Jan Rademeister
| veröffentlicht am: 22.07.26
geprüft von Thoralf Müller | 3 Min. Lesezeit

ATP Kitzbühel 2026: Favoriten, Absagen und was die Höhenlage verändert

ATP Kitzbühel 2026: Favoriten, Absagen und was die Höhenlage verändert

Bei den Generali Open in Kitzbühel greifen ab Mittwoch die Topgesetzten ins Geschehen ein – angeführt von Titelverteidiger Alexander Bublik. Aus österreichischer Sicht lief der Auftakt durchwachsen, zwei prominente Absagen haben das Feld zusätzlich geöffnet. Was das Turnier besonders macht und wo die Chancen liegen.

Letzte Aktualisierung: 22. Juli 2026

Die Eckdaten

Turnier Generali Open Kitzbühel
Kategorie ATP 250
Zeitraum 18. bis 25. Juli 2026
Ort Tennisstadion Kitzbühel, Österreich
Belag Sand (outdoor), rund 750 m Höhe
Preisgeld rund 612.620 Euro
Titelverteidiger Alexander Bublik

Der entscheidende Faktor: die Höhenlage

Kitzbühel ist kein gewöhnliches Sandplatzturnier. Die Anlage liegt auf über 750 Metern Höhe – und das verändert das Spiel spürbar. Die dünnere Luft lässt den Ball schneller fliegen und höher abspringen als auf Sandplätzen in Meereshöhe.

Manche Beobachter sagen, Kitzbühel spiele eher wie ein Hartplatz als wie klassischer Sand. Für aufschlagstarke Spieler und aggressive Grundlinienspieler ist das ein Vorteil, für klassische Sandplatz-Grinder eher nicht. Jan-Lennard Struff kommentierte die Bedingungen im Vorjahr mit den Worten, das schnelle Geläuf komme seinem Spiel entgegen.

Wer auf dieses Turnier wettet, sollte diesen Faktor kennen: Sandplatz-Statistiken aus Roland Garros oder Rom übertragen sich hier nur bedingt.

Zwei prominente Absagen

Ursprünglich sollte Flavio Cobolli das Feld anführen – der Roland-Garros-Finalist 2026 und frisch gebackene Top-10-Spieler hätte in Kitzbühel seine Alpen-Premiere gefeiert. Auch Matteo Berrettini, Turniersieger von 2024, war gemeldet.

Beide sagten ab. Das öffnet das Tableau erheblich und macht aus einem Turnier mit klarer Hierarchie ein deutlich offeneres Rennen.

Die Favoriten

Alexander Bublik führt als Titelverteidiger und Nummer 11 der Welt das Tableau an. Der Kasache startete mit einem Freilos und greift erst Mitte der Woche ein – sein erster Gegner ist Facundo Díaz Acosta oder ein Qualifikant. Bubliks aggressives, aufschlagorientiertes Spiel passt gut zu den schnellen Bedingungen in Tirol.

Valentin Vacherot geht als Nummer zwei ins Rennen. Der Monegasse bekam mit Quentin Halys allerdings gleich eine unangenehme Auftakthürde zugelost.

Dahinter gehören die Sandplatzspezialisten Tomás Martín Etcheverry und Mariano Navone aus Argentinien zum erweiterten Favoritenkreis. Ebenfalls im Feld: Arthur Rinderknech, der als Nummer drei gesetzt ist.

Österreich: Ofner raus, Rodionov weiter

Für die Gastgeber lief der Auftakt gemischt.

Sebastian Ofner, Österreichs Nummer eins, unterlag zum Auftakt dem Slowaken Alex Molcan in zwei Sätzen. Die Niederlage schmerzt doppelt: Gegen Molcan hatte Ofner noch eine Rechnung offen – 2023 führte er im Kitzbühel-Achtelfinale bereits mit 6:4 und 5:0, ließ zwei Matchbälle aus und verlor die Partie noch.

Jurij Rodionov setzte sich im rot-weiß-roten Duell gegen Joel Schwärzler durch und steht zum zweiten Mal im Achtelfinale von Kitzbühel. Sein nächster Gegner ist Tomás Martín Etcheverry – eine hohe Hürde.

Lukas Neumayer traf nach kurzfristiger Wildcard auf den deutschen Kitzbühel-Spezialisten Yannick Hanfmann.

Deutsche Beteiligung

Aus deutscher Sicht sind mehrere Spieler im Feld. Daniel Altmaier trifft in seinem Auftaktmatch auf Raphael Collignon – der Belgier kommt mit Rückenwind, er erreichte zuletzt in Gstaad das Halbfinale. Yannick Hanfmann gilt in Kitzbühel als Spezialist und war in der Vergangenheit hier mehrfach erfolgreich.

Der Zeitplan bis zum Finale

Tag Runde Beginn
Mi, 22.07. Achtelfinale 11:00 Uhr
Do, 23.07. Viertelfinale 11:00 Uhr
Fr, 24.07. Halbfinale 12:30 Uhr
Sa, 25.07. Finale 13:00 Uhr

Für den Sieger gibt es 250 ATP-Punkte, der Finalist erhält 165, das Halbfinale bringt 100 Punkte, das Viertelfinale 50.

Einordnung für Wettende

Drei Punkte zu diesem Turnier:

Die Absagen verschieben die Gewichte. Ohne Cobolli und Berrettini fehlen zwei Namen, die das Feld dominiert hätten. Bublik ist der klare Favorit, aber die Verfolgergruppe ist dichter beisammen als sonst bei einem ATP 250.

Belagform ist hier wenig aussagekräftig. Wegen der Höhenlage sind Ergebnisse von langsamen Sandplätzen kaum übertragbar. Wer aufschlagstark ist und mit hohen Absprüngen zurechtkommt, ist im Vorteil – unabhängig von der klassischen Sandplatzbilanz.

Spieler mit Kitzbühel-Historie beachten. Hanfmann gilt als Spezialist für diese Bedingungen, Bublik gewann hier im Vorjahr. Bahnkenntnis ist bei einem so eigenwilligen Belag mehr wert als anderswo.

Da das Turnier bereits läuft, verschieben sich die Quoten nach jeder Runde deutlich. Ein Blick auf die aktuellen Kurse vor der Wettabgabe ist Pflicht.


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