Am Rothenbaum läuft das letzte WTA-Turnier des deutschen Tennissommers – und aus deutscher Sicht deutlich besser als erwartet. Vier deutsche Spielerinnen erreichten das Achtelfinale, ein Viertelfinalplatz ist damit garantiert. Wer die Favoritinnen sind, wie die Quoten stehen und was bis zum Finale am Sonntag noch möglich ist.
Letzte Aktualisierung: 22. Juli 2026
Die Eckdaten
| Turnier | MSC Hamburg Ladies Open |
| Kategorie | WTA 250 |
| Zeitraum | 20. bis 26. Juli 2026 |
| Ort | Tennisstadion Am Rothenbaum, Hamburg |
| Belag | Sand (outdoor) |
| Hauptfeld | 32 Spielerinnen |
| Preisgeld | rund 275.000 Euro |
| Siegprämie | rund 32.520 Euro plus 250 WTA-Punkte |
| Titelverteidigerin | Loïs Boisson (Frankreich) |
Die Favoritinnen und ihre Quoten
| Spielerin | Quote |
|---|---|
| Paula Badosa | 4,30 |
| Anhelina Kalinina | 5,50 |
| Yulia Putintseva | 6,50 |
| Anna Bondár | 9,00 |
| Mayar Sherif | 11,00 |
| Oleksandra Oliynykova | 11,00 |
| Noma Noha Akugue | 25,00 |
| Tamara Korpatsch | 40,00 |
Quoten-Stand: 20.07.2026. Wettquoten unterliegen ständigen Schwankungen – bitte vor Wettabgabe beim jeweiligen Anbieter prüfen.
Bemerkenswert: Die topgesetzte Spielerin ist nicht die Favoritin. Oleksandra Oliynykova ging als Nummer eins des Tableaus ins Turnier, im Wettmarkt führt aber Paula Badosa mit deutlichem Abstand.
Paula Badosa: Die prominenteste Starterin
Die frühere Weltranglistenzweite ist das große Zugpferd. Badosa kämpfte sich nach zahlreichen verletzungsbedingten Rückschlägen zurück in die Top 100 und zeigt klar ansteigende Form – vor zwei Wochen gewann sie das Endspiel von Båstad gegen Simona Waltert.
Ihre Anreise war allerdings alles andere als ideal: Nach einem verregneten Sonntag bestritt sie erst am Montagvormittag das Finale im rumänischen Iaşi und flog anschließend gemeinsam mit Mayar Sherif per Privatjet nach Hamburg. Zwei Spielerinnen mit Matchpraxis, aber ohne Erholung.
Vier Deutsche im Achtelfinale
Aus deutscher Sicht ist das Turnier bereits ein Erfolg. Sechs deutsche Spielerinnen standen im Hauptfeld, vier erreichten die Runde der letzten 16.
Tamara Korpatsch, Lokalmatadorin und deutsche Nummer eins, drehte ihr Zweitrundenmatch gegen Victoria Jiménez Kasintseva aus einem 4:6, 1:3-Rückstand. Sie gewann den zweiten Satz 7:5, ehe die von Krämpfen geplagte Gegnerin aufgeben musste. „Ich fühle mich hier wie zuhause, das ist mein Club”, sagte Korpatsch anschließend.
Ihre Achtelfinalgegnerin ist ebenfalls Deutsche: die 18-jährige Julia Stusek, die per Wildcard startet und am Montag ihren ersten Sieg in einem WTA-Hauptfeld überhaupt feierte – gegen Nadia Podoroska, French-Open-Halbfinalistin von 2020. Ein deutscher Viertelfinalplatz ist damit sicher.
Noma Noha Akugue setzte sich in drei Sätzen gegen ihre Landsfrau Valentina Steiner durch und kletterte auf Position 136 der Weltrangliste – eine neue Bestmarke. Die Hamburg-Finalistin von 2023 trifft nun auf Anna Bondár, gegen die sie im Vorjahr im Tiebreak des dritten Satzes verlor. „Hoffentlich klappt es diesmal besser”, sagte die 22-Jährige.
Die Titelverteidigerin und die Rückkehrerinnen
Loïs Boisson ist als Titelverteidigerin am Start. Die Französin gewann 2025 in einem dramatischen Match gegen Korpatsch, die damals von Krämpfen ausgebremst wurde.
Dazu kommen zwei weitere frühere Siegerinnen: Anna Bondár gewann 2024 Einzel und Doppel und stand im Vorjahr erneut im Finale. Elena-Gabriela Ruse holte 2021 den Titel bei der Rückkehr des Damentennis an den Rothenbaum – im Finale gegen Andrea Petkovic, die heute Turnierbotschafterin ist.
Der Zeitplan bis zum Finale
| Tag | Programm |
|---|---|
| Do, 23.07. | Achtelfinale ab 11:00 Uhr, Abendmatch ab 17:00 Uhr |
| Fr, 24.07. | Viertelfinale ab 11:00 Uhr, Abendmatch ab 17:00 Uhr |
| Sa, 25.07. | Halbfinale Einzel und Doppel ab 12:00 Uhr |
| So, 26.07. | Finale |
Parallel läuft vom 23. bis 26. Juli erstmals ein weiteres Event: die Hamburg Wheelchair Open, das größte Damenrollstuhltennis-Turnier Deutschlands mit zwölf Spielerinnen im Einzel. Topgesetzt ist die Weltranglisten-Fünfte Aniek van Koot aus den Niederlanden.
Einordnung für Wettende
Drei Punkte zu diesem Turnier:
WTA-250-Turniere sind schwerer zu kalkulieren als große Events. Die Leistungsdichte ist hoch, die Favoritenrollen weniger klar. Dass die Topgesetzte nicht die Marktfavoritin ist, zeigt das exemplarisch.
Badosas Terminlage ist ein realer Faktor. Wer am Montagvormittag ein Finale spielt und nachmittags anreist, startet mit Substanzverlust. Bei einer Quote von 4,30 ist das nicht vollständig eingepreist.
Die deutschen Außenseiterinnen bieten Value. Noha Akugue bei 25,00 ist eine faire Einschätzung für eine Spielerin auf Karrierehoch, die 2023 hier schon im Finale stand. Bei Korpatsch (40,00) spricht die Heimkulisse für sie, das Ranking dagegen.
Wichtig bleibt: Bei laufenden Turnieren ändern sich Quoten nach jeder Runde erheblich. Ein Blick auf die aktuellen Kurse vor der Wettabgabe ist Pflicht.
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