Jan Rademeister
| veröffentlicht am: 24.07.26
geprüft von Thoralf Müller | 3 Min. Lesezeit

Die Trainer der 3. Liga 2026/27: Neue Gesichter, eine Rekordhalterin und ein Weltenbummler

Die Trainer der 3. Liga 2026/27: Neue Gesichter, eine Rekordhalterin und ein Weltenbummler

Zum Saisonstart am 7. August stehen an acht der 20 Seitenlinien Trainer, die ihre erste komplette Spielzeit mit dem aktuellen Klub bestreiten. Einer bringt Erfahrung aus zwölf Ländern mit, eine bleibt die einzige Frau im deutschen Männer-Profifußball. Wer wo arbeitet, wer neu ist und was das für die Saison bedeutet.

Letzte Aktualisierung: 24. Juli 2026

Die neuen Trainer im Überblick

Drei Cheftrainer sind komplett neu in ihrer Aufgabe:

Trainer Klub Im Amt seit
Rui Mota SV Waldhof Mannheim 1. Juli 2026
Orest Shala SC Verl 1. Juli 2026
Thomas Wörle SC Preußen Münster 1. Juli 2026

Dazu kommen fünf weitere, die zwar schon im Amt sind, aber zum ersten Mal eine komplette Sommervorbereitung mit ihrer Mannschaft absolvieren:

Trainer Klub Im Amt seit
Alexander Ende Fortuna Düsseldorf 12. April 2026
Sascha Hildmann SSV Jahn Regensburg 31. März 2026
Michael Schiele Würzburger Kickers 16. März 2026
Argirios Giannikis 1. FC Saarbrücken 11. Februar 2026
Daniel Scherning SV Wehen Wiesbaden 10. November 2025
Mersad Selimbegović Alemannia Aachen 6. November 2025

Damit gehen acht von 20 Klubs mit einem Trainer in die Saison, der noch keine volle Spielzeit an der Seitenlinie verbracht hat.

Rui Mota: Zwölf Länder, eine Europa-League-Qualifikation

Der auffälligste Neuzugang steht beim SV Waldhof Mannheim. Rui Mota, 47 Jahre alt, betreute zuletzt den bulgarischen Klub Ludogorets Razgrad und führte ihn in die Europa League.

Sein Lebenslauf liest sich wie ein Atlas. Neben seiner portugiesischen Heimat arbeitete Mota in:

Saudi-Arabien, Griechenland, Belgien, Polen, Brasilien, Türkei, Iran, Kroatien, Georgien, Armenien und Bulgarien.

Für Waldhof ist das ein sportlicher Neustart – und ein Test, wie schnell sich eine völlig neue Handschrift in einer Mannschaft zeigt. Mota gibt sein Debüt ausgerechnet zur Saisoneröffnung am 7. August gegen Fortuna Düsseldorf.

Sabrina Wittmann: Die Rekordhalterin

Beim FC Ingolstadt steht eine Trainerin an der Seitenlinie, die gleich zwei Besonderheiten vereint.

Sabrina Wittmann ist seit dem 2. Mai 2024 im Amt – und damit die Person, die ohne Unterbrechung am längsten bei ihrem aktuellen Klub in der 3. Liga arbeitet. Länger als jeder ihrer 19 männlichen Kollegen.

Gleichzeitig bleibt sie die einzige Frau, die einen deutschen Männer-Profiklub trainiert.

Der Trainerkarussell-Effekt bei Preußen Münster

Ein Personalwechsel sorgt für eine kuriose Konstellation. Preußen Münster trennte sich im Frühjahr von Alexander Ende und setzt seit dem 1. Juli auf Thomas Wörle.

Ende blieb der Liga erhalten: Rund vier Wochen nach seinem Aus in Münster übernahm der 46-Jährige bei Fortuna Düsseldorf. Den Abstieg aus der 2. Bundesliga konnte er nicht mehr verhindern – trotzdem hält der Klub um den neuen Sportvorstand Samir Arabi an ihm fest.

Beide Trainer treffen in der neuen Saison zweimal aufeinander.

Wo Kontinuität herrscht

Nicht überall gibt es Bewegung. Bei mehreren Aufstiegskandidaten setzt man auf Beständigkeit:

Trainer Klub Im Amt seit
Samir Ferchichi 20. September 2022
Sabrina Wittmann FC Ingolstadt 2. Mai 2024
Dietmar Hirsch MSV Duisburg 1. Juli 2024
Uwe Koschinat Rot-Weiss Essen 12. Dezember 2024
Daniel Brinkmann Hansa Rostock 2. November 2024
Marian Wilhelm Viktoria Köln 1. Juli 2025
Stefan Kleineheismann TSG Hoffenheim II 1. Juli 2025

Uwe Koschinat führte Rot-Weiss Essen bis in die Relegation und bleibt im Amt. Dietmar Hirsch geht mit dem MSV Duisburg in seine dritte Saison – der Klub hielt sich unter ihm durchgehend im oberen Tabellendrittel.

Was das für Wetten bedeutet

Drei Punkte, die sich aus der Trainerlage ergeben:

Acht Klubs mit unvollständiger Trainerhistorie bedeuten erhöhte Unsicherheit. Wer im Frühjahr übernommen hat, konnte sein System bislang nur unter Ergebnisdruck installieren. Die Sommervorbereitung ist die erste Gelegenheit, eine eigene Handschrift durchzusetzen. Für Wetten auf die ersten Spieltage heißt das: schwerer kalkulierbar.

Rui Mota ist der größte Unsicherheitsfaktor. Ein Trainer, der aus zwölf verschiedenen Fußballkulturen kommt und die 3. Liga nicht kennt, kann beides – überraschen oder scheitern. Waldhof Mannheim ist damit der Klub, dessen Formkurve am schwersten vorherzusagen ist.

Kontinuität ist in dieser Liga ein Wettbewerbsvorteil. Duisburg unter Hirsch und Essen unter Koschinat gehören zu den Aufstiegsfavoriten – beide mit Trainern, die ihre Mannschaft seit mindestens anderthalb Jahren formen. In einer Liga mit 20 Klubs und 38 Spieltagen zahlt sich eingespielte Arbeit über die Distanz aus.

Ein Hinweis für Langzeitwetten: Der Markt „erster Trainerwechsel der Saison” wird von einigen Anbietern angeboten. Statistisch trifft es überdurchschnittlich häufig Klubs, die bereits im Vorjahr gewechselt haben – in dieser Liga also Regensburg, Würzburg oder Saarbrücken.


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