Borussia Dortmund geht mit dem jüngsten Kader der Spitzenklubs in die Saison 2026/27. Bei einem Marktwert von 504,20 Millionen Euro und einem Durchschnittsalter von 24,9 Jahren hat Niko Kovač eine Mannschaft im Umbruch – mit auffällig vielen Talenten und einer Transferpolitik, die fast ausschließlich auf Perspektive setzt. Was der Kader hergibt, wo die Lücken klaffen und ob es diesmal für mehr als Platz zwei reicht.
Letzte Aktualisierung: 22. Juli 2026
Der Kader auf einen Blick
| Gesamtmarktwert | 504,20 Millionen Euro |
| Kadergröße | 28 Spieler |
| Durchschnittsalter | 24,9 Jahre |
| Legionäre | 16 (57,1 %) |
| A-Nationalspieler | 15 |
| Transferbilanz | −17,00 Mio. Euro |
| Trainer | Niko Kovač |
| Vorsaison | Vizemeister (73 Punkte, +36 Tore) |
| Europapokal | Champions League |
| Stadion | Signal Iduna Park (81.365 Plätze) |
Zur Einordnung: Der BVB-Kader ist mit rund 504 Millionen weniger als halb so wertvoll wie der von Bayern (1,07 Mrd.). Der Abstand in der Tabelle betrug 16 Punkte – der Abstand im Kaderwert ist prozentual deutlich größer.
Alle Zugänge und Abgänge
Zugänge
| Spieler | Position | Alter | Von | Ablöse |
|---|---|---|---|---|
| Joane Gadou | Innenverteidiger | 19 | RB Salzburg | 19,50 Mio. € |
| Kauã Prates | Linker Verteidiger | – | EC Cruzeiro | 7,00 Mio. € |
| Justin Lerma | Offensives Mittelfeld | 18 | Independiente del Valle | 4,00 Mio. € |
| Samuele Inácio | Hängende Spitze | 18 | Borussia Dortmund II | – |
| Mathis Albert | Linksaußen | 17 | Borussia Dortmund II | – |
| Mussa Kaba | Defensives Mittelfeld | 17 | Borussia Dortmund II | – |
| Diant Ramaj | Torwart | 24 | 1. FC Heidenheim | Leihe beendet |
Abgänge
| Spieler | Position | Zu | Ablöse |
|---|---|---|---|
| Cole Campbell | Rechtsaußen | SV Elversberg | 6,00 Mio. € |
| Julien Duranville | Linksaußen | Olympique Lyon | 5,00 Mio. € |
| Kjell Wätjen | Zentrales Mittelfeld | FC Midtjylland | 2,50 Mio. € |
| Julian Brandt | Offensives Mittelfeld | vereinslos | ablösefrei |
| Salih Özcan | Defensives Mittelfeld | Beşiktaş Istanbul | ablösefrei |
| Niklas Süle | Innenverteidiger | SV Tiefenbach | – |
Die Bilanz: Rund 30,5 Millionen Euro Ausgaben stehen etwa 13,5 Millionen Euro Einnahmen gegenüber – macht ein Minus von 17,00 Millionen Euro. Damit ist der BVB im Vergleich zur Konkurrenz zurückhaltend geblieben. Auffällig ist das Muster: Fünf der sieben Zugänge sind 19 Jahre oder jünger, drei kamen aus der eigenen zweiten Mannschaft.
Der komplette Kader nach Positionen
Tor
| Nr. | Spieler | Alter | Marktwert | Status |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Gregor Kobel | 28 | 40,00 Mio. € | Stammtorwart |
| 32 | Diant Ramaj | 24 | 7,00 Mio. € | Ersatz |
| 33 | Alexander Meyer | 35 | 500 Tsd. € | Ersatz |
| 30 | Patrick Drewes | 33 | 300 Tsd. € | Ersatz |
| 31 | Silas Ostrzinski | 22 | 200 Tsd. € | Perspektive |
Abwehr
| Nr. | Spieler | Position | Alter | Marktwert | Status |
|---|---|---|---|---|---|
| 4 | Nico Schlotterbeck | 26 | 55,00 Mio. € | Stammspieler | |
| 22 | Joane Gadou | Innenverteidiger | 19 | 20,00 Mio. € | Rotation |
| 3 | Waldemar Anton | Innenverteidiger | 30 | 18,00 Mio. € | Stammspieler |
| 49 | Luca Reggiani | Innenverteidiger | 18 | 10,00 Mio. € | Rotation |
| 5 | Ramy Bensebaïni | Innenverteidiger | 31 | 7,00 Mio. € | Rotation |
| 23 | Emre Can | Innenverteidiger | 32 | 3,00 Mio. € | Rotation |
| 39 | Filippo Mané | Innenverteidiger | 21 | 2,50 Mio. € | Perspektive |
| 24 | Daniel Svensson | Linksverteidiger | 24 | 22,00 Mio. € | Stammspieler |
| 42 | Almugera Kabar | Linksverteidiger | 20 | 3,00 Mio. € | Perspektive |
| 26 | Julian Ryerson | Rechtsverteidiger | 28 | 25,00 Mio. € | Stammspieler |
| 2 | Yan Couto | Rechtsverteidiger | 24 | 17,00 Mio. € | Rotation |
Mittelfeld
| Nr. | Spieler | Position | Alter | Marktwert | Status |
|---|---|---|---|---|---|
| 8 | Felix Nmecha | Zentrales Mittelfeld | 25 | 55,00 Mio. € | Stammspieler |
| 7 | Jobe Bellingham | Zentrales Mittelfeld | 20 | 40,00 Mio. € | Stammspieler |
| 17 | Carney Chukwuemeka | Zentrales Mittelfeld | 22 | 20,00 Mio. € | Rotation |
| 20 | Marcel Sabitzer | Zentrales Mittelfeld | 32 | 6,00 Mio. € | Rotation |
| 28 | Justin Lerma | Offensives Mittelfeld | 18 | 3,20 Mio. € | Perspektive |
| 48 | Mussa Kaba | Defensives Mittelfeld | 17 | 200 Tsd. € | Perspektive |
Angriff
| Nr. | Spieler | Position | Alter | Marktwert | Status |
|---|---|---|---|---|---|
| 14 | Maximilian Beier | Mittelstürmer | 23 | 40,00 Mio. € | Stammspieler |
| 27 | Karim Adeyemi | Rechtsaußen | 24 | 40,00 Mio. € | Stammspieler |
| 9 | Serhou Guirassy | Mittelstürmer | 30 | 32,00 Mio. € | Stammspieler |
| 21 | Fábio Silva | Mittelstürmer | 24 | 22,00 Mio. € | Rotation |
| 40 | Samuele Inácio | Hängende Spitze | 18 | 15,00 Mio. € | Rotation |
| 41 | Mathis Albert | Linksaußen | 17 | 300 Tsd. € | Perspektive |
Die voraussichtliche Stammelf
Kovač setzte am Ende der Vorsaison auf ein 3-4-2-1. Beim 2:0 in Bremen am letzten Spieltag stand folgende Elf auf dem Platz:
Kobel – Anton, Reggiani, Schlotterbeck – Ryerson, Nmecha, Bellingham, Svensson – Inácio, Beier – Guirassy
Bemerkenswert ist die Zusammensetzung: Mit Reggiani (18) und Inácio (18) standen zwei Teenager in der Startelf. Für die neue Saison dürfte Gadou um den Platz in der Dreierkette konkurrieren, offensiv drängt Adeyemi zurück in die Elf.
Positionsanalyse: Wo der Kader trägt und wo es dünn wird
Tor: Solide Nummer eins, viel Ballast dahinter. Gregor Kobel ist mit 40 Millionen der wertvollste Torhüter der Liga und unumstritten. Dahinter stapeln sich allerdings vier Keeper mit zusammen acht Millionen Marktwert – Meyer (35), Drewes (33), Ostrzinski (22) und der zurückgekehrte Ramaj. Das ist Kaderballast ohne sportlichen Mehrwert.
Abwehr: Zahlenmäßig stark, aber im Zentrum überaltert. Elf Verteidiger sind viel, sieben davon Innenverteidiger. Schlotterbeck (55 Mio.) ist der Anker, doch dahinter wird es heterogen: Anton (30), Bensebaïni (31) und Can (32) sind allesamt jenseits des Zenits, ihre Marktwerte von 18, 7 und 3 Millionen dokumentieren das. Die Zukunft heißt Gadou (19) und Reggiani (18) – beide mit hohen Bewertungen, aber wenig Erfahrung.
Mittelfeld: Die dünnste Abteilung. Sechs Mittelfeldspieler sind wenig für eine Saison mit Champions League. Nmecha (55 Mio.) und Bellingham (40 Mio.) bilden ein starkes Zentrum, aber dahinter kommen nur Chukwuemeka (20 Mio.), der alternde Sabitzer (32, 6 Mio.) und zwei Teenager. Nach den Abgängen von Brandt und Özcan fehlt sowohl kreative Klasse als auch defensive Absicherung.
Angriff: Breit besetzt, aber ohne Weltklasse-Spitze. Sechs Offensivspieler, davon drei nominelle Mittelstürmer – Beier (40 Mio.), Guirassy (32 Mio.) und Fábio Silva (22 Mio.). Adeyemi bringt Tempo über außen. Was fehlt, ist ein Spieler der Kategorie Olise oder Musiala: Der teuerste Offensivspieler kostet 40 Millionen, bei Bayern sind es 170.
Was der Kader verloren hat
Zwei Abgänge wiegen schwerer, als die Ablösesummen vermuten lassen.
Julian Brandt verließ den Klub ablösefrei nach Vertragsende. Der Offensivspieler war über Jahre der kreative Kopf der Mannschaft und stand auch im letzten Saisonspiel noch im Kader. Für einen Spieler dieses Kalibers null Euro zu erlösen, ist wirtschaftlich schmerzhaft – sportlich fehlt sein Profil im Kader komplett.
Salih Özcan ging ebenfalls ablösefrei nach Istanbul. Er war die defensive Absicherung hinter Nmecha und Bellingham – eine Rolle, für die aktuell nur der 32-jährige Sabitzer oder der 17-jährige Kaba zur Verfügung stehen.
Dazu kommen Duranville (5 Mio. nach Lyon) und Campbell (6 Mio. nach Elversberg): zwei Offensivtalente, die perspektivisch eingeplant waren und nun fehlen.
Unter dem Strich hat der BVB mehr Substanz verloren als ersetzt – die Zugänge sind fast ausschließlich Perspektivspieler.
Altersstruktur und Vertragssituation
Das Durchschnittsalter von 24,9 Jahren ist das auffälligste Merkmal dieses Kaders – und es beschreibt eine echte Zweiteilung.
Sieben Spieler sind 17 bis 20 Jahre alt: Kaba (17), Albert (17), Gadou (19), Reggiani (18), Inácio (18), Lerma (18), Kabar (20), Bellingham (20). Bemerkenswert: Gadou, Reggiani und Inácio kommen zusammen auf 45 Millionen Marktwert – der Klub setzt massiv auf diese Generation.
Vier Spieler sind 30 oder älter: Can (32), Sabitzer (32), Bensebaïni (31), Anton (30), dazu die Ersatztorhüter Meyer (35) und Drewes (33). Bei allen vier Feldspielern ist der Marktwert bereits deutlich gefallen.
Das Risiko dieser Struktur: Wenn die Talente nicht sofort funktionieren, fehlt die erfahrene Mittelschicht, die eine Saison stabilisiert. Der BVB setzt darauf, dass Reggiani, Gadou und Inácio den Sprung machen – das ist mutig, aber nicht risikofrei.
Der Trainer: Niko Kovač
Der Kroate geht in seine zweite volle Saison beim BVB. Vizemeister mit 73 Punkten und einer Tordifferenz von +36 – das ist eine solide Bilanz, aber auch der Beleg für das Grundproblem: Der Abstand zu Bayern betrug 16 Punkte.
Kovač’ Handschrift ist erkennbar defensivorientierter als die seiner Vorgänger. Das 3-4-2-1 der Schlussphase gibt Stabilität, verlangt aber viel von den Außenbahnspielern Ryerson und Svensson.
Bemerkenswert ist sein Umgang mit den Talenten: Dass Reggiani und Inácio mit 18 Jahren im letzten Saisonspiel starteten, war kein Zufall, sondern Teil einer Linie. In dieser Saison muss er beweisen, dass dieser Weg auch unter Champions-League-Belastung trägt.
Belastungsprofil
Der BVB spielt Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League – realistisch über 45 Pflichtspiele.
Zwei Faktoren erschweren den Start: Zum einen die Japan-Reise statt eines klassischen Trainingslagers, die Substanz kostet. Zum anderen der Pflichtspielrhythmus: Am 22. August steht der Supercup gegen Bayern an, am 29. August der Ligastart, am 1. September das verlegte Pokalspiel – drei Pflichtspiele in elf Tagen.
Die Kadertiefe ist dabei das eigentliche Problem. Im Mittelfeld sind es nur sechs Spieler, von denen zwei Teenager sind. Fällt Nmecha oder Bellingham aus, wird es eng.
Was der Kader erreichen kann
Realistisches Szenario: Platz 2. Der BVB ist der logische erste Verfolger. Der Kaderwert liegt deutlich über dem der Konkurrenz aus Leipzig und Leverkusen, das Zentrum mit Nmecha und Bellingham ist stark, die Offensive breit besetzt.
Best Case: Titelkampf bis Frühjahr. Dafür müssten mehrere Dinge zusammenkommen: Die Talente müssen sofort funktionieren, Bayern müsste patzen, und der BVB müsste die Konstanz gegen Mittelfeldteams finden – das war zuletzt das Hauptproblem.
Worst Case: Platz 4 oder schlechter. Das Risiko liegt in der Kadertiefe. Ein Mittelfeld mit sechs Spielern, davon zwei unter 19, ist für eine Dreifachbelastung dünn. Verletzungen bei Nmecha, Bellingham oder Schlotterbeck träfen den Klub härter als jeden anderen Spitzenklub.
Unsere Einschätzung: Platz 2, aber ohne echte Titelchance. Der Abstand zu Bayern ist zu groß, um ihn mit einem Kader zu schließen, der halb so wertvoll ist.
Kader vs. Marktbewertung: Wo die Quoten abweichen
Die Meisterquote des BVB liegt im zweistelligen Bereich – der Markt sieht also keine realistische Titelchance. Aus Kadersicht ist das korrekt.
Interessanter ist die Top-2-Wette bei etwa 1,80. Hier deckt sich Markteinschätzung und Kaderanalyse: Der BVB ist klar zweitstärkster Kader, aber die dünne Mittelfeldbesetzung macht die Sache weniger sicher, als der Kurs suggeriert.
Wer eine Gegenposition sucht: Bei einem Ausfall im Zentrum wäre Leverkusen oder Leipzig der wahrscheinlichste Profiteur. Wer daran glaubt, findet dort deutlich höhere Kurse für einen Top-2-Platz.
Quoten-Stand: 22.07.2026. Wettquoten unterliegen ständigen Schwankungen – bitte vor Wettabgabe beim jeweiligen Anbieter prüfen.
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