Das zweitwichtigste Turnier des Darts-Jahres geht in die entscheidende Phase. Seit dem 18. Juli kämpfen 32 Spieler in den Winter Gardens von Blackpool um eine Million Pfund Preisgeld – erstmals in der Turniergeschichte wurde die Millionenmarke geknackt. Ab Donnerstag stehen die Viertelfinals an, das Finale steigt am Sonntagabend. Aus deutscher Sicht ist das Turnier bereits gelaufen, sportlich wird es dafür umso interessanter.
Letzte Aktualisierung: 22. Juli 2026
Die Eckdaten
| Turnier | PDC World Matchplay 2026 |
| Zeitraum | 18. bis 26. Juli 2026 |
| Austragungsort | Empress Ballroom, Winter Gardens, Blackpool |
| Teilnehmer | 32 Spieler |
| Gesamtpreisgeld | 1.000.000 Pfund |
| Siegprämie | 225.000 Pfund |
| Titelverteidiger | Luke Littler |
| Rekordsieger | Phil Taylor (16 Titel) |
Der Spielplan bis zum Finale
| Tag | Runde | Beginn (MESZ) |
|---|---|---|
| Do, 23.07. | 2 Viertelfinals | 21:00 Uhr |
| Fr, 24.07. | 2 Viertelfinals | 21:00 Uhr |
| Sa, 25.07. | 2 Halbfinals | 21:00 Uhr |
| So, 26.07. | Women’s World Matchplay ab Viertelfinale | 14:00 Uhr |
| So, 26.07. | Finale | 21:00 Uhr |
Aus deutscher Sicht: Beide früh gescheitert
Für Martin Schindler und Niko Springer endete das Turnier bereits in der ersten Runde.
Niko Springer erwischte am Samstag das denkbar schwerste Los: Titelverteidiger Luke Littler. Der Mainzer verlor mit 6:10, zeigte mit einem Average von 97,65 aber eine achtbare Leistung gegen den Weltranglistenersten.
Martin Schindler hatte am Montag gegen Gerwyn Price die bessere Ausgangslage – und vergab sie. „The Wall” hatte die Partie über weite Strecken im Griff, unterlag am Ende jedoch mit 9:11 nach Verlängerung. Für ihn war es bei der fünften Teilnahme in Blackpool die fünfte Auftaktniederlage. Der letzte deutsche Erstrundensieg beim World Matchplay datiert aus dem Jahr 2020.
Weitere deutsche Spieler hatten die Qualifikation verpasst.
Der Titelfavorit: Luke Littler
An Littler führt kein Weg vorbei. Der Titelverteidiger gewann 2025 sein erstes World Matchplay – im Finale mit 18:13 gegen James Wade, nachdem er zwischenzeitlich 0:5 zurückgelegen hatte.
In diesem Jahr setzte er im Achtelfinale gegen Nathan Aspinall ein Ausrufezeichen, das in die Turniergeschichte eingeht: Littler eröffnete die Partie mit einem Neundarter – zwei 180er, eine weitere Triple-20, die Triple-17 und schließlich die Doppel-15. Es war das erste Mal überhaupt, dass ein Major-Match mit einem perfekten Spiel begann, und der elfte Neundarter der Turnierhistorie.
Bereits in der ersten Runde gegen Springer hatte er nach zwischenzeitlichem 5:5 seine Klasse durchgesetzt und mit 10:6 gewonnen.
Die weiteren Anwärter
Gary Anderson lieferte den statistisch stärksten Auftritt der ersten Runde: Mit einem Average von 109,96 – persönlicher Matchplay-Rekord – überrollte der Schotte Ryan Joyce mit 10:2. Der zweifache Turniersieger ist mit 55 Jahren weiterhin gefährlich.
Gerwyn Price kam über den Umweg Schindler ins Achtelfinale und hat mit dem Weltmeistertitel von 2021 die nötige Erfahrung.
Josh Rock stand im Vorjahr im Halbfinale, wo ihm Littler beim Stand von 6:1 aus seiner Sicht mit einem 141er-Neundarter das Momentum entriss.
James Wade ist Finalist des Vorjahres und mit einem Titel aus früheren Jahren dekoriert.
Aus den Niederlanden sind mit Michael van Gerwen (dreifacher Sieger), Gian van Veen und Wessel Nijman mehrere Kandidaten vertreten – zwei rein niederländische Duelle in der zweiten Runde garantierten allerdings auch Ausfälle.
Eine Überraschung gab es bereits: Luke Humphries, Weltranglistenzweiter und Sieger von 2023, scheiterte in der ersten Runde an Cameron Menzies, der zum Sieg ein 170er-Finish checkte.
Das Format: Warum Blackpool anders ist
Das World Matchplay wird im Leg-Format gespielt, nicht im sonst üblichen Set-Format. Die Distanzen steigen im Turnierverlauf deutlich an:
- 1. Runde: Best of 19 Legs
- Achtelfinale: Best of 21 Legs
- Viertelfinale: Best of 31 Legs
- Halbfinale: Best of 33 Legs
- Finale: Best of 35 Legs
Die Besonderheit ist die Two-Clear-Legs-Regel: Ein Match muss mit zwei Legs Vorsprung gewonnen werden. In der ersten Runde ist maximal ein 13:12 möglich, im Finale ein 21:20. Genau diese Regel wurde Martin Schindler zum Verhängnis – er verlor 9:11 nach Verlängerung.
Für Wettende ist das relevant: Die langen Distanzen ab dem Viertelfinale bevorzugen Spieler mit konstantem Scoring gegenüber Momentum-Spielern. Ausrutscher lassen sich über 31 Legs eher korrigieren als über 19.
Einordnung für Wettende
Drei Punkte zur Endphase:
Littler ist Favorit, aber teuer. Wer auf den Titelverteidiger setzt, bekommt für hohes Risiko wenig Gegenwert. Interessanter sind Märkte wie „Sieger ohne Littler” oder Setzungen auf einzelne Turnierhälften.
Die langen Distanzen glätten Überraschungen. Ab dem Viertelfinale wird über Best of 31 gespielt. Außenseiter, die über kurze Distanzen mit einem heißen Lauf gewinnen können, haben es hier deutlich schwerer.
Averages sind aussagekräftiger als Ergebnisse. Andersons 109,96 in Runde eins sagt mehr über seine Form aus als mancher knappe Sieg. Wer auf Einzelmatches wettet, sollte die Scoring-Werte der Vorrunden vergleichen.
Da das Turnier läuft, verschieben sich die Quoten nach jeder Session erheblich. Ein Blick auf die aktuellen Kurse vor der Wettabgabe ist Pflicht.
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