Die Bundesliga hat in diesem Sommer über 400 Millionen Euro ausgegeben – und nur 96 Millionen eingenommen. Das ergibt ein Minus von rund 306 Millionen. Doch die absoluten Zahlen sagen wenig darüber aus, wer klug gewirtschaftet hat. Wer die Kader wirklich verbessert hat, wer Geld verbrannt hat und was der Markt noch nicht eingepreist hat.
Letzte Aktualisierung: 22. Juli 2026
Die Transferbilanzen aller 18 Klubs
| Klub | Zugänge | Abgänge | Ausgaben | Einnahmen | Bilanz |
|---|---|---|---|---|---|
| FC Bayern | 15 | 10 | 102,5 Mio. € | 0 € | −102,5 Mio. € |
| RB Leipzig | 12 | 6 | 52,5 Mio. € | 0 € | −52,5 Mio. € |
| TSG Hoffenheim | 18 | 16 | 39,7 Mio. € | 0 € | −39,7 Mio. € |
| Bayer Leverkusen | 14 | 6 | 51,5 Mio. € | 20,0 Mio. € | −31,5 Mio. € |
| Borussia Dortmund | 9 | 6 | 30,5 Mio. € | 0 € | −30,5 Mio. € |
| SC Freiburg | 13 | 7 | 27,0 Mio. € | 0 € | −27,0 Mio. € |
| Eintracht Frankfurt | 9 | 7 | 16,8 Mio. € | 6,0 Mio. € | −10,8 Mio. € |
| 1. FC Köln | 13 | 14 | 15,6 Mio. € | 5,5 Mio. € | −10,1 Mio. € |
| Hamburger SV | 12 | 15 | 10,5 Mio. € | 4,5 Mio. € | −6,0 Mio. € |
| SV Elversberg | 7 | 8 | 7,5 Mio. € | 1,5 Mio. € | −6,0 Mio. € |
| FC Augsburg | 18 | 16 | 10,1 Mio. € | 5,0 Mio. € | −5,1 Mio. € |
| FC Schalke 04 | 11 | 9 | 1,8 Mio. € | 0 € | −1,8 Mio. € |
| 1. FC Union Berlin | 12 | 8 | 1,5 Mio. € | 0 € | −1,5 Mio. € |
| SC Paderborn | 13 | 6 | 0,3 Mio. € | 0 € | −0,3 Mio. € |
| VfB Stuttgart | 7 | 5 | 15,0 Mio. € | 15,0 Mio. € | 0 € |
| 1. FSV Mainz 05 | 14 | 16 | 1,5 Mio. € | 1,5 Mio. € | 0 € |
| SV Werder Bremen | 14 | 11 | 6,0 Mio. € | 15,0 Mio. € | +9,0 Mio. € |
| Bor. Mönchengladbach | 13 | 14 | 12,0 Mio. € | 22,0 Mio. € | +10,0 Mio. € |
Stand: 22. Juli 2026. Das Transferfenster ist noch bis Ende August geöffnet.
Die teuersten Transfers des Sommers
Zwei Wechsel dominieren den Markt:
- Ismail Saibari – von PSV Eindhoven zum FC Bayern, rund 50 Millionen Euro
- Nathaniel Brown – von Eintracht Frankfurt zum FC Bayern, rund 50 Millionen Euro
Bemerkenswert: Beide Blockbuster gehen auf das Konto desselben Klubs. Der Rekordmeister hat allein für zwei Spieler so viel ausgegeben wie die untersten neun Klubs der Liga zusammen.
Dahinter folgen Bazoumana Touré (Hoffenheim zu Newcastle, 50 Mio. €), Johan Manzambi (Freiburg zu Aston Villa, 60 Mio. €) und Maxime Estève (Burnley zu Leipzig, 32 Mio. €).
Die Gewinner
Borussia Mönchengladbach ist der einzige Klub mit deutlichem Plus. Zehn Millionen Überschuss bei 13 Zugängen und 14 Abgängen – das ist Kaderumbau ohne finanzielles Risiko. Für einen Klub, der in der Vorsaison auf Platz zwölf landete und zu den Wackelkandidaten zählt, ist das eine solide Ausgangsposition.
Werder Bremen steht mit neun Millionen Plus ebenfalls positiv da. Angesichts der schlechtesten Tordifferenz aller geretteten Teams (−23) stellt sich allerdings die Frage, ob ein ausgeglichener Haushalt das dringlichste Ziel gewesen wäre.
Der VfB Stuttgart hat exakt so viel eingenommen wie ausgegeben – 15 Millionen in beide Richtungen bei nur sieben Zugängen. Das ist die Bilanz eines Klubs, der seinen Kader für stabil hält. Nach Platz vier ist das nachvollziehbar.
Schalke 04 kommt als Aufsteiger mit 1,8 Millionen Ausgaben aus. Der prominenteste Neuzugang, Robin Gosens, kam per Leihe von der AC Florenz – ohne Ablöse. Für einen Klub mit dieser Fallhöhe ist das bemerkenswert diszipliniert.
Die Verlierer
Der FC Bayern hat 102,5 Millionen ausgegeben und null Einnahmen erzielt. Das ist die auffälligste Zahl des Transfersommers. Kein einziger Spieler wurde für eine nennenswerte Ablöse verkauft, während 15 Zugänge kamen. Ein Kader, der ohnehin zu groß war, wird noch größer – und teurer.
RB Leipzig folgt mit 52,5 Millionen Ausgaben, ebenfalls ohne Einnahmen. Zwölf Zugänge bei sechs Abgängen unter einem neuen Trainer, der erst im Juni übernahm. Demichelis muss eine Mannschaft integrieren, die er nicht zusammengestellt hat.
Hoffenheim hat 39,7 Millionen investiert und trotz des Verkaufs von Touré für 50 Millionen keine Einnahmen in der Bilanz – die Summe ist offenbar noch nicht verbucht. Bei 18 Zugängen und 16 Abgängen ist das ein kompletter Umbau nach dem überraschenden fünften Platz.
Der SC Freiburg überrascht mit 27 Millionen Ausgaben ohne Gegenfinanzierung – ungewöhnlich für einen Klub, der traditionell als Musterbeispiel für nachhaltiges Wirtschaften gilt.
Was das für Wetten bedeutet
Drei Beobachtungen, die über die reinen Zahlen hinausgehen:
Kaufkraft ist nicht gleich Qualität. Bayern gibt am meisten aus, war aber schon vorher unangefochten. Die 102,5 Millionen verbessern eine Mannschaft, die 89 Punkte geholt hat – der Grenznutzen ist gering. Für Meisterschaftsquoten ändert das nichts.
Der Blick auf Netto-Bilanzen führt in die Irre. Gladbach steht finanziell am besten da, spielt aber gegen den Abstieg. Umgekehrt hat Stuttgart bei null Bilanz einen intakten Kader beisammengehalten. Entscheidend ist, ob Abgänge Leistungsträger waren.
Die interessanten Fälle sind die stillen. Schalke mit 1,8 Millionen und Paderborn mit 300.000 Euro haben kaum investiert – aber beide kommen aus einer erfolgreichen Zweitliga-Saison mit eingespieltem Kader. Wer auf Klassenerhalt setzt, sollte prüfen, ob Kontinuität hier mehr wert ist als teure Verstärkungen.
Ein Vorbehalt bleibt: Das Transferfenster ist bis Ende August offen. Gerade bei Klubs mit hohen Ausgaben und null Einnahmen sind Verkäufe in den kommenden Wochen wahrscheinlich – die Bilanzen können sich noch deutlich verschieben.
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