Zum Saisonstart am 7. August stehen an acht der 20 Seitenlinien Trainer, die ihre erste komplette Spielzeit mit dem aktuellen Klub bestreiten. Einer bringt Erfahrung aus zwölf Ländern mit, eine bleibt die einzige Frau im deutschen Männer-Profifußball. Wer wo arbeitet, wer neu ist und was das für die Saison bedeutet.
Letzte Aktualisierung: 24. Juli 2026
Die neuen Trainer im Überblick
Drei Cheftrainer sind komplett neu in ihrer Aufgabe:
| Trainer | Klub | Im Amt seit |
|---|---|---|
| Rui Mota | SV Waldhof Mannheim | 1. Juli 2026 |
| Orest Shala | SC Verl | 1. Juli 2026 |
| Thomas Wörle | SC Preußen Münster | 1. Juli 2026 |
Dazu kommen fünf weitere, die zwar schon im Amt sind, aber zum ersten Mal eine komplette Sommervorbereitung mit ihrer Mannschaft absolvieren:
| Trainer | Klub | Im Amt seit |
|---|---|---|
| Alexander Ende | Fortuna Düsseldorf | 12. April 2026 |
| Sascha Hildmann | SSV Jahn Regensburg | 31. März 2026 |
| Michael Schiele | Würzburger Kickers | 16. März 2026 |
| Argirios Giannikis | 1. FC Saarbrücken | 11. Februar 2026 |
| Daniel Scherning | SV Wehen Wiesbaden | 10. November 2025 |
| Mersad Selimbegović | Alemannia Aachen | 6. November 2025 |
Damit gehen acht von 20 Klubs mit einem Trainer in die Saison, der noch keine volle Spielzeit an der Seitenlinie verbracht hat.
Rui Mota: Zwölf Länder, eine Europa-League-Qualifikation
Der auffälligste Neuzugang steht beim SV Waldhof Mannheim. Rui Mota, 47 Jahre alt, betreute zuletzt den bulgarischen Klub Ludogorets Razgrad und führte ihn in die Europa League.
Sein Lebenslauf liest sich wie ein Atlas. Neben seiner portugiesischen Heimat arbeitete Mota in:
Saudi-Arabien, Griechenland, Belgien, Polen, Brasilien, Türkei, Iran, Kroatien, Georgien, Armenien und Bulgarien.
Für Waldhof ist das ein sportlicher Neustart – und ein Test, wie schnell sich eine völlig neue Handschrift in einer Mannschaft zeigt. Mota gibt sein Debüt ausgerechnet zur Saisoneröffnung am 7. August gegen Fortuna Düsseldorf.
Sabrina Wittmann: Die Rekordhalterin
Beim FC Ingolstadt steht eine Trainerin an der Seitenlinie, die gleich zwei Besonderheiten vereint.
Sabrina Wittmann ist seit dem 2. Mai 2024 im Amt – und damit die Person, die ohne Unterbrechung am längsten bei ihrem aktuellen Klub in der 3. Liga arbeitet. Länger als jeder ihrer 19 männlichen Kollegen.
Gleichzeitig bleibt sie die einzige Frau, die einen deutschen Männer-Profiklub trainiert.
Der Trainerkarussell-Effekt bei Preußen Münster
Ein Personalwechsel sorgt für eine kuriose Konstellation. Preußen Münster trennte sich im Frühjahr von Alexander Ende und setzt seit dem 1. Juli auf Thomas Wörle.
Ende blieb der Liga erhalten: Rund vier Wochen nach seinem Aus in Münster übernahm der 46-Jährige bei Fortuna Düsseldorf. Den Abstieg aus der 2. Bundesliga konnte er nicht mehr verhindern – trotzdem hält der Klub um den neuen Sportvorstand Samir Arabi an ihm fest.
Beide Trainer treffen in der neuen Saison zweimal aufeinander.
Wo Kontinuität herrscht
Nicht überall gibt es Bewegung. Bei mehreren Aufstiegskandidaten setzt man auf Beständigkeit:
| Trainer | Klub | Im Amt seit |
|---|---|---|
| Samir Ferchichi | – | 20. September 2022 |
| Sabrina Wittmann | FC Ingolstadt | 2. Mai 2024 |
| Dietmar Hirsch | MSV Duisburg | 1. Juli 2024 |
| Uwe Koschinat | Rot-Weiss Essen | 12. Dezember 2024 |
| Daniel Brinkmann | Hansa Rostock | 2. November 2024 |
| Marian Wilhelm | Viktoria Köln | 1. Juli 2025 |
| Stefan Kleineheismann | TSG Hoffenheim II | 1. Juli 2025 |
Uwe Koschinat führte Rot-Weiss Essen bis in die Relegation und bleibt im Amt. Dietmar Hirsch geht mit dem MSV Duisburg in seine dritte Saison – der Klub hielt sich unter ihm durchgehend im oberen Tabellendrittel.
Was das für Wetten bedeutet
Drei Punkte, die sich aus der Trainerlage ergeben:
Acht Klubs mit unvollständiger Trainerhistorie bedeuten erhöhte Unsicherheit. Wer im Frühjahr übernommen hat, konnte sein System bislang nur unter Ergebnisdruck installieren. Die Sommervorbereitung ist die erste Gelegenheit, eine eigene Handschrift durchzusetzen. Für Wetten auf die ersten Spieltage heißt das: schwerer kalkulierbar.
Rui Mota ist der größte Unsicherheitsfaktor. Ein Trainer, der aus zwölf verschiedenen Fußballkulturen kommt und die 3. Liga nicht kennt, kann beides – überraschen oder scheitern. Waldhof Mannheim ist damit der Klub, dessen Formkurve am schwersten vorherzusagen ist.
Kontinuität ist in dieser Liga ein Wettbewerbsvorteil. Duisburg unter Hirsch und Essen unter Koschinat gehören zu den Aufstiegsfavoriten – beide mit Trainern, die ihre Mannschaft seit mindestens anderthalb Jahren formen. In einer Liga mit 20 Klubs und 38 Spieltagen zahlt sich eingespielte Arbeit über die Distanz aus.
Ein Hinweis für Langzeitwetten: Der Markt „erster Trainerwechsel der Saison” wird von einigen Anbietern angeboten. Statistisch trifft es überdurchschnittlich häufig Klubs, die bereits im Vorjahr gewechselt haben – in dieser Liga also Regensburg, Würzburg oder Saarbrücken.
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