Jan Rademeister
| veröffentlicht am: 30.07.26
geprüft von Thoralf Müller | 11 Min. Lesezeit

Erster Bundesliga-Trainerwechsel 2026/27: Wer fliegt zuerst?

Erster Bundesliga-Trainerwechsel 2026/27: Wer fliegt zuerst?

Wer wird der erste Bundesliga-Trainer sein, der in der Saison 2026/27 seinen Arbeitsplatz verliert? Noch vor dem ersten Spieltag gibt es mehrere Kandidaten mit erhöhtem Risiko. Besonders im Fokus stehen die neuen Trainer bei Bayer Leverkusen und RB Leipzig sowie Daniel Thioune bei Werder Bremen.

Eine seriöse Prognose darf sich allerdings nicht allein daran orientieren, welcher Verein in der Vergangenheit besonders schnell unruhig geworden ist. Entscheidend sind auch das Auftaktprogramm, die Erwartungen an die Mannschaft, die Rückendeckung durch den Verein und die Frage, wie viele Veränderungen im Sommer vorgenommen wurden.

Unser aktueller redaktioneller Favorit auf den ersten Bundesliga-Trainerwechsel ist Carles Martínez von Bayer Leverkusen. Unmittelbar dahinter folgen Martín Demichelis von RB Leipzig und Daniel Thioune von Werder Bremen. Dabei handelt es sich ausdrücklich um eine journalistische Risikoeinschätzung und nicht um eine veröffentlichte Buchmacherquote.

Wettquoten auf den ersten Bundesliga-Trainerwechsel

Zum Redaktionsschluss am 30. Juli 2026 ließ sich bei in Deutschland zugelassenen Wettanbietern kein verifizierter Markt auf den ersten Trainerwechsel finden. Das ist nicht überraschend: Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder erlaubt Sportwetten nur auf genehmigte Sportereignisse und klar definierte Wettmärkte. Prognosemärkte auf gesellschaftliche oder sonstige Ereignisse sind in Deutschland nicht erlaubnisfähig. Eine Trainerentlassung gehört nicht zu den üblichen Ergebnis- oder Ereigniswetten eines Fußballspiels.

Markt Aktueller Status in Deutschland
Erster Bundesliga-Trainerwechsel 2026/27 Keine verifizierten legalen Quoten verfügbar
Trainer eines bestimmten Vereins wird entlassen Kein regulärer GGL-Wettmarkt
Anzahl der Trainerwechsel Kein verifiziertes Angebot
Redaktionelle Favoriten Analyse, keine Buchmacherquoten

Die im ursprünglichen Text verwendeten Gedankenstriche sollten deshalb nicht wie fehlende oder noch nachzutragende Quoten behandelt werden. Treffender ist die klare Information, dass es derzeit keinen legal verifizierten deutschen Wettmarkt gibt.

Sollte ein internationaler Anbieter einen solchen Markt veröffentlichen, gelten dessen Lizenzgebiet und Abrechnungsregeln. Nutzer in Deutschland sollten ausschließlich Anbieter und Wettmärkte verwenden, die auf der amtlichen GGL-Whitelist stehen und für den deutschen Markt erlaubt sind.

Unsere Kandidaten auf den ersten Bundesliga-Trainerwechsel

Die folgende Einordnung basiert auf dem Stand vor dem ersten Pflichtspiel der Saison. Sie berücksichtigt die sportlichen Erwartungen, das Auftaktprogramm, die jüngste Entwicklung und die erkennbare Rückendeckung des jeweiligen Vereins.

Risikostufe Trainer Verein Wichtigster Faktor
Hoch Carles Martínez Bayer Leverkusen Dritter Trainer innerhalb eines Jahres, hohe Champions-League-Erwartung
Hoch Martín Demichelis RB Leipzig Vorgänger trotz Platz drei entlassen
Erhöht Daniel Thioune Werder Bremen Schwieriger Start und durchwachsene Vorsaison
Erhöht Mauro Lustrinelli Union Berlin Bundesliga-Neuling mit sehr anspruchsvollem Auftakt
Erhöht Eugen Polanski Borussia Mönchengladbach Erste vollständige Saison und Erwartung einer klaren Verbesserung
Erhöht Adi Hütter Eintracht Frankfurt Hohe Ambitionen nach enttäuschender Saison
Mittel René Wagner 1. FC Köln Unruhiges Umfeld, aber Vertrag bis 2028
Mittel Merlin Polzin Hamburger SV Erwartungsdruck beim Traditionsverein
Mittel Manuel Baum FC Augsburg Muss die starke Rückrunde bestätigen
Mittel Miron Muslić FC Schalke 04 Große öffentliche Aufmerksamkeit, aber erheblicher Aufstiegsbonus
Eher niedrig Vincent Wagner SV Elversberg Schweres Programm, gleichzeitig großer Vertrauensvorschuss
Eher niedrig Ralf Kettemann SC Paderborn Aufstiegserfolg und geduldiges Vereinsumfeld
Niedrig Urs Fischer Mainz 05 Sehr erfolgreiche erste Monate
Niedrig Christian Ilzer TSG Hoffenheim Platz fünf und neuer langfristiger Vertrag
Niedrig Julian Schuster SC Freiburg Europapokalfinale und große Rückendeckung
Sehr niedrig Sebastian Hoeneß VfB Stuttgart Zwei Champions-League-Qualifikationen und Pokalerfolge
Sehr niedrig Niko Kovač Borussia Dortmund Vizemeister und beste Defensive der Vorsaison
Sehr niedrig Vincent Kompany FC Bayern Double-Gewinner und Vertrag bis 2029

Die Bundesliga geht mit mehreren neuen Trainern in die Saison. Martínez, Demichelis, Hütter und Lustrinelli beginnen ihre Tätigkeit erst im Sommer 2026. Andere Coaches wie Polanski, Baum, Wagner und Thioune wurden während der vergangenen Spielzeit befördert oder verpflichtet und starten nun erstmals mit einer vollständigen Vorbereitung.

Das Auftaktprogramm der gefährdeten Trainer

Die ersten vier Spieltage entscheiden nicht automatisch über die Zukunft eines Trainers. Sie beeinflussen aber, wie schnell eine sportliche Diskussion entsteht. Besonders problematisch sind vermeintlich lösbare Begegnungen: Bleiben dort die erwarteten Punkte aus, steigt der Druck oftmals schneller als nach einer nachvollziehbaren Niederlage gegen Bayern oder Dortmund.

Trainer 1. Spieltag 2. Spieltag 3. Spieltag 4. Spieltag
Carles Martínez Elversberg auswärts Union Berlin zuhause Augsburg auswärts RB Leipzig zuhause
Martín Demichelis Gladbach zuhause Werder auswärts HSV zuhause Leverkusen auswärts
Daniel Thioune Freiburg auswärts RB Leipzig zuhause Köln auswärts Augsburg zuhause
Mauro Lustrinelli Frankfurt zuhause Leverkusen auswärts Schalke zuhause Bayern auswärts
Eugen Polanski Leipzig auswärts Elversberg zuhause Freiburg auswärts Mainz zuhause
René Wagner Hoffenheim zuhause Stuttgart auswärts Werder zuhause HSV auswärts

Leverkusen und Leipzig beginnen jeweils mit mehreren Partien, in denen von ihnen Siege erwartet werden. Union hat dagegen das objektiv schwerste Programm dieser Kandidaten: Auf Frankfurt folgen Leverkusen, Schalke und Bayern. Werder startet in Freiburg und empfängt anschließend Leipzig.

Carles Martínez: In Leverkusen zählt der Start sofort

Carles Martínez besitzt aus unserer Sicht das schärfste Risikoprofil. Der Spanier ist bereits der dritte Leverkusener Cheftrainer seit dem Abschied von Xabi Alonso im Mai 2025. Erik ten Hag wurde im September 2025 nach nur zwei Bundesliga-Spielen freigestellt. Kasper Hjulmand blieb anschließend lediglich neun Monate im Amt, obwohl er 24 seiner 48 Pflichtspiele gewann.

Leverkusen hat Martínez mit einem Vertrag bis 2028 ausgestattet und dessen moderne, ballbesitzorientierte Spielidee ausdrücklich hervorgehoben. Dennoch sind die Erwartungen eindeutig: Nach Platz sechs und der verpassten Champions-League-Qualifikation soll die Werkself wieder zur deutschen Spitzengruppe gehören.

Das Auftaktprogramm erhöht den Ergebnisdruck. Gegen Elversberg, Union und Augsburg wird Leverkusen jeweils als Favorit antreten. Sollte die Mannschaft nach diesen drei Begegnungen nur wenige Punkte besitzen, käme das Heimspiel gegen Leipzig bereits einer frühen Belastungsprobe gleich.

Das bedeutet nicht, dass Martínez nach zwei schwächeren Auftritten automatisch entlassen wird. Die jüngere Leverkusener Vergangenheit zeigt jedoch, dass die Vereinsführung auch ungewöhnlich früh handelt, wenn sie von der Zusammenarbeit zwischen Trainer und Mannschaft nicht überzeugt ist.

Martín Demichelis: Platz drei reichte seinem Vorgänger nicht

Martín Demichelis übernimmt bei RB Leipzig eine Mannschaft, die die vergangene Saison auf dem dritten Tabellenplatz beendet hat. Trotzdem wurde Ole Werner nach Saisonende freigestellt. Allein diese Entscheidung zeigt, wie hoch die sportlichen Ansprüche in Leipzig sind.

Demichelis startet mit Heimspielen gegen Borussia Mönchengladbach und den Hamburger SV sowie einer Auswärtspartie in Bremen. Mindestens sechs oder sieben Punkte aus den ersten drei Begegnungen dürften intern als realistisches Ziel gelten. Erst am vierten Spieltag wartet mit Bayer Leverkusen ein Gegner aus der erweiterten Spitzengruppe.

Genau dieses vermeintlich günstige Programm kann zum Risiko werden. Niederlagen gegen Bayern oder Dortmund werden anders bewertet als Punktverluste gegen Gladbach, Bremen und den HSV. Sollte Leipzig früh hinter den eigenen Erwartungen zurückbleiben, würde schnell die Frage entstehen, warum der erfolgreiche Vorgänger ausgetauscht wurde.

Demichelis ist dennoch kein klassischer Übergangstrainer. Leipzig hat ihn bewusst als neuen Impulsgeber verpflichtet. Ein Wechsel nach wenigen Wochen wäre nur bei einer klaren sportlichen und internen Fehlentwicklung realistisch.

Daniel Thioune: Gefährdet, aber nicht ohne Rückendeckung

Daniel Thioune wird häufig als naheliegender Kandidat genannt. Der Werder-Trainer übernahm die Mannschaft im Februar 2026 in einer schwierigen Situation. Nach drei Niederlagen zum Einstand rutschten die Bremer zeitweise auf einen direkten Abstiegsplatz, stabilisierten sich anschließend aber und sicherten bereits vor dem letzten Spieltag den Klassenerhalt.

Thioune hat damit seinen ursprünglichen Auftrag erfüllt. Er selbst erklärte im Mai, er habe sich die Chance verdient, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Auch die Vereinsführung ging mit ihm in die neue Saison. Die Behauptung, bei Werder sei intern kaum noch jemand vom Trainer überzeugt, wäre deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausreichend belegt.

Das Risiko entsteht eher durch das Auftaktprogramm. Werder beginnt in Freiburg, empfängt Leipzig und reist anschließend zum 1. FC Köln. Nur die vierte Begegnung gegen Augsburg erscheint auf dem Papier etwas günstiger.

Bleiben die Bremer in diesen Partien sieglos und setzt sich die offensive Harmlosigkeit aus Teilen der Vorsaison fort, könnte Thioune früh unter Druck geraten. Ein ordentlicher Start würde die Diskussion dagegen schnell beenden.

Mauro Lustrinelli: Neues System trifft auf ein brutales Programm

Mauro Lustrinelli kommt als Schweizer Meistertrainer zu Union Berlin. Der Verein beschreibt ihn als Trainer mit internationaler Erfahrung und einer klaren, entwicklungsorientierten Spielphilosophie. Er ist daher nicht als kurzfristige Notlösung verpflichtet worden.

Trotzdem gehört der Schweizer zur erweiterten Risikogruppe. Er besitzt keine Erfahrung als Bundesliga-Cheftrainer und muss seine Vorstellungen in einem veränderten Kader umsetzen.

Vor allem das Programm ist problematisch. Union empfängt zunächst Eintracht Frankfurt, spielt anschließend in Leverkusen, trifft zuhause auf Schalke und reist danach zum FC Bayern. Selbst bei ordentlichen Leistungen könnten nach vier Spieltagen nur wenige Punkte auf dem Konto stehen.

Die Verantwortlichen müssen deshalb zwischen Resultaten und Entwicklung unterscheiden. Sollte Union trotz Niederlagen strukturiert, konkurrenzfähig und taktisch verbessert auftreten, dürfte Lustrinelli Zeit erhalten. Problematisch würde es erst, wenn zu den Ergebnissen auch erkennbare interne oder spielerische Probleme kommen.

Eugen Polanski: Die Übergangslösung muss Fortschritte zeigen

Eugen Polanski wurde in der vergangenen Saison zunächst als Interimstrainer eingesetzt und später dauerhaft befördert. Gladbach beendete die Spielzeit auf Platz zwölf. Dieses Ergebnis reichte für die Fortsetzung der Zusammenarbeit, stellt aber keine komfortable Ausgangsposition dar.

Die neue Saison ist deshalb der eigentliche Belastungstest. Polanski hatte erstmals eine vollständige Vorbereitung und war an der Zusammenstellung des Kaders beteiligt. Dadurch steigen die Erwartungen an Spielidee, Konstanz und Tabellenposition.

Nach dem schwierigen Auftakt in Leipzig folgt ein Heimspiel gegen Elversberg. Diese Partie besitzt bereits besondere Bedeutung: Gewinnt Gladbach gegen den Aufsteiger nicht, könnte vor den Spielen in Freiburg und gegen Mainz früh Unruhe entstehen.

Polanskis langjährige Verbindung zum Verein spricht für Geduld. Gleichzeitig kann diese Nähe nicht dauerhaft als Schutz dienen, wenn sportlich keine Entwicklung erkennbar ist.

René Wagner: Köln steht hinter seinem Trainer

René Wagner sollte nicht so weit oben eingeordnet werden, wie es das grundsätzlich unruhige Kölner Umfeld vermuten lässt. Der 1. FC Köln hat den ehemaligen Interimstrainer im Mai ausdrücklich bestätigt und mit einem Vertrag bis 2028 ausgestattet. Nach Vereinsangaben überzeugte er die Verantwortlichen sowohl sportlich als auch in den Gesprächen über die zukünftige Ausrichtung.

Der FC beginnt zuhause gegen Hoffenheim, spielt danach in Stuttgart und empfängt Werder Bremen. Ein vollständig punktloser Start könnte trotzdem zu Diskussionen führen. Das liegt weniger an Wagners Vertrag als an der öffentlichen Erwartung rund um den Verein.

Realistisch betrachtet müsste aber eine längere Negativserie entstehen, bevor Köln seine erst wenige Monate zuvor getroffene Grundsatzentscheidung wieder infrage stellt.

Adi Hütter: Hohe Erwartungen bei der Rückkehr nach Frankfurt

Adi Hütter beginnt seine zweite Amtszeit bei Eintracht Frankfurt. Bei seinem ersten Engagement führte er den Verein unter anderem in das Europa-League- und DFB-Pokal-Halbfinale. Nun soll er die Eintracht nach einer enttäuschenden Saison ohne Europapokalteilnahme wieder nach oben führen.

Der Erwartungsdruck ist damit höher als bei vielen Vereinen aus dem Tabellenmittelfeld. Frankfurt wechselte während der vergangenen Saison mehrfach den Trainer und sucht nun nach sportlicher Kontinuität.

Hütter gehört nicht zu den wahrscheinlichsten Kandidaten für eine sofortige Trennung. Sollte Frankfurt jedoch früh den Anschluss an die internationalen Plätze verlieren, würde seine erfolgreiche Vergangenheit keinen dauerhaften Schutz bieten.

Manuel Baum ist kein Topfavorit auf die erste Entlassung

Manuel Baum wurde im ursprünglichen Entwurf zu weit vorne eingeordnet. Der FC Augsburg verlängerte seinen Vertrag im Mai 2026 ausdrücklich bis zum 30. Juni 2028. Grundlage war eine starke Entwicklung nach seiner Übernahme und der neunte Tabellenplatz am Saisonende.

Baum muss diese Leistungen bestätigen. Er beginnt aber mit deutlich mehr Rückendeckung als ein Trainer, der gerade noch als ungeliebte Interimslösung geduldet wird.

Nur ein sehr schwacher Start in Verbindung mit erkennbaren spielerischen Rückschritten würde ihn kurzfristig in die Spitzengruppe der gefährdeten Trainer bringen.

Wie gefährdet sind die Trainer der Aufsteiger?

Miron Muslić und Schalke 04

Bei Schalke entsteht grundsätzlich schneller öffentlicher Druck als bei Elversberg oder Paderborn. Miron Muslić bringt aber erhebliches Vertrauen mit: Er führte die Königsblauen nach drei Jahren in der 2. Bundesliga als Meister zurück ins Oberhaus.

Solange Schalke konkurrenzfähig auftritt und sich nicht früh im Tabellenkeller festsetzt, dürfte Muslić Zeit erhalten. Eine voreilige Entlassung würde zudem die sportliche Linie infrage stellen, mit der der Aufstieg erreicht wurde.

Vincent Wagner und die SV Elversberg

Vincent Wagner führte Elversberg erstmals in der Vereinsgeschichte in die Bundesliga. Dieser Erfolg verschafft ihm einen sehr großen Vertrauensvorschuss. Das Auftaktprogramm mit Leverkusen, Gladbach, Bayern und Schalke ist allerdings ausgesprochen schwer.

Selbst wenige Punkte nach vier Spieltagen dürften deshalb nicht automatisch zu einer Trainerdiskussion führen. Entscheidend wird sein, ob die Mannschaft trotz des Qualitätsunterschieds konkurrenzfähig bleibt.

Ralf Kettemann und der SC Paderborn

Ralf Kettemann führte Paderborn über die Relegation gegen Wolfsburg in die Bundesliga. Der Klub ist für langfristige Arbeit, die Entwicklung junger Spieler und einen vergleichsweise rationalen Umgang mit sportlichen Krisen bekannt. Kettemann gehört daher nicht zur ersten Gruppe der gefährdeten Trainer.

Diese Bundesliga-Trainer sitzen besonders sicher

Vincent Kompany führte den FC Bayern in der vergangenen Saison zum nationalen Double und zu einem neuen Bundesliga-Torrekord. Sein Vertrag läuft bis 2029.

Niko Kovač wurde mit Borussia Dortmund Vizemeister und stellte die beste Defensive der Liga.

Sebastian Hoeneß hat den VfB Stuttgart dauerhaft in der Spitzengruppe etabliert, zweimal in die Champions League geführt und zwei DFB-Pokalfinals erreicht.

Christian Ilzer schloss mit Hoffenheim auf Platz fünf ab und unterschrieb im Mai einen neuen langfristigen Vertrag.

Julian Schuster erreichte mit Freiburg ein Europapokalfinale und genießt große Rückendeckung.

Urs Fischer verlor nach seiner Übernahme in Mainz nur fünf seiner 21 Ligaspiele und führte den Verein aus der Abstiegszone ins gesicherte Tabellenmittelfeld.

Bei diesen sechs Trainern wäre ein sehr früher Wechsel nur durch eine außergewöhnliche sportliche Krise, einen internen Konflikt oder eine persönliche Entscheidung vorstellbar.

Die ersten Bundesliga-Trainerwechsel seit 2015

Die historische Liste zeigt, wie schnell die ersten Vereine oftmals reagieren. Dabei ist „erster Trainerwechsel“ der präzisere Begriff als „erste Entlassung“: Lucien Favre trat 2015 selbst zurück, während die Trennung zwischen Bayern und Niko Kovač 2019 offiziell einvernehmlich erfolgte.

Saison Trainer Verein Datum
2025/26 Erik ten Hag Bayer Leverkusen 01.09.2025
2024/25 Peter Zeidler VfL Bochum 20.10.2024
2023/24 Enrico Maaßen FC Augsburg 09.10.2023
2022/23 Domenico Tedesco RB Leipzig 07.09.2022
2021/22 Mark van Bommel VfL Wolfsburg 24.10.2021
2020/21 David Wagner FC Schalke 04 27.09.2020
2019/20 Niko Kovač FC Bayern 03.11.2019
2018/19 Tayfun Korkut VfB Stuttgart 07.10.2018
2017/18 Andries Jonker VfL Wolfsburg 18.09.2017
2016/17 Viktor Skripnik Werder Bremen 18.09.2016
2015/16 Lucien Favre Borussia Mönchengladbach 20.09.2015

Die im Ausgangstext genannte Jahreszahl „20. Oktober 2004“ bei Peter Zeidler war ein Schreibfehler. Richtig ist der 20. Oktober 2024. Die erste Trennung der Saison 2025/26 erfolgte dagegen bereits nach dem zweiten Spieltag: Leverkusen entließ Erik ten Hag am 1. September 2025 nach nur einem Punkt aus den ersten beiden Ligaspielen.

Was die historischen Daten zeigen

  • Sechs der vergangenen elf ersten Trainerwechsel erfolgten im September.
  • Viermal fiel die erste Entscheidung im Oktober.
  • Nur einmal dauerte es bis November.
  • Zehn der elf Wechsel fanden spätestens am 24. Oktober statt.
  • Erik ten Hag war 2025 erst der fünfte Bundesliga-Trainer, dessen Amtszeit bereits nach dem zweiten Spieltag endete. Zuvor traf dies Rinus Michels, Morten Olsen, Dieter Hecking und David Wagner.

Die Aussage aus dem Ausgangstext, seit 2015 habe es sieben erste Trainerwechsel im September gegeben, war damit nicht korrekt. Tatsächlich waren es sechs.

Was bei einer Trainerwechsel-Wette geregelt sein müsste

Selbst wenn ein entsprechender Markt in einem anderen Lizenzgebiet angeboten wird, darf die Bezeichnung „erster Trainerwechsel“ nicht ohne Prüfung der Wettregeln verstanden werden.

Vor einer Wette müssten mindestens folgende Fragen eindeutig geklärt sein:

  • Zählt nur eine offizielle Entlassung oder auch ein freiwilliger Rücktritt?
  • Wird eine einvernehmliche Vertragsauflösung als Trainerwechsel gewertet?
  • Reicht die Freistellung oder muss bereits ein Nachfolger feststehen?
  • Zählt ein Wechsel in eine andere Funktion innerhalb des Vereins?
  • Was geschieht, wenn zwei Vereine ihre Trennung am selben Tag verkünden?
  • Ist das Datum der Entscheidung oder das Datum der letzten betreuten Partie entscheidend?
  • Zählt ein Interimstrainer als neuer Cheftrainer?

Ohne klare Abrechnungsregeln wäre selbst eine attraktive Quote kein sinnvoller Wettmarkt.

Unsere Prognose: Wer fliegt zuerst?

  • Carles Martínez ist unser redaktioneller Favorit auf den ersten Bundesliga-Trainerwechsel 2026/27. Nicht, weil bereits Zweifel an seiner Arbeit bestehen, sondern weil Bayer Leverkusen zuletzt eine außergewöhnlich geringe Geduld gezeigt hat und der neue Trainer direkt mehrere vermeintlich lösbare Aufgaben erhält.
  • Martín Demichelis folgt knapp dahinter. RB Leipzig trennte sich von seinem Vorgänger trotz Platz drei. Damit ist klar, dass eine gute Platzierung allein nicht genügt, wenn Spielweise und Entwicklung nicht den Vorstellungen des Vereins entsprechen.
  • Daniel Thioune komplettiert die erste Kandidatengruppe. Sein schwieriges Auftaktprogramm und die wechselhaften Leistungen der Vorsaison erhöhen das Risiko. Anders als teilweise dargestellt, besitzt er nach dem erreichten Klassenerhalt aber erkennbare Rückendeckung.

Mauro Lustrinelli, Eugen Polanski und Adi Hütter bilden die nächste Gruppe. Bei ihnen hängt viel davon ab, ob der Verein schwache Ergebnisse als normale Folge eines Umbruchs akzeptiert oder früh eine grundsätzliche Fehlentwicklung erkennt.

Eine konkrete Wettempfehlung gibt es derzeit nicht. Für den regulierten deutschen Markt liegt kein verifizierter legaler Quotenmarkt vor. Bis sich daran etwas ändert, ist die Frage nach dem ersten Bundesliga-Trainerwechsel ein interessantes Prognosethema – aber keine seriöse Sportwette.

Hinweis zum verantwortungsvollen Spielen: Glücksspiel ist erst ab 18 Jahren erlaubt und kann abhängig machen. Nutze ausschließlich in Deutschland zugelassene Angebote und setze nur Geld ein, dessen Verlust du verkraften kannst.