Die Wettsteuer in Deutschland

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Seit dem 1. Juli 2013 muss in Deutschland eine Wettsteuer von 5 % erhoben und an das Finanzamt abgeführt werden. Das Ergebnis: Möchte ein Kunde zum Beispiel 200 € in Sportwetten investieren, hat er nur noch 190 € zum Wetten zur Verfügung.

 

Wird die Wettsteuer nicht beim Einsatz direkt abgezogen, so wird sie vom Gewinn einbehalten. Egal, wie man es dreht, der Kunde bezahlt. Oder doch nicht? Kann man die Steuern umgehen? Ist es möglich, die Globalisierung für sich zu nutzen? Im folgenden Text sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, die 5 % Wettsteuern zu sparen.

 

Die Wettsteuer umgehen?

Man könnte meinen, dass man die Steuer umgehen kann, indem man einen Wettanbieter wählt, der im Ausland agiert. Wenn die Wette jedoch in Deutschland abgegeben wird, muss die Steuer auch lokal abgeführt werden. Auch wenn der Kunde das selbst nicht merkt, so erhält das deutsche Finanzamt die 5% doch auf jeden Fall. Wählt man einen Wettanbieter, der die Steuern nur bei Gewinn abzieht, spart man selbst wenigstens beim Verlust des Einsatzes. Ob das Wettportal die Wettsteuer nur auf Gewinne bezahlt oder sie direkt beim Setzen abrechnet, macht in der Bilanz nur einen kleinen Unterschied, behalten Anbieter von Sportwetten doch nur einen sehr geringen Teil der Einsätze selbst und schütten den größten Teil wieder aus. Für den Wettenden kann der Unterschied jedoch beträchtlich sein.

 

Wie man es dreht und wendet, das Finanzamt bekommt die Wettsteuer auf jeden Fall. Am besten ist es, die Wettportale zu vergleichen und zu schauen, wie man am günstigsten davon kommt. Wichtig ist es, die Bedingungen der Anbieter zu studieren, denn manchmal gibt es beim Erlass der Wettsteuer für den Kunden bestimmte Voraussetzungen. Es gibt einige Sportwetten-Anbieter, die die Wettsteuer nicht auf den Kunden umlegen, sondern aus eigener Tasche bezahlen, dazu gehören:

 

  • Betsafe.com
  • Betsson
  • Tipico
  • Expekt

 

Bei Bet3000 sind Live-Wetten und Wetten ab einer 4er Kombination für den Kunden steuerfrei und Mybet trägt die Kosten im Falle einer Kombiwette aus mindestens 3 Einzelwetten selbst.

 

Woher kommt die Steuer auf Wetten?

Natürlich: Es geht ums Geld. Während der Markt mit den Wetteinsätzen immer weiter wuchs und die Gewinne größer wurden, wurden die Wettsteuern im neuen Glücksspielstaatsvertrag verankert, welcher seit Mitte 2012 gültig ist. Die Folge war die Verdrängung privater Anbieter vom Markt, was Menschen vor einer Spielsucht schützen sollte. Ein Monopol des Staates konnte nicht gehalten werden, da die EU Deutschland zur Liberalisierung des Wettmarktes gezwungen hat.

 

Auch in anderen EU-Ländern wird die Wettsteuer erhoben, so beispielsweise auch in der Schweiz, in Österreich und in Spanien. Nicht immer heißt sie gleich, sie muss aber bezahlt werden.

 

Grundsätzliche Steuern auf Glücksspiele?

Schaut man sich die Wettsteuer an, liegt es nahe, nach einer Casinosteuer zu fragen. Schließlich ist doch beides Glücksspiel. Das mag man meinen, in Deutschland, Österreich und der Schweiz sieht das Gesetz das jedoch anders: Auf Gewinne aus Onlinecasinos fällt keine Einkommenssteuer an. Das gilt auch für professionelle Spieler, wenn sie beispielsweise durch Pokern ein Einkommen erwirtschaften. Es gibt Diskussionen zu dem Thema, aber eine Gesetzesänderung ist aktuell nicht in Sicht.

 

Blickt man nicht nur auf Online Casinos, gibt es eine Ausnahme: Bei Einfuhr von Beträgen über 10.000 € in die Europäische Union, müssen Einfuhrsteuern bezahlt werden. Gibt es ein zwischenstaatliches Steuerabkommen, entfallen die Einfuhrsteuern.

 

Fazit

Grundsätzlich müssen Wettanbieter seit dem 1. Juli 2013 5 % Wettsteuer abführen. Wie sie das machen, ob direkt beim Setzen oder bei Gewinnausschüttung, ist unterschiedlich. Es gibt jedoch Anbieter, die die Wettsteuer aus eigener Tasche bezahlen. Wenige Anbieter knüpfen daran bestimmte Bedingungen wie Kombi- oder Live-Wetten. Beschäftigt man sich ein wenig mit Wettportalen, vergleicht sie untereinander und liest sich die Bedingungen aufmerksam durch, kann man Geld sparen. Es ist nicht realistisch, die Wettsteuer zu umgehen, sofern man sich beim Setzen in Deutschland befindet. Auch bei einem Aufenthalt in den Nachbarländern muss man die 5 % Wettsteuer bezahlen, wenn man keinen Wettanbieter findet, der sie nicht auf die Kunden umlegt.