Wer fliegt als Erster?

Erster Trainerwechsel Bundesliga 2026/27: Wer fliegt als Erster?

Wer sorgt für den ersten Trainerwechsel der Bundesliga-Saison 2026/27? Nach den ersten beiden Spieltagen wird die Frage bereits deutlich konkreter. Borussia Mönchengladbach und der Hamburger SV stehen noch ohne Punkt da, während bei RB Leipzig nach zwei heftigen Niederlagen innerhalb weniger Tage ebenfalls Unruhe aufgekommen ist.

Noch wurde in der Bundesliga 2026/27 kein Trainer entlassen. Unser aktueller Favorit auf den ersten Wechsel ist aber Eugen Polanski von Borussia Mönchengladbach. Dahinter folgen Martín Demichelis bei RB Leipzig und HSV-Coach Merlin Polzin.

Dabei handelt es sich um eine redaktionelle Prognose. Bei in Deutschland lizenzierten Wettanbietern konnten wir aktuell keinen verifizierten Wettmarkt auf die erste Trainerentlassung finden.

Erster Bundesliga-Trainerwechsel 2026/27: Unsere Kandidaten

Rang Trainer Verein Risiko
1. Eugen Polanski Borussia Mönchengladbach Sehr hoch
2. Martín Demichelis RB Leipzig Hoch
3. Merlin Polzin Hamburger SV Hoch
4. Adi Hütter Eintracht Frankfurt Mittel
5. Carles Martínez Bayer Leverkusen Mittel
6. Daniel Thioune Werder Bremen Eher gering

Stand: 12. September 2026, vor Abschluss des 3. Spieltags.

Die Reihenfolge kann sich im September schnell verändern. Gerade in der Bundesliga reichen teilweise zwei weitere schlechte Ergebnisse, damit aus ersten Diskussionen eine echte Trainerfrage wird.

Eugen Polanski: In Gladbach wächst der Druck

Borussia Mönchengladbach ist mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet.

Auf das 0:3 bei RB Leipzig folgte ein besonders schmerzhaftes 3:4 gegen Aufsteiger Elversberg. Gladbach führte zwischenzeitlich sogar mit 3:1 und gab die Partie noch komplett aus der Hand. Polanski bezeichnete den Auftritt anschließend selbst ausgesprochen deutlich.

Das Problem reicht über diese zwei Spiele hinaus.

Gladbach hatte bereits die Vorsaison nur auf Rang zwölf beendet. Im Sommer wurde intern lange darüber diskutiert, ob Polanski überhaupt Cheftrainer bleiben soll. Sportchef Rouven Schröder entschied sich schließlich für eine weitere Zusammenarbeit, nahm gleichzeitig aber Veränderungen im Trainerteam und Kader vor.

Damit sind die Ausreden begrenzt.

Unsere Prognose: Wenn Gladbach auch in den kommenden Wochen keine Ergebnisse liefert, dürfte Polanski der gefährdetste Trainer der Liga sein.

Martín Demichelis: Leipzig muss schnell wieder liefern

Fast noch spannender ist die Situation bei Martín Demichelis.

RB Leipzig gewann zwar zum Auftakt gegen Gladbach, verlor danach aber 1:3 gegen Werder Bremen. Wenige Tage später folgte in der Champions League eine erschreckende 1:4-Niederlage bei Debütant Como 1907.

Bei einem Klub mit Leipziger Ansprüchen reichen zwei derartige Auftritte, damit Diskussionen entstehen.

Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer stärkte Demichelis öffentlich den Rücken und betonte, dass der Verein ruhig bleiben wolle. Gleichzeitig bezeichnete Demichelis das kommende Bundesliga-Spiel gegen den HSV selbst praktisch als Pflichtaufgabe.

Das macht die Situation interessant.

Demichelis ist erst seit Juni im Amt und besitzt einen Vertrag bis 2028. Leipzig hatte sich allerdings bereits im Sommer trotz Platz drei von Ole Werner getrennt. Das zeigt: Die Erwartungen betreffen nicht ausschließlich die Ergebnisse, sondern auch Entwicklung und Spielweise.

Eine längere Niederlagenserie dürfte deshalb kaum toleriert werden.

Merlin Polzin: 0 Punkte und 0:7 Tore beim HSV

Rein nach Ergebnissen sieht es für Merlin Polzin sogar noch schlechter aus.

Der Hamburger SV steht nach zwei Spielen bei:

  • 0 Punkten
  • 0 eigenen Toren
  • 7 Gegentoren
  • Tabellenende

Besonders das 0:5 gegen Mainz 05 im eigenen Stadion war ein schwerer Rückschlag.

Hinzu kommt eine ungewöhnliche Vertragssituation. Polzins Arbeitspapier läuft nach dieser Saison aus, eine Verlängerung ist bislang nicht erfolgt. Sky berichtete zuletzt, dass die Gespräche weiterlaufen und durch den Fehlstart automatisch zusätzlicher Druck entsteht.

Trotzdem setzen wir Polzin nur auf Rang drei.

Er besitzt beim HSV erhebliches Guthaben. Der gebürtige Hamburger führte den Verein zurück in die Bundesliga und anschließend zum Klassenerhalt. Klub und Mannschaft haben sich öffentlich mehrfach klar hinter ihm positioniert.

Noch ist das deshalb eine sportliche Krise – keine akute Entlassungssituation.

Carles Martínez vorerst aus der Gefahrenzone

Vor Saisonbeginn gehörte Carles Martínez zu unseren heißesten Kandidaten.

Das hatte vor allem mit Bayer Leverkusens jüngerer Historie zu tun. 2025 wurde Erik ten Hag bereits nach zwei Bundesliga-Spieltagen entlassen.

Als Leverkusen 2026/27 direkt mit einem 2:3 gegen Aufsteiger Elversberg startete, schien sich die Geschichte möglicherweise zu wiederholen.

Dann folgte jedoch ein überzeugendes 4:0 gegen Union Berlin. Die Werkself dominierte die Partie und verschaffte dem neuen Trainer damit zunächst Ruhe.

Martínez bleibt wegen der hohen Leverkusener Ansprüche ein Kandidat – aktuell sehen wir andere Trainer aber deutlich stärker gefährdet.

Wann gab es zuletzt den ersten Trainerwechsel?

Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, wie schnell Bundesligisten reagieren können.

Saison Erster Trainerwechsel Verein Datum
2025/26 Erik ten Hag Leverkusen 01.09.2025
2024/25 Peter Zeidler Bochum 20.10.2024
2023/24 Enrico Maaßen Augsburg 09.10.2023
2022/23 Domenico Tedesco RB Leipzig 07.09.2022
2021/22 Mark van Bommel Wolfsburg 24.10.2021
2020/21 David Wagner Schalke 27.09.2020
2019/20 Niko Kovač Bayern 03.11.2019

2025 stellte Leverkusen dabei einen extremen Fall dar. Erik ten Hag musste schon nach dem zweiten Spieltag gehen.

Generell fällt die erste Entscheidung auffällig häufig im September oder Oktober. Genau deshalb werden die kommenden drei bis vier Spieltage für die aktuellen Krisenklubs besonders wichtig.

Gibt es Wettquoten auf den ersten Bundesliga-Trainerwechsel?

Aktuell konnten wir bei in Deutschland regulierten Wettanbietern keinen belastbaren Markt auf den ersten Trainerwechsel der Bundesliga 2026/27 finden.

Teilweise führen Vergleichsseiten entsprechende Tabellen, allerdings ohne tatsächliche Quoten. Auch aktuelle Konkurrenten weisen ausdrücklich darauf hin, dass noch keine echten Preise verfügbar sind.

Deshalb erfinden wir hier keine vermeintlichen „Trainerentlassungs-Quoten“.

Unsere Rangliste ist eine redaktionelle Risikoeinschätzung und keine Buchmacherquote.

Wer fliegt als erster Bundesliga-Trainer 2026/27?

Aktuell sehen wir Eugen Polanski am stärksten unter Druck.

Gladbach kommt aus einer schwachen Vorsaison, die Verantwortlichen hatten seine Zukunft bereits im Sommer diskutiert und nun stehen nach zwei Spielen null Punkte zu Buche.

Direkt dahinter folgt Martín Demichelis. Bei Leipzig sind die Erwartungen erheblich höher, und Niederlagen wie das 1:3 gegen Bremen und 1:4 bei Como lassen sich nicht lange wiederholen.

Merlin Polzin komplettiert unsere Top drei. Der HSV-Fehlstart mit 0:7 Toren ist brutal, Polzins großer Kredit im Verein schützt ihn aktuell aber noch.

Unsere aktuelle Prognose für den ersten Bundesliga-Trainerwechsel 2026/27: Eugen Polanski vor Martín Demichelis und Merlin Polzin.

Stand: 12. September 2026. Der Artikel wird bei neuen Entwicklungen aktualisiert.