Jan Rademeister
| veröffentlicht am: 29.07.26
geprüft von Thoralf Müller | 5 Min. Lesezeit

Henkel-Preis der Diana 2026: Favoritinnen, Analyse & Wett-Tipp zum German Oaks

Pferderennen

Der deutsche Höhepunkt der Woche steigt am Sonntag in Düsseldorf: Der 168. Henkel-Preis der Diana – German Oaks (Gruppe I) ist das mit 500.000 Euro höchstdotierte Stutenrennen Deutschlands und das Pendant zu den englischen Oaks und dem französischen Prix de Diane. Für dreijährige Stuten gibt es nur diese eine Chance im Leben, den Klassiker zu gewinnen – die Siegerin avanciert unmittelbar zum vierbeinigen Star im Millionenwert. Im deutschen Wettmarkt führt die 1000-Guineas-Zweite Evolutionist, doch mit Lapotheose steht die höchstbewertete Stute des Feldes dagegen.

Quick Facts zum Henkel-Preis der Diana 2026

Rennen 168. Henkel-Preis der Diana – German Oaks (Gruppe I)
Datum Sonntag, 2. August 2026
Bahn Galopprennbahn Düsseldorf-Grafenberg
Distanz 2.200 m (ca. 1 Meile 3 Furlong), Rasen, rechtsherum
Teilnehmerinnen max. 16 (21 nach letzter Streichung genannt)
Bedingung ausschließlich 3-jährige Vollblutstuten, 58 kg
Preisgeld 500.000 € (Siegerin 300.000 €)

Die Ausgangslage: der Stuten-Klassiker im World Pool

Die Diana, erstmals 1857 gelaufen und seit 2006 in Düsseldorf beheimatet, ist einer der traditionsreichsten Klassiker des deutschen Turfs – für Düsseldorf das, was das Deutsche Derby für Hamburg ist. Der ultimative Test der jungen Stutengeneration über die klassische Distanz von 2.200 Metern zieht die besten dreijährigen Stuten aus dem In- und Ausland an. Als deutsches Pendant zu Prix de Diane und englischen Oaks findet das Rennen weltweit Beachtung; 2026 ist es zudem Teil des internationalen World-Pool-Programms, weshalb die Starterangabe bereits am Mittwoch erfolgt.

Nach dem letzten Streichungstermin am Montag standen noch 21 Stuten in der Nennung, von denen maximal 16 an den Start gehen dürfen. Das Feld ist eine Mischung aus internationalen Klasse-Stuten und den besten deutschen Kandidatinnen der Saison – und der Wettmarkt gilt traditionell als besonders unübersichtlich, weil sich die Formlinien der verschiedenen Trials erst hier kreuzen.

Evolutionist im Formcheck: die Marktfavoritin

Als Favoritin wird im deutschen Wettmarkt Evolutionist geführt, trainiert vom britischen Erfolgstrainer Karl Burke. Die Stute untermauerte ihre Ambitionen mit einem starken zweiten Platz in den englischen 1000 Guineas in Newmarket hinter der Siegerin True Love – eine Klasseleistung auf höchstem internationalem Niveau, die ihre Position in den Langzeitmärkten von pferdewetten.de und RaceBets seit Wochen gefestigt hat.

Ihr Profil ist das stärkste im Feld: Wer in einem englischen Klassiker Zweite wird, bringt ein Formniveau mit, das die rein deutschen Trials in der Regel übertrifft. Das einzige Fragezeichen betraf lange die Zielsetzung – nach dem Guineas-Auftritt war offen, ob Burke tatsächlich Düsseldorf oder ein anderes großes europäisches Ziel ansteuert. Dass sie die Montags-Streichung überstanden hat und weiter genannt ist, spricht klar für einen Start. Über die 2.200 Meter, die deutlich weiter sind als die Guineas-Meile, muss sie ihre Stehfähigkeit allerdings erstmals unter Beweis stellen.

Lapotheose und die internationale Konkurrenz

Das höchste offizielle Rating (GAG) im Feld hat nicht die Favoritin, sondern Lapotheose aus dem Stall von Yann Barberot, die bei 96 Kilo steht – ein Hinweis auf hohe Grundklasse, die man nicht unterschätzen sollte. Direkt dahinter folgen Evolutionist und Sparán Nua (James Bolger), die den irischen Angriff auf den Klassiker anführt. Aus Frankreich kommt mit Asylla (Christopher Head) eine weitere ambitionierte Gaststute.

Diese internationale Dichte macht die Diana 2026 zu einem echten Kräftemessen: Mit Burke, Barberot, Bolger und Head schicken gleich vier namhafte Auslandsställe Kandidatinnen ins Rennen – ein Beleg dafür, wie hoch der deutsche Stutenklassiker im europäischen Kalender gehandelt wird.

Die deutschen Hoffnungen

Aus deutscher Sicht ruhen die größten Hoffnungen auf Gua Lipa (Andreas Suborics) und Soreanga, die mit jeweils 91,5 Kilo die höchstbewerteten heimischen Stuten sind. Beide haben sich über die deutschen Trials in Position gebracht und könnten bei passendem Rennverlauf in die Entscheidung eingreifen. Als weitere einheimische Kandidatinnen blieben unter anderem Night Breath und Giorgia (beide Marcel Weiß), Noble Lips (Andreas Suborics), Sea The Storm (Amy Murphy), Chista (Waldemar Hickst) und Königin Karlia (Christian Sprengel) in der Nennung.

Ein Name, den viele deutsche Fans auf der Rechnung haben, ist die bei zwei Starts noch ungeschlagene Nachteule (Peter Schiergen, unter Bauyrzhan Murzabayev), die zuletzt im Mülheimer Diana-Trial als Favoritin geführt wurde. Ihre Teilnahme sollte vor einer Wette allerdings gegen die finale Starterangabe geprüft werden, da sie in der jüngsten 21er-Liste nicht namentlich bestätigt war.

Bahn und Distanz: Düsseldorf-Grafenberg

Die Diana wird rechtsherum über 2.200 Meter gelaufen – eine klassische Mitteldistanz, die eine Balance aus Grundschnelligkeit und Stehvermögen verlangt. Die Grafenberger Bahn ist fair und weitläufig, was Überraschungen durch extreme Bahnbias unwahrscheinlicher macht als etwa in Goodwood; hier zählt in erster Linie die Klasse. Für eine Stute wie Evolutionist, deren bisherige Topform über die kürzere Meile kam, ist die Distanz die zentrale Frage. Umgekehrt kommt sie ausgewiesenen Steherinnen und den über 2.000-Meter-Trials geprüften deutschen Kandidatinnen entgegen.

Quoten zum Rennen

Die folgenden Werte sind abgeleitete Marktschätzungen auf Basis der aktuellen deutschen Langzeitmärkte und der GAG-Einordnung. Sie sind vor einer Wettabgabe mit dem Angebot des jeweiligen GGL-lizenzierten Anbieters abzugleichen.

Stute Trainer Quote (ca.)
Evolutionist Karl Burke 3,50
Lapotheose Yann Barberot 5,00
Sparán Nua James Bolger 8,00
Gua Lipa Andreas Suborics 11,00
Soreanga 13,00
Asylla Christopher Head 13,00
übriges Feld ab 17,00

Quoten-Stand: 28.07.2026. Wettquoten unterliegen ständigen Schwankungen – bitte vor Wettabgabe beim jeweiligen Anbieter prüfen.

Der Wett-Tipp zur Diana

Haupttipp: Sieg Evolutionist, beste Quote 3,50. Die 1000-Guineas-Zweite bringt die international geprüfte Klasse mit, die in einem Rennen dieser Kategorie den Ausschlag gibt. Als Marktfavoritin bei den deutschen Buchmachern und mit belegter Gruppe-Form ist sie die logische Wahl – vorausgesetzt, sie steht die weitere Distanz durch.

Sichere Alternative (Each-Way): Lapotheose, Quote 5,00. Die höchstbewertete Stute des Feldes über die Platzwette abzusichern, ist die ruhige Variante – gerade falls die Distanz die Favoritin doch überfordert oder der Rennverlauf eng wird.

Für Mutige: Gua Lipa, Quote 11,00. Die beste deutsche Stute mit passender Trial-Vorbereitung und Heimvorteil ist der attraktivste einheimische Value-Pick, falls die internationalen Favoritinnen strauchelbar sind.

Prognose: Ein offenes Klassik-Rennen mit einer klaren Marktfavoritin, aber tiefem Feld und ungewöhnlich viel internationaler Konkurrenz. Wir sehen Evolutionist bei rund 32 Prozent Siegwahrscheinlichkeit, Lapotheose als stärkste Verfolgerin bei etwa 22 Prozent – was die Each-Way-Wette hier lohnend macht. Die Distanzfrage bei der Favoritin ist der Grund, die Wette abzusichern.

Häufige Fragen zum Henkel-Preis der Diana 2026

Wer ist Favoritin für die Diana 2026?

Evolutionist aus dem Stall von Karl Burke wird bei den deutschen Buchmachern als Favoritin geführt, dahinter die höchstbewertete Lapotheose.

Wann läuft der Henkel-Preis der Diana 2026?

Am Sonntag, dem 2. August 2026, in Düsseldorf-Grafenberg; die genaue Startzeit der Diana ergibt sich aus dem Renntag-Zeitplan (Einlass ab ca. 12:00 Uhr).

Über welche Distanz wird die Diana gelaufen?

Über 2.200 Meter (rund 1 Meile 3 Furlong) rechtsherum auf Rasen, ausschließlich für dreijährige Vollblutstuten.

Wie hoch ist das Preisgeld?

500.000 Euro – so viel wie bei keinem anderen Stutenrennen in Deutschland; die Siegerin erhält 300.000 Euro.

Warum ist die Diana international bedeutsam?

Als deutsches Pendant zu den englischen Oaks und dem französischen Prix de Diane und als World-Pool-Rennen 2026 findet der Klassiker weltweit Beachtung.


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