Jan Rademeister
| veröffentlicht am: 24.07.26
geprüft von Thoralf Müller | 3 Min. Lesezeit

13 Drittligisten im DFB-Pokal 2026/27: Wer auf wen trifft

13 Drittligisten im DFB-Pokal 2026/27: Wer auf wen trifft

So viele Drittligisten wie nie waren im Lostopf: 13 Klubs, die in der neuen Saison in der 3. Liga spielen, sind im DFB-Pokal dabei – vier mehr als im Vorjahr. Die erste Runde steigt vom 21. bis 24. August, ausgetragen mit Heimrecht für die Unterklassigen. Welche Paarungen es gibt, wo Überraschungen möglich sind und warum die 3. Liga im Pokal einen strukturellen Vorteil hat.

Letzte Aktualisierung: 24. Juli 2026

Die 13 Drittligisten im Überblick

Klub Qualifikationsweg
Fortuna Düsseldorf Zweitliga-Absteiger
SC Preußen Münster Zweitliga-Absteiger
Rot-Weiss Essen über die Liga
MSV Duisburg über die Liga
Hansa Rostock über die Liga
SC Verl über die Liga
SV Waldhof Mannheim Landespokalsieger
Viktoria Köln Landespokalsieger
1. FC Saarbrücken Landespokalsieger
SV Wehen Wiesbaden Landespokalsieger
SG Sonnenhof Großaspach Landespokalsieger
Würzburger Kickers bayerischer Amateurmeister
TSV 1860 München über den Landespokal

Zum Vergleich: In der Vorsaison waren es neun Drittligisten.

Eine Besonderheit: 1860 München ist dabei, obwohl der Klub nach dem Lizenzentzug in der Regionalliga spielt. Die Qualifikation erfolgte über den bayerischen Landespokal, weil Finalgegner Würzburg als Amateurmeister bereits gesetzt war.

Der strukturelle Vorteil: Heimrecht bis zum Halbfinale

Drittligisten landen im Amateurtopf – und das hat Konsequenzen.

In der ersten Runde treffen sie zwingend auf einen Erst- oder Zweitligisten, und zwar im eigenen Stadion. Dieses Heimrecht gilt in allen weiteren Runden bis einschließlich Halbfinale, sofern der Gegner höherklassig ist.

Für Klubs mit großen Arenen ist das ein erheblicher wirtschaftlicher und sportlicher Faktor. Fortuna Düsseldorf verfügt über 54.600 Plätze, Alemannia Aachen über 32.960, der MSV Duisburg über 31.514.

Die Paarungen der ersten Runde

Mehrere Duelle stehen bereits fest:

Heim (3. Liga) Gast Termin
SC Preußen Münster Karlsruher SC Fr, 21.08., ab 18:00
SV Waldhof Mannheim 1. FC Kaiserslautern Fr, 21.08., ab 18:00
Hansa Rostock VfB Stuttgart 21.–24.08.
VfL Osnabrück* FC Bayern München Mi, 02.09.
TSV 1860 München Holstein Kiel 21.–24.08.

*Osnabrück ist zur neuen Saison Zweitligist, spielte aber in der Vorsaison in der 3. Liga.

Zwei Partien stechen heraus:

Waldhof Mannheim gegen Kaiserslautern ist ein Südwest-Derby mit Geschichte. Losfee Deniz Aytekin, der seine Schiedsrichterkarriere gerade beendet hat, erinnerte sich bei der Auslosung an eines dieser Duelle: „Da musste man in den ersten zehn Minuten ein bisschen was machen.”

Hansa Rostock gegen Stuttgart ist eine Wiederholung mit Serie: Die beiden trafen bereits 2018, 2019 und 2020 jeweils in der ersten Runde aufeinander. 2018 gewann Rostock, die beiden anderen Duelle gingen an den VfB.

Für 1860 München bedeutet die Auslosung nach dem Zwangsabstieg immerhin ein Heimspiel gegen Holstein Kiel.

Die Termine

Runde Datum
1. Runde 21. – 24. August 2026
1. Runde (Supercup-Teilnehmer) 1. / 2. September 2026
2. Runde 27. / 28. Oktober 2026
Achtelfinale 1. / 2. Dezember 2026
Viertelfinale 2./3. und 9./10. Februar 2027
Halbfinale 20. / 21. April 2027
Finale in Berlin 29. Mai 2027

Bayern und Dortmund steigen wegen des Supercups am 22. August erst im September ein. Der BVB tritt am 1. September beim Oberligisten HEBC Hamburg an, Bayern am 2. September beim VfL Osnabrück.

Was das für Wetten bedeutet

Drei Punkte, die den Pokal von der Liga unterscheiden:

Das Heimrecht verzerrt die Quoten weniger, als es sollte. Ein Drittligist, der einen Bundesligisten vor 30.000 eigenen Zuschauern empfängt, ist nicht derselbe Gegner wie im Ligaalltag. Buchmacher preisen den Klassenunterschied ein, den Atmosphärenfaktor oft nur teilweise.

Der Termin ist ungünstig für die Favoriten. Die erste Runde steigt Ende August – die Bundesliga hat dann noch keinen Spieltag absolviert, die Drittligisten dagegen schon zwei. Wer im Rhythmus ist, hat einen realen Vorteil gegenüber einem Team, das noch aus der Vorbereitung kommt.

Derbys sind schwerer kalkulierbar. Waldhof gegen Kaiserslautern ist kein normales Pokalspiel. Bei solchen Duellen greifen Formkurven und Ligazugehörigkeit weniger zuverlässig als sonst.

Für Wettende lohnt der Blick auf Klubs mit großer Kulisse und guter Vorbereitung – nicht nur auf die Tabellenlogik.


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